Beiträge vom January, 2007

Voraussetzungen

Wednesday, 31. January 2007 13:08

Man unterscheidet traditionell verschiedene Typen von Voraussetzungen: z.B. logische, empirische und transzendentale. Beispiel: Um einen Gedanken haben zu können, muß Sauerstoff in meiner Umgebung sein (empirische Notwendigkeit). Auf solche Bedingungen kommt man vermutlich durch Variation von vermuteten Faktoren. Logische Bedingungen: jemand fällt ein Urteil, liefert aber eine unvollständige Begründung; dann kann ich ihn darauf hinweisen, daß das Urteil nur dann triftig ist, wenn er weitere Prämissen annimmt (er muß sie annehmen). Transzendentale Bedingungen: Um einen Satz wie “Paul ist der Bruder von Erna” verstehen zu können, muß ich Eigennamen (singuläre Terme Paul, Erna) sowie (zweistellige) Relatoren (…ist der Bruder von…) verstanden haben. Kant sprach hier von Verstandesbegriffen und unterschied Qualität, Quantität, Relation und Modalität als “äußerste” Abstraktionen. Diese sollen Urteile oder den Sinn von Urteilen ermöglichen. Solche transzendentalen Voraussetzungen gewinnt man regressiv. Man stellt sich einen gelungenen, erfolgreichen, sinnvollen Akt des Urteilens vor und macht ein “backtracking” zu dessen abstraktesten, notwendigen Voraussetzungen. Deshalb der Ausdruck: transzendental = Bedingung der Möglichkeit von…

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Thema: reasoning | Kommentare (0)

Sachlichkeit

Wednesday, 31. January 2007 12:22

Eine sachliche Widerlegung ist nur erbracht, wenn sie nicht auf unterschiedlicher Terminologie beruht. Sachlichkeit hat Invariantencharakter (man redet über Dasselbe trotz unterschiedlicher Wörter) - wichtig ist nur die relationale Struktur zwischen den Elementen. Selbstverständlich kann man “wissen, daß p” so gebrauchen, wie andere “glauben, daß p” gebrauchen. Der begriffliche Unterschied kann aber nicht ausgelöscht werden, weil es nicht möglich ist, etwas zu wissen, ohne daß es wahr ist; glauben hingegen schon. Es scheint so zu sein, daß wir immer eine Abstraktionsstufe höher klettern (von Wörtern zu Begriffen, von Äußerungen zu Sätzen zu Propositionen; Äquivalenzklassen), um Gleichheit noch statuieren zu können.

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Thema: analysis, speech | Kommentare (0)

Charakter

Wednesday, 31. January 2007 11:51

Die Strategie, bei Verlust körperlicher Schönheit, diese nach “innen” zu verlagern und von “innerer Schönheit” oder “Charakter” zu sprechen, ist zum Scheitern verurteilt. Man macht nämlich keine weitere Aussage über Schönheit, sondern vollzieht einen kruden Themenwechsel. An solchen Aktionen sieht man besonders deutlich, wie geradezu unerträglich uns Einsichten werden können: dann biegen wir die Sachlage bis zur Unkenntlichkeit zurecht. Ist die selbstverordnete Gehirnwäsche dann vollständig, benimmt man sich auch einfacher Erklärungsmöglichkeiten, weshalb man für andere evtl. nicht akzeptabel ist.

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Thema: aesthetics | Kommentare (0)

Truth

Wednesday, 31. January 2007 11:26

Das Anwendungsgebiet des Wahrheitsbegriff hängt nicht von “innen” oder “außen” ab (psychologisch). Er überzieht die gesamte Denkdimension.

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Mittel

Wednesday, 31. January 2007 11:22

Der Unterschied zwischen uns und minderbegabten Kreaturen liegt weniger in den “desires” (Ficken, Fressen, Saufen, Scheißen, Schlafen…), sondern in unseren intelligenten Mitteln, diese zu befriedigen und zu kultivieren (Koital- und Masturbationstechniken, Kochkunst, Weinanbau, Hakle Feucht, Schlaftabletten). Schon deshalb sollte man vorsichtig sein, evolutionäre Anpassungen “nach unten” über die Bedürfnisdimension hinaus vorzunehmen.

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Thema: society, speech | Kommentare (0)

Unterscheidungen

Wednesday, 31. January 2007 11:11

Davidson hat desöfteren darauf hingewiesen, daß die Fähigkeit, Unterscheidungen zu machen, keine hinreichende Bedingungen für Denkfähigkeit ist. Thermometer und Sonnenblumen reagieren auch auf “differences”. Für ihn kommt Denken nicht mit “concepts” ins Spiel, sondern erst mit gedanklichen Satzgebilden (propositional thought). Erst dort kann man von “Irrtum” sprechen, wo man sinnvoll von “Wahrheit” sprechen kann. Begriffe oder Unterscheidungen können aber nicht wahr sein (”mein Auto ist wahr”), sondern nur vollständige Gedanken (”Mir ist schlecht”, “Paul ist Busfahrer”).

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Thema: beliefs, reasoning, truth | Kommentare (0)

Logik

Wednesday, 31. January 2007 10:32

Bei logischen Aufgaben muß immer schon gewährleistet sein, daß alle Informationen und Verfahrensweisen bereits zur Verfügung stehen, die dem Akteur das überlegende Weiterkommen ermöglichen. Es hätte nichts mit Logik zu tun, wenn ich jemandem eine Aufgabe stellte, er sie nicht lösen könnte, weil er dazu Informationen braucht, die er nicht hat oder haben kann. Das wäre witzlos. Was er leisten kann, ist: eben herausfinden, daß er die Zusatzinformationen notwendig braucht; dabei kommt eine merkwürdige modale Rede zum Tragen: “wenn ich das lösen möchte, dann muß ich das und das noch wissen”. Welches “müssen” ist das?

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Thema: reasoning | Kommentare (0)

Homogeneität

Wednesday, 31. January 2007 10:25

Es gibt Rationalitätsconstraints fürs Denken und Handeln. Der Akteur selbst speist sie durch sein Ziele, verfügbare Mittel und Ressourcen, Konsistenz- sowie Relevanzerwägungen ein. Das ist auch der Grund, weshalb Rationalitätsverstöße stets “Selbstverstöße” sind: Im Ernstfall versteht sich der Agent selbst nicht. Es macht keinen Sinn, wenn man z.B. logische und soziale Einschränkungstypen gegenüberstellt: es sind ja immer Gedanken über Berechnungen oder über soziale Tatbestände, die der Akteur in seinen Kalkül einfließen läßt, nicht die “Frontalwirkung” dieser “Umstände” als solche. Dieses Denken verläuft immer konditional: “Wenn ich verhindern möchte, daß mein Chef…, dann sollte ich…”.

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Thema: reasoning | Kommentare (0)

Korridor

Wednesday, 31. January 2007 10:15

Bei Denkhandlungen bewegt man sich stets innerhalb eines Rationalitäts- und Wahrheitskorridors. Die Constraints “rechts und links” begrenzen das Feld der Möglichkeiten wie Leitplanken beim Autofahren.

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Klassifizierung

Wednesday, 31. January 2007 10:09

Klassifierungen von Objektbereichen in Mengen sollten immer disjunkt und exhaustiv sein. Sind sie es nicht, dann ist in der Regel der Unterscheidungsgesichtspunkt (tertium comparationis) unter der Hand ausgetauscht worden. So kommt es zu unliebsamen “Überlappungen”.

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