Beiträge vom December, 2006

POLITIK

Wednesday, 27. December 2006 19:39

In der Politik zeigen sich uns die Varianten interessegeleiteten Verhaltens wie auf der Schaubühne. Öffentlich ist beobachtbar, wie zäh es zugeht, wenn diese Interessen, wenn sie greifen, zu Entscheidungen und Mehrheiten führen. Das ist kein Anlaß zur “Verdrossenheit”, sondern die schlichte Standardsituation, mit der schon immer zu rechnen war. Viel irreführender sind die Verhältnisse, in denen eine wie auch immer geartete “Übereinstimmung” zu herrschen scheint, die sofort kollabierte, wenn sie nicht per Druckmittel aller Art künstlich zusammengehalten würde.

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Thema: society | Kommentare (0)

RENTABILITÄT

Wednesday, 27. December 2006 19:27

Daß es für die Initiierung von Überlegungstätigkeiten einer Art ökonomischer Führung bedarf, erkennt man daran, daß kein rationaler Akteur in derlei Tätigkeit investiert, wenn die Chancen schlecht stehen, daß dabei etwas herauskommt. Denkt man in “terms of problem-solving” und führt eine Putnamsche Metainduktion über Erfolg und Durchschlagskraft wissenschaftlicher Tätigkeiten durch, so müßte so mancher Universitätsdozent sofort das Handtuch werfen - wenn er rational wäre. Es gibt aber auch einfachere Beispiele: wenn sich ein Tiger oder Hai in der Nähe befindet, so führt man besser keine behavoristischen Fallstudien durch - man macht sich vom Acker - egal, was einem Biologen so erzählen.

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Thema: economics | Kommentare (0)

OVERRULING

Wednesday, 27. December 2006 18:07

Wenn jemand etwas tut, das nicht zu seinen Worten paßt, muß es “overruling factors” geben. Ansonsten laufen wir Gefahr, sein Verhalten zu schnell als “irrational” zu qualifizieren. Eingangsbresche: entweder die Überzeugungen oder die Wünsche.

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Thema: inquiry, society | Kommentare (0)

Betriebsabrechnung

Wednesday, 27. December 2006 18:00

Wer die Schriften der maßgeblichen philosophischen Köpfe der letzten Jahrzehnte gelesen hat, dem wird aufgefallen sein, daß da immer häufiger - zumeist in stilistischer Absicht oder “by the way” betriebs- oder volkswirtschaftliche Konzepte eingestreut werden. Davidson redet ab und zu davon, eine Überlegung habe keinen “cash value”, Quine, Lewis und Goodman reden von “trade-offs”, Rescher ganz unverblümt von epistemischer “Kostenrechnung”. Man muß das nicht unbedingt metaphorisch lesen. Ich gehe hier sogar davon aus, daß eine Endform der Philosophie in einer “allgemeinen Betriebsrechnung” bestehen könnte. Dies konvergierte mit einer Beobachtung, die wir schließlich alle machen: die Ökonomisierung der Verhältnisse und die durchgehende Entscheidungsabhängigkeit von wirtschaftlichen Größen und Kennzahlen. Nichts spricht zunächst dagegen, hier die Vernunft selbst am Werk zu sehen - außer falscher Moralismus selbstverständlich.

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Thema: economics, general | Kommentare (0)

VERERBUNG

Wednesday, 27. December 2006 17:36

Jedes Urteil, jeder Formalismus, jedes Postulat, jede Heuristik, jede Gedankenfigur und jedes Prinzip ist automatisch Teil eines philosophischen Überzeugungskörpers. Der Träger kann nicht sagen, das treffe auf ihn nicht zu, schließlich sei er “Jurist”, “Betriebswirt”, “Ingenieur”, “Verwaltungsexperte”, “Angestellter” oder “Fernfahrer”.  Kompartimentierung läuft leer. Eine untaugliche Lösung vererbt sich aus dem Fach sofort in die allgemeinste Theorie der Lösungsverfahren. Es kann auch nicht sein, daß sich eine Lösung unter Berücksichtigung der relevanten Faktoren in der Betriebswirtschaft als tauglich herausstellt, in der Philosophie hingegen nicht - bei gleichen Bedingungen. Betriebswirtschaft oder Informatik sind dann einfach angewandte Philosophie. Ganz verwegen formuliert: Die “abstraktere Beschäftigung” unterscheidet sich von der “konkreteren” nicht durch verschiedene Objektbereiche, sondern durch den Parametrisierungsgrad: hier stehen Variablen, wo da Werte eingesetzt wurden.

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Thema: general | Kommentare (0)

PERSPEKTIVEN

Wednesday, 27. December 2006 13:02

Es stimmt, daß es unüberschaubar viele wahre Sätze gibt. Jede Sekunde kommen Sachverhalte hinzu, die man als wahre Sätze ausformulieren könnte. Der Umfang ist gewaltig. Man sollte sich nur nicht dazu verleiten lassen, zur Aussage überzugehen, jeder hätte seine eigene Wahrheit. Mit “innerer Perspektive” hat der Umfangszuwachs nämlich nichts zu tun.

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Thema: truth | Kommentare (0)

ERKLÄRUNGEN

Wednesday, 27. December 2006 12:07

Angenommen, jemand ginge logisch korrekt vor, hätte eine präzise Vorstellung von Erklärungsstrukturen, verfügte aber über keine bestimmende Urteilskraft. Diese Person würde immer Erklärungen suchen für Tatbestände, die nicht der Fall sind.

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Thema: reasoning | Kommentare (0)

ABSCHIRMUNG

Wednesday, 27. December 2006 11:53

Wenn man den Begriff der “Erfahrung” auffährt, um sich gegen Kritik abzuschirmen, dann sollte man sie auch in entsprechende Aussagen überführen können. Andernfalls ist der Begriff der “Erfahrung” ein rhetorisches Mittel.

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Thema: analysis | Kommentare (0)

INKONSEQUENZ

Tuesday, 26. December 2006 19:26

Wer Wein säuft, und Wasser predigt, ist inkonsequent. Wer unverträgliche Sätze im Überzeugungskörper beherbergt, ist inkonsistent. Wer inkonsequent ist, ist nicht notwenigerweise irrational. Es ist sogar häufig schlau, so zu agieren.

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Thema: reasoning | Kommentare (0)

REIHENFOLGE

Tuesday, 26. December 2006 19:20

Aus Gründen der Darstellungökonomie und -ästhetik drehen wir bei Präsentationen die Reihenfolge der Propositionen um 180 Grad in die “pyramidale Form”. Zuerst die Konklusion als These, dann die Prämissen. Die einschlägige Operation muß mitgedreht werden, sonst stützte die These die Prämissen.

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Thema: arguments, reasoning | Kommentare (0)