Beiträge vom June, 2007

Argumentum

Thursday, 28. June 2007 3:31

Es ist eine gewaltige Ironie, daß das Verfahren der “Diskussion” unser Urteilvermögen eher schwächt als stärkt. Daraufhin sagt man oft entnervt und schulterzuckend: “Das ist schwierig”. Der Dschungel der sogenannten “Sichtweisen” oder “Perspektiven” erscheint undurchdringlich und letztendlich wartet immer der Dezisionismus dahinter. In Tatsachenfragen (was ist der Fall) im Gegensatz zu praktischen Fragen (was ist zu tun) wissen wir aber a priori, daß irgendwas der Fall sein muß. Deshalb liegt es hier ja auch nahe, mit Platon die Verirrung in den rhetorischen Elementen tendenziösen Diskussionsverhaltens zu erblicken. Sie verstellen uns nicht selten den Weg.

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Thema: analysis, arguments, knowledge, reasoning | Kommentare (0)

Vernetztes Denken

Thursday, 28. June 2007 2:25

Manchmal wird gesagt, je vernetzter Denken ist, desto besser. Frauen nehmen das gerne im Rückgriff auf “cerebrale Forschungsresultate” für sich in Anspruch. Was aber soll das heißen? Sinnvoll kann es nur heißen, daß entlang von bekannten Parameterwerten eine gedankliche Bahn gelegt wird, die alle Parameter berücksichtigt bzw. erfüllt. Eigentlich ein alter Hut. Man kann auch nicht sagen: je mehr Dimensionen, desto besser, weil manche Dimensionen ja gar nicht relevant sind (das am meisten vernetzte Denken würde nicht weniger als das gesamte Universum in einer symbolischen Darstellung umfassen). Die Kunst besteht deshalb nicht in dieser Entgrenzung, sondern in der Isolierung der relevanten Größen. Sie könnte durchaus auf eine einzige Größe als unabhängige Variabele zusammenschnurren.

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Thema: analysis, concepts&models, inquiry, reasoning | Kommentare (0)

Aestheten

Thursday, 28. June 2007 2:11

Ein Pragmatiker bezieht Gedankengänge immer auf mögliche Handlungen (siehe Peirce). So wird es ihm nicht reichen, wenn eine Person von sich selbst sagt, sie sei eine Ästhetin. Sie wird es erst, wenn sie bei ihren faktischen Handlungen ästhetische Bewertungen höher ansetzt als andere. D.h.: wenn eine Person A eine unattraktive Person B heiratet, dann kann A kein Ästhet sein, weil das “overruling” nicht greift. Natürlich wird sie sich zu helfen wissen, indem sie Geschmack privatisiert.

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Thema: aesthetics, analysis, beliefs, motives, reasoning | Kommentare (0)

Konstruktionen

Wednesday, 27. June 2007 16:59

In theoretischer Sprechweise ist heute oft von der konstruierten Wirklichkeit durch unsere Gedanken die Rede. Macht man ernst, dann macht diese Überlegung die Wirklichkeit unerkennbar. Man kennt das vom radikalen Konstruktivismus oder von Nietzsche. Es gibt aber eine andere, sinnvolle Rede von Konstruktionen durch Gedankenbildung, die man z.B. in der Geometrie vorgeführt findet. Um ein Problem zu lösen (z.B. die Länge der Seite eines Dreiecks auszurechnen) konstruiert man Hilfsgrößen (z.B. orthogonal die Höhe über einer Seite zum gegenüberliegenden Winkel), sodaß man den Pythagoras anwenden kann (der nur für rechtwinklige Dreiecke gilt). Mittels dieser Konstruktion - an der nichts nebulös ist - kann dann das Problem gelöst werden. Diesen Status müssen kreative, intelligente Leistungen haben. Hier bleibt nichts vom “nur projektiven”, “imprägnierenden” oder “künstlichen” Charakter unserer Verfahren übrig.

