Beiträge vom April, 2007

Umformung

Saturday, 28. April 2007 13:40

Nicht wenige Problemstellungen lassen sich pragmatisch-operativ umformen. Angenommen, A lobt B. Eine Umformung dieser Art ist: ist B als Vorbild einer Erziehungsmaßnahme für Kinder geeignet?

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Thema: analysis, concepts&models, methods | Kommentare (0)

Naturalismen

Friday, 27. April 2007 14:03

Angenommen, jemand anders hat bei Handlungs- und Orientierungsentscheidungen meinerseits immer eine naturalistische Parallelgeschichte parat: er redet von meinen Hormonen, Synapsen, biochemischen Vorgängen, Adrenalin usw., die meinem Tun ständig zugrundeliegen (tokens). Welche Rolle spielt diese Rede für meine Entscheidung selbst (man denke an eine Wahlentscheidung, z.B. Berufswahl)? Antwort: Keine, nicht einmal bei Handlungsentscheidungen, die selbst auf die Manipuliation meiner körperlichen Zustände gerichtet sind (z.B. wenn ich vorhabe, Vitaminpillen, Wasser oder Joghurts zu mir zu nehmen, weil ich meine Fitness beeinflussen möchte). So könnte er meinen erschlafften körperlichen Zustand bemerken, dies mit Unterzuckerung in Zusammenhang bringen und mir raten, einen Schokoriegel einzuschmeißen. Oder er könnte mir empfehlen, während des Marathons fleißig zu trinken und auch mal eine Banane zu essen. Die Vernünftigkeit dieser Maßnahmen hängt zwar vom Wissen über körperliche Zustände ab, aber nicht von den körperlichen Zuständen selbst. Epistemischer Kontrast.

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Thema: analysis, speech | Kommentare (0)

Dreisatz

Monday, 23. April 2007 17:20

Manchmal wird so geredet, wie wenn alle Bestandteile eines zu lösenden Dreisatzes logischer Natur wären. Das ist falsch. Nehmen wir den umgekehrten Dreisatzes, wie lange 5 Schreiner zur Herstellung von 10 Tischen benötigen, wenn 1 Schreiner für 10 Tische 30 Stunden benötigt. Die Information, daß mehr Leute weniger Zeit benötigen, ist empirisch. Daran ändert auch der Umstand nichts, daß wir das für gewöhnlich alle wissen.

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Thema: analysis, inquiry, reasoning | Kommentare (0)

Lösung

Monday, 23. April 2007 13:54

Jede Lösung eines Problems ist eine technische Lösung. Der Gegenstandsbereich spielt keine Rolle. Dies hängt damit zusammen, daß in jeder Situation “irgendwie” (Modus) gehandelt werden muß. Der bewußt-operative Umgang ist dann technisch zu nennen.

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Thema: methods, technics | Kommentare (0)

Probleme

Sunday, 22. April 2007 11:09

Probleme sind Aufgaben, die sich einem stellen. Im Grunde gibt es nur konstruktive Aufgaben; man benötigt sogenannte “Analysen” als eigene Kategorie nicht. Analysen sind konstruktive Aufgaben, bei der ein Zusammenhang nach einem bestimmten Gesichtspunkt geordnet wird. Dazu muß Hand angelegt und müssen Methoden gebraucht werden. Alles Konstruktionsleistungen. Daraus folgt aber nicht, daß die Ergebnisse “virtuell” wären. Konstruktionen färben nicht auf die Produkte ab. Darin besteht unser Realismus.

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Thema: analysis, concepts&models | Kommentare (0)

Charisma

Thursday, 19. April 2007 11:35

Bezogen auf die heutige wissensbezogene Großwetterlage ist der Begriff des Charismatikers ebenso albern wie der des Wunders. Beide deuten eigentlich nur an, daß bestimmte Eigenschaften einer Person oder eines Objekts bisher nicht gut erklärt werden konnten. Bisher. Wir kennen einfach zu viele Leute, bei denen eine Verschiebung des Arbeitsspektrums zu sichtbarer Hilflosigkeit führen würde. Von Souveräneität und Charisma bliebe da nicht mehr viel übrig, zumal der Begriff des Charismatikers auf Personenteile eigentlich nicht sinnvoll anwendbar ist.

