Beiträge vom November, 2006

PROMISKUITÄT

Friday, 24. November 2006 15:00

Worte sind hochgradig promiskuid - sie dienen sich noch jedem Gebrauch an. Deshalb stellt sich der ein Bein, der an ihnen kleben zu müssen glaubt.

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Thema: speech | Kommentare (0)

MUSIKGESCHMACK

Friday, 24. November 2006 14:33

These: Für die Menge der Musikhörer gilt: der Musikgeschmack ist ein mächtiger erster Indikator für die Taxierung von dispositivem Typus, Mentalität und Klasse einer Person. Das dürfte mit dem Umstand zusammenhängen, daß die Musik unter den ästhetischen Formen das mit Abstand höchste “Identifikationspotential” bietet. Man teste dies.

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Thema: aesthetics | Kommentare (0)

“HANDMADE”

Friday, 24. November 2006 14:12

Ob Musik “handgemacht” ist oder nicht kann keinerlei Hinweis geben auf deren Qualität. Die Art der “Herstellung” ist irrelevant für die Güte des Produkts. Bsp: man stelle sich jemanden vor, dem ein Stück gefällt. Danach wird ihm gesagt, es sei mit “elektronischen Mitteln” zustandegekommen. Kann er jetzt sagen: Oh, dann gefällt es mir doch nicht.?? Nein, aufgrund von Supervenienz.

P.S.: Das gleiche gilt im übrigen für andere Geschmacksurteile auch: man kann ein positives Urteil über einen Wein nicht revidieren, weil sich herausgestellt hat, daß es sich um einen “nicht-autochthonen” Cuvée handelt.

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Thema: aesthetics | Kommentare (0)

Aufklärung

Thursday, 23. November 2006 13:00

Ein gleichermaßen moderne wie aufgeklärte Grundhaltung besteht aus zwei Kernkomponenten: Technik (im weiten Sinne) und Business (im weiten Sinne). Wie erreiche ich Businessziele mit welchen Mitteln? Die Mittel sind weit gefaßt: vom Fräsen über Verkaufsrhetorik bishin zur höheren Mathematik - Konstruktionsmittel aller Art eben. Dies muß in einem ökonomischen Rahmen stattfinden, damit die Rentabilität gewährleistet ist. Die Mittel haben schlank und elegant zu sein. Es besteht in dieser Hinsicht kein wesentlicher Unterschied zwischen Modellflugzeugbau und Geschlechtsverkehr mehr. Jedes Können wird als Managementfähigkeit gefaßt. Dies ist eine zeitgemäße und sehr mächtige Grundeinstellung für die Lebensführung. Kein Hauch von Ironie übrigens.

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Thema: concepts&models, economics, general | Kommentare (0)

LOGIK

Thursday, 23. November 2006 12:33

Ein Vorschlag: man fasse Logik nicht als Komplementärbegriff zu “Empirie” auf, sondern so: die Logik gibt gültige Ordnungsformationen von Sätzen oder Gedanken an - simulativ (vorläufig würde ich Kripke gegen Lewis den Vorzug geben). Jetzt kann man Satzkonstellationen als Bausteine auffassen, die mit diversen Operatoren verknüpft werden und sehen, was passiert, wenn man sie mit semantischen Werten belegt. Obgleich dieselben Bausteine verwendet werden, ist p und q -> q logisch wahr, während die Umkehrung q -> p und q logisch nicht gültig ist. Die Ordnungsstruktur machts.

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Thema: concepts&models, orders, reasoning | Kommentare (0)

BESTIMMENDE URTEILSKRAFT

Thursday, 23. November 2006 12:15

“Bestimmende Urteilskraft” (Kant) muß deshalb systematisch eingeführt werden, weil man eine Begrifflichkeit für Akte benötigt, die das faktische Subsumieren erfaßt. Sonst könnten Aussagen wie “das ist ein Fall von Totschlag”, “das ist Mord” nicht formulier werden. Ein Fall wird unter einen Begriff gebracht. Nichts aufregendes eigentlich.
Man landet in einem infiniten Regress, wenn man dies Können als Regelkönnen auffaßt (man benötigt für jeden Fall einer Regelanwendung eine neue Regel, die die vorherige umfaßt). Da ein derartiger Regress als absurd gilt, folgt daraus via reductio, daß es sich nicht um ein Regelkönnen handeln kann.

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Thema: beliefs, concepts&models, reasoning, systematics | Kommentare (0)

TODESURSACHEN

Thursday, 23. November 2006 11:38

Wie absurd theologisches “Gedankengut” ist, kann man auch daran ermessen: man überlege sich die absurdesten Todesursachen für sich selbst. Ganz oben auf der Liste: von einem religiösen Eiferer umgelegt werden.

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Thema: analysis, polemics | Kommentare (0)

ERKLÄRUNGSUMKEHR?

Thursday, 23. November 2006 11:35

Für gewöhnlich bemißt sich die Erklärungsrichtung für ein Ereignis an dem, was man für “normal” hält. Jemand läuft - wie zuletzt - “Amok” und erschießt Leute. Sicher - das ist nicht alltäglich. Aber sollte man sich nicht eher fragen, warum dies Leute nicht häufiger tun? Schließlich lauern allerlei “Entzündlichkeiten” an jeder Straßenecke und in den Wirrungen des Sozialmorasts.

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Thema: analysis, society | Kommentare (0)

VERWALTUNGSDICHTE

Thursday, 23. November 2006 11:07

Man hört Leute unentwegt über die nichtssagenden Parolen und rhetorischen Tricks von Politikern schimpfen. Diese Taktiken sind aber schon längst im normalen Leben angelangt. Meine Vermutung: jede Verbaltätigkeit, die in einem kommunikativ und personal dichten Zusammenhang zustandekommt, nimmt im entwickelten Stadium die “diplomatische” Form an. Der Grund ist klar: ein Mehr an rhetorischem Aufwand für ein Weniger an sozialen Reibungsverlusten; den Aussagen muß etwas der Punch genommen und mögliche “Mißverständnisse” von vornherein vereitelt werden - Verwässerungen oder Trübungsstrategien bieten sich geradezu an. Wer sagt schon seinem Chef oder gar dem Kunden, was er von ihm hält; wer sagt schon seinem “Lebensgefährten”, daß er fett und häßlich geworden und selbst der Quartalskoitus zum Martyrium avanciert ist. Der allgemeine Verwaltungsaufwand steigt einfach - das ist ein strukturelles Phänomen.

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Thema: analysis, society, speech | Kommentare (0)

VERMESSUNGSKONTINUUM

Thursday, 23. November 2006 10:55

Worte - und nicht nur Zahlen - kann man als Mittel einer allgemeinen Vermessungstaktik auffassen. Wer etwas oder jemanden zu verstehen sucht, vermißt ihn - mit zugeordneten Wörtern und Sätzen. Es gibt keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen: “dieser Tisch ist 110 cm lang” und “Paul ist geizig”. Die semantische Struktur der Aussage ist natürlich verschieden - der Vermessungsgestus (Pragmatik) hingegen nicht.

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Thema: concepts&models, speech | Kommentare (0)