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Thema: analysis, concepts&models, knowledge | Kommentare (0)

Querdenker

Monday, 25. June 2007 18:52

Gedanken respektive Gedankengänge können sinnvoll, klug, clever, vernünftig, zutreffend, effizient, folgerichtig, gut begründet oder wahr sein. Die Kategorie des Querdenkers wird solange in der Luft hängen, wie sie nicht in derartige Formen eingebettet werden kann. Nur etwas “anderes” zu sagen ist keine große Kunst, gedanklich abgestützter Strukturaufbau schon.

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Thema: analysis, beliefs, concepts&models, reasoning, systematics, truth | Kommentare (0)

Talente

Tuesday, 19. June 2007 23:53

Von einer rationalen Person darf man erwarten, daß sie gegebenenfalls gegen ihre eigenen Talente (z.B. rhetorisches Talent) zu Felde zieht. Wenn sie das nicht kann, dann ist sie einfach nur befangen, “zieht ihr Ding durch” und wird sich durch die besten Aufweise gegen die Art ihrer Tätigkeit nicht aufhalten lassen. So etwas trifft man heute häufig an. Kein Zweifel am Wert des eigenen Talents. Ganz im Gegenteil: man beurteilt dies als anormale “Gebremstheit”.

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Thema: analysis | Kommentare (0)

Erklärung und Begründung

Tuesday, 19. June 2007 23:13

Heute abend bei Maischberger. Wieder kommt ein Rationalitätskalkül zusammen mit einer empirischen Erklärung daher. Jemand sagt, der Gottesglaube sei auf eine Schädigung des Hirnlappens zurückzuführen. Dies kann die Unvernünftigkeit der Gottesannahme nur erläutern. Daß es aber unvernünftig ist, das regelt nicht diese Hypothese, sondern die Gesamtheit der beobachtbaren Tatsachen, die einen solchen Glauben nicht gerade nahelegen. Die Hypothese sagt etwas über das Zustandekommen der Unvernünftigkeit aus, nichts hingegen über die Unvernünftigkeit selbst. Genesis und Geltung.

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Thema: analysis, arguments, beliefs, reasoning | Kommentare (0)

Brille

Monday, 18. June 2007 18:56

Wenn man von den Mitteln, die man zur Verfügung hat, um Dinge zu beschreiben, zu erklären, zu modellieren usw. s o redet, als handele es sich um Brillen (Verstandesbegriffe, sprachliche Muster), “durch die man hindurchschaut”, dann hat man schon den entscheidenden Fehler gemacht. Denn dann ist jede systematische Vorstellung von grundsätzlichem, systematischem Irrtum mit allerlei “Blickwinkeln”, “Perspektiven” oder “Aberrationen” möglich geworden (die Brille kann zerkratzt, beschlagen oder falsch eingestellt sein). Besser ist es, in Begriffen von Messern und Gabeln zu denken, die wir gebrauchen.

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Thema: analysis, concepts&models, reasoning, words | Kommentare (0)

Kommentare

Sunday, 17. June 2007 8:39

Angenommen, zwei Gruppen streiten sich darüber, ob “Verkaufen Kunst” oder “Verkaufen Handwerk” ist. Pragmatisch gesehen ist dieser Streit bedeutungslos. Stellen wir uns dazu einen erfolglosen Verkäufer vor. Ändert sich seine Erfolglosigkeit dadurch, indem er vom Kommentar “…ist Kunst” auf “…ist Handwerk” switcht? Nein. Mutatis mutandis für den erfolgreichen Verkäufer.

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Thema: analysis, economics, ecosophia | Kommentare (0)

Gedanken

Sunday, 17. June 2007 7:51

Gedanken sind Äquivalenzklassen von Äußerungen (die Menge der Äußerungen, die denselben Sinn haben und deshalb gegeneinander ausgetauscht werden können).

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