Beiträge vom November, 2006

Überzeugung und Wahrheit

Thursday, 23. November 2006 10:46

Der Überzeugungsbegriff hat einen herausgehobene Stellung, weil er sowohl in Handlungserklärungen (belief-desire-pairs) als auch in der Wissensdefinition (justified true belief +…) eine zentrale Stellung einnimmt. Sowohl praktische als auch theoretische Überlegungen sind auf ihn angewiesen.

Der Wahrheitsbegriff steht mit einem Bein in der Empirie (material wahre Sätze) mit dem anderen in der Semantik/Logik. Standardmäßig ist der Begriff der logischen Folgerung durch die Charakteristik des “Wahrheitstransfers” an den Wahrheits- oder Erfüllungsbegriff gekoppelt. In der Semantik ist der Begriff der “Wahrheitsbedingung” einschlägig: Wenn jemand die Bedeutung eines Satzes kennt, muß er auch die Bedingungen kennen, unter denen er wahr wäre.

Die beiden Begriffe sind also recht “verknüpfungsdicht”. Das ist ihr theoretisches Plus.

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Thema: beliefs, systematics, truth | Kommentare (0)

RATIONALITÄT

Thursday, 23. November 2006 10:36

Argumentative Rationalität hat diesen Sinn: im Sinne einer schonungslosen Offenlegungspflicht sämtliche Gründe auf den Tisch legen, die für die Stützung einer Aussage oder einer zukünftigen Handlungsweise relevant sind. Mittels Argumentation holt man die Begründungen, die oft nur enthymematisch anwesend sind an die Oberfläche. Daraus folgt aber nicht, daß die Institution “Diskutieren” einen besonderen Stellenwert hätte. Ganz im Gegenteil: sie muß die Unterform einer allgemeinen Handlungsrationalität sein.

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Thema: arguments | Kommentare (0)

FIXATION OF BELIEF

Thursday, 23. November 2006 9:12

Das übergeordnete Motto muß heißen: wie können Überzeugungen sinnvoll festgelegt werden. Der Peircesche Aufsatztitel trifft dies Ansinnen auf den Kopf.

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Thema: beliefs | Kommentare (0)

EIGENPERSPEKTIVE

Thursday, 23. November 2006 8:46

Eine gute Perspektive für die Handlungskoordination für sich selbst ist diese: man erachte den gesamten Handlungsraum als Objektraum inclusive anderer Personen. Dann ergibt sich die unterschiedliche Behandlungsweise von Steinen und Personen nicht von vornherein über falschen Humanismus, sondern über verschiedene Beschreibungs- und Erklärungstaktiken, um die Objekttypen “in den Griff zu bekommen”. Dennett läßt grüßen.

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Thema: concepts&models, methods, systematics | Kommentare (0)

PERSONALE VEKTOREN

Thursday, 23. November 2006 8:34

Wer etwas theoretische Soziologie oder Politikwissenschaft getrieben hat, der weiß von zwei vorgestellten \”Grundsituationen\”: entweder man geht von einem anfänglichen monolithischen Block ursprünglichen oder \”tribalen\” Einvernehmens\” aus (Durkheim,…) oder aber von konkurrierenden Ansprüchen individueller Personalatome. Es kann doch keinen Zweifel daran geben, daß die \”Hobbessche Variante\” (Nr.2) die richtige ist: Individuen, als Willensvektoren vorgestellt (nach Richtung und Stärke), die jederzeit kollidieren können. Das Einverständnis muß durch Zuführung von Energie entgegen andersgerichteter Kräfte erst hergestellt werden - mittels armseliger deliberativer Mittel, die Zeit kosten - oder per Druck.

Ergo: Gleichgeschaltete Individuen sind der parametrisierte Sonderfall von Nichtgleichgeschalteten, nicht andersherum.

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Thema: society | Kommentare (0)

PUT YOUR MONEY…

Thursday, 23. November 2006 7:54

Die Devise “put your money where your mouth is” ist eine sinnvolle Vorgehensweise zur Feststellung eines personalen Überzeugungsgrades. Gelingt die Analyse, so weiß man, ob jemand bereit wäre, gegebenenfalls “seinen Arsch auf etwas zu verwetten” oder überhaupt keinen Einsatz zu tätigen. Für die Wahrheit einer Proposition folgt aus dem Glaubensgrad aber nichts.

