Beiträge vom December, 2006
Dec
31
Sunday, 31. December 2006 13:59
Wer in naturalistischer Sprechweise - sie hat sich bisweilen eingebürgert - Bewußtseinszustände direkt mit Ausdrücken wie “Endorphinausstoß” oder “Adrenalinausstoß” beschreibt, der redet um die Ecke und lebt riskant. Wir nehmen weder Adrenalin noch Endorphin wahr. Und es kann jederzeit herauskommen, daß es zwischen den einschlägigen Stoffen und bestimmten Zuständen keine nennenswerten gesetzesartigen Verbindungen gibt. Dem Milchsäurestatus beim “Muskelkater” ist so ergangen. Der Wasserentzugseffekt durch das Koffein des Kaffees ist inzwischen umstritten. Keine guten Zeiten für “Aufgeklärte”. Übrigens: wenn man ein Körpergefühl entwickelt hat, dann lauert man aufs Endorphin beim Joggen meist vergeblich.
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Thema: society, speech |
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Dec
31
Sunday, 31. December 2006 13:17
Kultur ist das Manual aller individuellen Mittel, den je eigenen Ehrgeiz nach außen so zu verkaufen, wie wenn er sozial motiviert wäre.
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Thema: society |
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Dec
31
Sunday, 31. December 2006 11:39
Dicke Gesamtdinge - ob es sich nun um Körper, Theorien, Handlungsentwürfe, Sprachverhalten, Musik oder sonst etwas dreht - sind nie schön. Für niemanden. Ich bezweifle, ob das auch jemals in der Vergangenheit so war. Kirchenmalereien oder Künstlerdarstellungen von “Badenden” beweisen nicht das Gegenteil: zu oft sind Gedankenlosigkeit, Leutseligkeit, ästhetische Boshaftigkeit oder Selbstrettungsversuche am Werk. Ferner: jeder, der etwas taugt, schaut auf die Verschlankung der Mittel, die er verwendet. Es wird also nichts helfen, wenn gesagt wird: der Zeitgeist sei ästhetisch deformiert.
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Thema: aesthetics |
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Dec
31
Sunday, 31. December 2006 10:42
Die Paraphrase der “Abduktion” als “Schluß auf die beste Erklärung” ist irreführend. Subjektiv durchwühlen wir für gewöhnlich nicht alle möglichen Erklärungen für einen Tatbestand (den maximalen Raum der Möglichkeiten kennen wir häufig nicht) und suchen dann die beste heraus. Objektiv wissen wir oft überhaupt nicht, ob es die beste ist. “Schluß auf eine plausible Erklärung” bildet den Vorgang besser ab.
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orientieren,
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Thema: reasoning |
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Dec
29
Friday, 29. December 2006 15:23
Korrespondenz und Kohärenz sind keine Wettbewerber einer Wahrheitstheorie. Sogenannte Kohärenztheorien beantworten die Frage, welche Kriterien man für die Wahrheit einer Aussage hat und wie das Kriterienbündel aussehen muß. Sie sagt nichts darüber, worin Wahrheit besteht.
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Thema: truth |
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Dec
29
Friday, 29. December 2006 15:18
Unser Problem, wann Überzeugungen wahr sind, liegt im “Gap” zwischen unseren Erfüllungskandidaten und den tatsächlichen Erfüllern unserer Hypothesen und Annahmen. Dieses Loch kann man nicht durch “footstamping” lösen. Der beste Kandidat ist doch immer noch: man sieht es. Was käme denn sonst in Frage?
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Thema: knowledge |
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Dec
29
Friday, 29. December 2006 15:06
Geflügeltes Wort unter Logikern: “One man`s modus ponens is another man`s modus tollens”. Die Situation liegt immer dann vor, wenn ein Proponent via korrektem Schließen auf eine Proposition kommt, die der Opponent ablehnt und im Umkehrschluß die Prämissen dafür verantwortlich macht. Das zeigt: an den materialen Wahrheiten ist uns gelegen (Urteilskraft), nicht am Schließen als solchem. Schlußprozeduren sind die Kanten zwischen Überzeugungsknoten.
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Thema: reasoning |
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Dec
29
Friday, 29. December 2006 15:00
Möchte man Instruktives über Ermittlungsverhalten aussagen (also nichts, was trivial, logisch wahr, selbstverständlich oder handlungstechnisch irrelevant ist), so muß systematisch eine ante rem Situation angenommen und durchgehalten werden. Sonst bescheißt man sich. Ich denke, daß eine Überblendung dieses Wissens durch ex-post-facto-Wissen noch häufiger ist, als man bis dato annimmt.
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ermitteln,
investieren,
kontrollieren,
planen,
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Thema: inquiry, reasoning |
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Dec
29
Friday, 29. December 2006 14:55
Das Schließen von Columbo und Sherlock Holmes erscheint uns häufig nur deshalb als “messerscharf”, weil wir als Beobachter des Filmes durch die Reihenfolge der Bilder Informationen mitgeteilt bekommen, die dem Ermittler gar nicht zur Verfügung stehen. Die Hypothesen, die Holmes aufgrund einer bestimmten Beobachtung macht, sind desöfteren geradezu “vogelwild”. So kommt er im “Hund von Baskerville” (Film) auf die richtige Spur, weil ein Schuh des anvisierten Opfers abhanden kommt. Dieser Schuh dient dem Mörder - wie sich später herausstellt - dazu, eine Hundebestie auf sein Opfer zu konditionieren. Holmes antizipiert das mit mithilfe von Weltwissen. Was für ein gewaltiger kreativer Sprung!
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Thema: reasoning |
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Dec
28
Thursday, 28. December 2006 12:07
Die hier vorgeführten Bemerkungen gehören nicht zu den Versuchen, die skeptische Lücke zwischen unseren begrifflichen Möglichkeiten und “der Welt” durch transzendentale Argumente zu schließen. Angenommen - was unwahrscheinlich ist - wir hätten irgendwann ein solches Argument: wäre damit gewährleistet, daß der Konstrukteur des Arguments auch über hochwertigere Verfahren verfügte, sich besonders geschickt in der Welt zu bewegen? Nein. Ich habe zu viele Leute gesehen, die in dieser Hinsicht Talent aufwiesen, sich im Vergleich zu “normalen Leuten” in ihren alltäglichen Verrichtugen aber kein Jota geschickter angestellt oder dahergeredet haben. Eher im Gegenteil.
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Thema: general |
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