Beiträge vom June, 2007

Folgern

Sunday, 17. June 2007 7:43

Jeder Satz ist als deduktive Folgerung anderer Sätze d a r s t e l l b a r. Deswegen kann man nicht sagen, es gebe den Bereich des Logischen und den Bereich des Nichtlogischen. Wir können mit Wittgenstein 1 sagen: was sich außerhalb der Logik bewegt, ist uns gar nicht verständlich und kein Kandidat für einen möglichen Gedanken.

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Thema: arguments, concepts&models, orders, reasoning | Kommentare (0)

Definitionsprobleme

Sunday, 17. June 2007 7:33

Immer mal wieder bekommt man von Personen zu hören, bestimmte Wörter ließen sich nicht definieren. Ganz beliebt: Kunst, Liebe. Wird manchmal so gebraucht, um sich beim weiblichen Geschlecht einzuschmeicheln, das häufig das “ailleurs” (Mme Bovary) schätzt. Dabei kann es prinzipielle Definitionsprobleme gar nicht geben. Definitionen sind einfach nur Festlegungen des Wortgebrauchs und haben nicht die aristotelische Funktion, das “Wesen der Sache” anzugeben. Definitionen sollten adäquat sein (nicht: zutreffend) im Sinne einer Arbeitsdefinition. Werden mehrere Definitionen gemacht, wird mit Fallunterscheidungen gearbeitet, indem man sagt: “Gemäß Deiner Definition ist das ein y”, “gemäß der Definition von Herrn Müller ist es kein y”. Es sind tragende Elemente eines Gedankenzusammenhangs. Und ob sie in der Gesamtheit tragen ist entscheidend, nicht ob sie zutreffen.

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Thema: analysis, reasoning, speech | Kommentare (11)

Etymologie

Sunday, 17. June 2007 7:15

In einer Diskussion über die “Postmoderne” bohrte jüngst eine Person in Richtung Etymologie nach.  Hat das Wort “Moderne” dieselbe sprachliche Wurzel wie “Mode”? Komischerweise halten nicht wenige solche Nachfragen für “interessant”. So etwas kommt nicht selten vor - es trägt das Odium gebildeter Unterhaltung. Abgrenzungsdiskurse. Dabei hängt keine wesentliche Frage an deren Beantwortung, bestenfalls die Lösung eines Kreuzworträtsels. Hier gewinnt eine Formel der Philosophie der normalen Sprache Land: meaning is use. Wenn man sich über den Gebrauch eines Wortes nicht einigen mag, dann hilft es auch nichts, in der Zeitschiene nach hinten zu gehen. Eine Art Übersprungshandlung.

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Thema: speech | Kommentare (0)

Muessen

Saturday, 16. June 2007 13:10

“Müssen” ist ein interessanter Modalausdruck. Wenn ihn jemand blind oder schematisch als Ausdruck einer Notwendigkeit liest, dann macht er Fehler. Stellen wir uns zum Beispiel eine Person vor, die zum Bahnhof fährt, um jemanden abzuholen, der sich angekündigt hat. Als der Zug ankommt, sitzt der Gast nicht drin. Unser Abholer sagt nun: “Er muß den Zug verpaßt haben”. Von müssen kann hier keine Rede sein, denn es gibt mehrere Möglichkeiten, warum er nicht im Zug sitzt. Es handelt sich um eine Hypothese.

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Thema: analysis, reasoning, speech | Kommentare (0)

Schlagfertigkeit

Saturday, 16. June 2007 11:25

Wenn man jemanden eloquent oder schlagfertig nennt, so heißt das in unserem Modell: er kann zeitnah verbal bezahlen oder “zurückzahlen”. Die Währung ist das Wort.

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Thema: ecosophia, speech | Kommentare (0)

Anlagevermoegen

Saturday, 16. June 2007 11:11

Buchungstechnisch beschreiben die Anlagen und Verhaltenstendenzen einer Person dessen Anlagevermögen. Es formuliert die Kontenwerte für dessen “Betriebsbereitschaft”; wie beim Original der Buchführung (Inventar, Bilanz: Aktivaseite) kann dieses Vermögen nach “Flüssigkeit” angeordnet werden, nämlich nach der Fähigkeit, es in liquide Zahlungsmittel umzuwandeln. Nur so kann ja wieder bezahlt werden.

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Thema: ecosophia | Kommentare (0)

Kernbereich

Saturday, 16. June 2007 11:00

Jeder beherbergt einen formulierbaren Kernbereich dessen, was als Repertoire an Überlegungstypen, Prinzipien, Heuristiken und sonstigen Techniken vertreten wird. Dieser Kernbereich ist vollkommen humorlos: es gibt darin keine Ironie, keine Scherze, keine Bonmots, Gedankenverkürzungen oder vermeidbaren Tropengebrauch. Die Domäne des philosophischen Buchhalters. Wie das anderen gegenüber vertreten wird, ist selbst wiederum ein taktische Frage und gehört zum Gebrauch. Der taktische Satz selbst muß aber auch im Inventar aufgeführt sein.

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Thema: beliefs, economics, methods, technics | Kommentare (0)

Theorie und Praxis (5)

Friday, 15. June 2007 19:59

Manchmal ist die Unterscheidung zwischen Theorie und Praxis ganz einfach: der “Theoretiker” erzählt Dinge, die “irgendwie eine Rolle spielen”, für die Lösung eines Problems aber irrelevant sind. Eine Art Themenverfehlung - Überflüssiges wird geäußert.

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Thema: analysis, reasoning | Kommentare (0)

Theorie und Praxis (4)

Friday, 15. June 2007 19:56

Wenn “Theorie” als Erklärungsleistung aufgefaßt wird (die Überlegung “erklärt” einen Tatbestand), dann taucht die Theorie/Praxis - Unterscheidung gar nicht auf. Es sei denn, man möchte sagen: “Eine mögliche oder zutreffende Erklärung, bringt mir aber nichts in meiner jetzigen Situation” (der Agent hat vielleicht keinen aktuellen Zugriff auf gewisse Bestimmungsgrößen).

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Thema: analysis, reasoning | Kommentare (0)

Theorie und Praxis (3)

Friday, 15. June 2007 19:34

Mit der Unterscheidung von Theorie und Praxis ist manchmal aber auch dies gemeint: von einer Menge von Möglichkeiten ist nur die eine oder andere realisiert. Die anderen kommen “praktisch nicht vor”.

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