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Thema: beliefs, methods, truth | Kommentare (0)

SINNESTÄUSCHUNG

Sunday, 19. November 2006 23:01

Gehen wir von folgendem Fall ist aus: Jemand steht in der Wüste, lechzt nach Wasser und glaubt, eine naheliegende Oase zu sehen, die ihm durch Luftspiegelung vorgegaukelt wird. So weit ex post.

Es ist falsch, dies als typischen Fall einer “Sinnestäuschung” zu beschreiben. Er sieht ja, was er sieht. Falsch ist, was er aufgrund dessen, was er sieht, glaubt. Seine Überzeugung ist falsch.

Möglicherweise meinen ja Leute, die so reden das Wort “Sinnestäuschung” eben so: ein Überzeugungsirrtum. Das ist aber schon arg irreführend.

Meine weiterführende Vermutung: Gesehenes kann nie falsch sein; möglicherweise deshalb, weil es nicht propositional verfaßt ist (kein daß-Operator).

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Thema: beliefs | Kommentare (0)

“TÖLPEL”

Sunday, 19. November 2006 22:25

Manchmal wird so geredet, als hätten Aussagen, die sogenannte Bewertungsterme beherbergen, keinen Wahrheitswert. Ich glaube mit Davidson und Putnam, daß dies falsch ist.

Beispiel: Während einer Feier, bei der es eng zugeht, tritt mir jemand mehrmals auf den Fuß. Er entschuldigt sich nicht und frönt weiterhin seiner Unachtsamkeit. Irgendwann bezeichne ich ihn als Tölpel - offensichtlich eine Bewertung.

“Paul ist ein Taxifahrer” hat einen Wahrheitswert; “Paul ist ein Tölpel” eben auch - daran ändert der Bewertungscharakter überhaupt nichts. Putnam hat dies so begründet, daß “Paul ist ein Tölpel” Teil eines deduktiven Arguments sein kann - und das könnte es nicht, wenn es keinen Wahrheitswert hätte:

Alle Oberschwaben sind Tölpel; Paul ist Oberschwabe; ergo ist Paul ein Tölpel (deduktiv gültig; Allinstantiierung)

Übrigens glauben wir in der gleichen Weise an die Existenz von Tölpeln wie an die Existenz von Taxifahrern - und dabei spielt es keine Rolle, ob der eine Begriff klarer definiert oder “weniger subjektiv in der Zuschreibung” ist als der andere.

In der Mengentheorie habe ich in Lehrbüchern schon ähnliches gelesen; aber davon an anderer Stelle.

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Thema: reasoning, speech, truth | Kommentare (0)

EIGENLOB

Sunday, 19. November 2006 22:09

Der Volksmund sagt, Eigenlob stinke. Wenn das ein allquantifiziertes Konditional sein soll, dann ist es falsch. Urteile über sich selbst sind genauso wahr oder falsch wie sonstige Urteile. Wenn jemand ein guter Programmierer ist und mit dem Brustton der Überzeugung sagt: “Ich bin ein guter Programmierer”, dann sagt er etwas Wahres. Es ist die “overriding” social correctness, die unseren Proponenten dazu veranlaßt, Bescheideneres von sich zu geben. Vielleicht spricht ja die Statistik für den Volksmund.

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Thema: analysis | Kommentare (0)

VERZERRUNG

Sunday, 19. November 2006 15:20

Es gibt eine fatale Neigung (vor allem unter Philosophen und Psychologen), zur Verfügung stehende Mittel und Werkzeuge (”der Verstand”, “die Sprache”, “die Kategorien”) so aufzufassen, daß sie nicht den Zugang zu einer anvisierten Sache ermöglichen, sondern ihn durch “Projektion” versperren oder verzerren. In diesem Sinne verhindern es Messer und Gabel geradezu, das Schnitzel zu schneiden. Das ist albern.

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Thema: analysis, knowledge | Kommentare (0)