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Thema: concepts&models, society | Kommentare (0)

Autosuggestion

Wednesday, 18. April 2007 19:49

Es gibt heute eine beliebte und häufig weiterempfohlene, suggestive Selbsttechnik, die da lautet: wer sagt, wer er ist, hört auf, seine Entwicklung voranzutreiben. Demnach wird anempfohlen, ständig den eigenen Einpeitscher zu mimen, den eigenen Schaum vor dem Mund zu produzieren. Ist das eine mögliche Maxime eines vernünftigen Menschen? Ist nicht allzu klar, daß der Körper dies früher oder später heimzahlt und der Verdacht fehlenden Talents dadurch schlicht übergangen wird? Zu dieser Gruppe von Techniken zählt auch eine kategorische kausale Selbstzuschreibung unliebsamer Ereignisse sowie ein radikales Herunterregulieren eigener Ansprüche an die Umwelt.

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Thema: analysis, society, technics | Kommentare (0)

Orientierung

Wednesday, 18. April 2007 18:04

Als Wittgenstein in seinen “Philosophischen Untersuchungen” einst schrieb, philosophische Fragen hätten die Form “ich kenne mich nicht aus”, so dürfte er nicht einen Geisteszustand der Verwirrtheit im Auge gehabt haben (das wäre die psychologische Lesart). Man findet Denker in diesem Zustand eher selten vor. Er meinte wohl eher: diese und jene Überzeugungszusammenhänge bekomme ich nicht zusammen. Es gelingt mir nicht, mir darauf einen Reim zu machen, der mit anderen Versatzstücken ein systematisches Ganzes bildet. Die Aufgabe, “sich im Denken zu orientieren” (Kant) weist Bruchstellen auf. Es werden “aporetische Cluster” (Rescher) sichtbar. Für jemanden, der sich für Systematik nicht interessiert, sondern gerne mit Patchwork lebt, stellt das freilich keine Bedrohung dar. Leider.

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Thema: analysis, concepts&models, systematics | Kommentare (0)

Selbständiger

Monday, 16. April 2007 17:21

Die Idee eines vollständigen Unternehmers sieht eine Person vor, die sämtliche geschäfts- und erwerbsrelevanten Parameter mit Werten bestückt. Er betreibt alles selbst vom Einkauf bis zur Werbung. Maximaler Freiheitsgrad. Skaliert man diese Bereiche seines Tuns, so kann es sein, daß er einige Felder mit dem Wert 0 aufweist (er kümmert sich um bestimmte Dinge nicht oder delegiert). Das rührt aber nicht daher, daß er sich von bestimmten Aufgaben von vornherein entlastet sieht (wie bei Angestellten, Beamten u.dgl.). Bei ihm gilt: jeder Fehltritt kann sich beim Geschäftserfolg auswirken. Er lebt “in der Entscheidung”, denn man muß sich ihn als jemanden vorstellen, der alles wählt. Ein “Unterbewußtsein” oder “Unbewußtsein” gibt es aus methodologischen Gründen bei ihm nicht. Ob es eine derartige Person realiter gibt oder geben kann, ist genauso unerheblich wie die Frage, ob “vollständig informierte Marktagenten” gibt oder geben kann.

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Thema: economics, ecosophia | Kommentare (0)

Gefühlselimination

Monday, 16. April 2007 13:45

Man findet viele Definitionen, bei denen Vernünfigkeit mit der Ausschaltung der Emotionen verbunden wird. Demnach würde jemand unvernünftig handeln, bei dem Emotionen oder Befindlichkeiten überhaupt irgendeine Rolle spielen. Das ist irreführend - fehlende Präzision. Überlegen sollte in der Tat kühl sein. Das schließt aber nicht aus, daß Befindlichkeiten oder Emotionen als Gegenstand der Überlegungen - als Kalkulationsfaktor - jederzeit einfließen dürfen.

Beispiel:
Jemand sitzt schon tagelang an einer Arbeit und kommt nicht so recht weiter. Er bemerkt bei sich eine gewisse Lustlosigkeit und Verödung der Einfälle. Er entschließt sich daraufhin, die Arbeit liegenzulassen, drei Tage wegzufahren und den “Akku” wieder aufzuladen. Hier wurde eine Befindlichkeit geortet, ein Kausalzusammenhang statuiert und eine Entscheidung mit Präferenzen getroffen.
Geht es nach der “Kur” besser, wird man schlecht sagen können, der Agent habe unvernünftig gehandelt (falls - all things considered - nichts anderes dagegensprach).

Die Formel der Elimination des Emotionalen durch Vernünftigkeit ist also konfus. Nur die Denkakte beim Überlegen in Überzeugungs- und Handlungsfragen selbst müssen emotionsfrei sein.

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Thema: analysis, methods, reasoning | Kommentare (0)