Beiträge vom May, 2007
May
28
Monday, 28. May 2007 12:18
…of the many individual events that are risings of my arm, some are cases of my raising my arm; and none of the cases of my raising my arm are events that include more than my arm going up. Nothing is added to the event itself that makes it into an action. Why should we think otherwise? No one believes something must be added to a tree to make it an oak.
Donald Davidson: Problems in the explanation of action
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May
23
Wednesday, 23. May 2007 14:34
Gehen wir von einem transzendenten Wahrheitsbegriff aus. Dieser Begriff sieht es vor, daß zwischen unseren Nachweismöglichkeiten und dem, was der Fall ist, zumeist ein unaufhebbare Restlücke klafft. Das heißt nicht: wir kommen an die Wahrheit nie ran (nicht dieser Sinn von transzendent), sondern: lückenlose Aufklärung bleibt falsifizierungsfähig.
Ein Beispiel: Vielen, die selbst Sport getrieben haben, kamen die Leistungen der Radfahrer schon immer etwas spanisch weil überirdisch vor. Anfangsverdacht. Wenn jetzt einzelne Sportler sagen, sie hätten Epo zu sich genommen, verdichtet sich dieser Verdacht. Diese Leute könnten natürlich auch (bewußt) etwas Falsches sagen. Zusätzlich Indizien könnten aber die Nachweislage stärken. Wir alle würden sagen: Epo wurde genommen oder nicht. Das ist mit Wahrheit gemeint. Begründungstechnisch kann man die Lücke aber nicht ohne weiteres schließen. Die beste Situation ist und bleibt: es selbst beobachtet haben.
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Thema: arguments, beliefs, inquiry, truth |
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May
23
Wednesday, 23. May 2007 13:42
Die Verlinkungskultur der Blogosphäre verläuft analog den sonstigen sozialen Mechanismen. Derjenige, auf den die meisten Links “zeigen”, nimmt die höchste Popularität ein. Das Ironische dabei: angenommen, jemand schreibt Beiträge, auf die viele andere widersprechend Bezug nehmen. Dann steigt dessen Popularität trotzdem. Wäre das System wirklich “semantisch” (und nicht syntaktisch), dann müßte es Minuspunkte für ihn geben.
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Thema: general |
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May
22
Tuesday, 22. May 2007 13:17
Die Redeweise der “Reduktion von Komplexität”, wie sie im Anschluß an Luhmann gerne zitiert wird - mittlerweile Teil des gehobenen Sprachgebrauchs - leistet nicht viel. Eine eingebaute Kontingenz- und Selbstrelativierungsformel, die auf den Eigensinn eines Systems bezogen wird und pragmatisch leerläuft (denn eine Entscheidung wird aufgrund dessen getroffen, was man eben gerade weiß). Falsifiziert oder entwertet sie automatisch das, was ich denke? Nein. Es ist eben Soziologie.
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Thema: analysis, beliefs, concepts&models |
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May
21
Monday, 21. May 2007 10:31
Um die Aussagen anderer Personen zu verstehen ist es nicht notwendig, daß man dieselben Wörter verwendet. Ansonsten wäre das Verstehen einer Fremdsprache nicht möglich. Das Verstehen (im linguistischen Sinn) beruht auf etwas schwächerem: auf dem Umstand, daß Wörter auf andere Wörter “gemappt” werden. Save the structure and you save all. Deswegen ist es etwas mißverständlich, zu sagen, man verstehe sich gut, weil “man dieselbe Sprache spricht”. Nur eine Person garantiert ein “homophones Übersetzungsmanual”: man selbst.
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Thema: inquiry, methods, speech |
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May
21
Monday, 21. May 2007 10:08
Eine erwachsene Person setzt sich in einen Bus. Die Kontrolle kommt und stellt fest, daß sie keinen gültigen Fahrausweis hat. Sie daraufhin: “Ich wußte nicht, daß man so etwas braucht”. Warum nimmt man ihm das nicht ab? Man würde sagen: es kann nicht sein, daß man das nicht weiß, ergo war das absichtlich und ein Fall von Leistungserschleichung.
Wenn ein “Fehler”, den jemand begeht, “zu drastisch” ist, dann interpretieren wir für gewöhnlich sein Verhalten als absichtliches oder strategisches um. Das machen wir bei Komikern auch. Das rationalitätserhaltende principle of charity gilt also nicht nur für Sprechhandlungen.
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Thema: beliefs, reasoning, speech |
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May
21
Monday, 21. May 2007 9:52
Man ist geneigt, eine Person P, die im Rahmen ihrer Überzeugungen und Präferenzen folgerichtig handelt, als rational einzustufen. Sie handelt konsequent innerhalb “ihres Systems”. Was aber, wenn gezeigt werden kann, daß sie sich die ein oder andere Überzeugung “schlampig” angeeignet hat oder an nahe liegender Stelle eigentlich hätte “nachhaken” müssen? Dann ist der Vorgang der Überzeugungsfestlegung nicht richtig abgelaufen - selbst dann, wenn die Überzeugung zutrifft. Sollte man jetzt dazu übergehen, rational durch nicht-rational oder andere privative Ausdrücke (irrational dürfte zu stark sein) zu ersetzen? Radikalisiert man das weiter, so wäre nur der rational, der wasserdichte Überzeugungen hat. Wahrheit wäre dann eine notwendige Bedingung für Rationalität, weil es keinen Haltepunkt für den Abbruch der Ermittlungsform gäbe.
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May
20
Sunday, 20. May 2007 12:55
Man kann nur die Position einer Person kritisieren. Allerdings kann nur die Person eine Revisionstätigkeit lancieren.
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May
20
Sunday, 20. May 2007 12:55
Daß wir nichts verändern können, kann natürlich nicht wörtlich genommen werden. Seit meinem Aufstehen heute habe ich sehr viele Dinge getan, die den Zustandsraum um mich herum verändert haben. Die Zahnbürste hat sich nocht etwas mehr abgenutzt, im Marmeladenglas ist weniger drin, ich habe ein Buch ein eine andere Ecke gelegt. Vielleicht stolpere ich demnächst über dieses Buch und ziehe mir eine Verletzung zu. Der Umgang mit anderen Personen ist eine schlichte Fortsetzung dieses “Beeinflussungskontinuums”. Dazu gehört die Verdeckung dieses eigensinnigen Verhaltens durch Aufforderung zur Authentizität im übrigen auch. Wenn man dies weiß und anderen derartiges Verhalten auch zuschreibt, bleibt wenig Raum für Skrupel.
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Thema: society |
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May
20
Sunday, 20. May 2007 12:55
Die Unterscheidung zwischen einer Begründung und einer Rechtfertigung: der Pfaffe fragt den Dieb: “Weshalb sind Sie nur in das Juweliergeschäft eingestiegen?” Der Dieb: “ich wollte es ausrauben”. Das ist nicht das, was der Pfaffe hören wollte; er wollte eine Rechtfertigung.
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Thema: analysis |
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