Beiträge vom October, 2007

Kapselung

Sunday, 21. October 2007 18:46

Zur Exekution rationalen Verhaltens gehört auch die Verdeckung (Kapselung) dieser Disposition im sozialen Raum (”Verkauf”). Es wäre ja merkwürdig, wenn es gleichsam als Hobby betrieben würde und nicht bis zur Performance hinreichte; denn es ist ja immer klug, sich als “irgendwie” darzustellen (und man stellt sich immer in einem bestimmten Modus vor). Im Umkehrschluss heißt dies: wer Ratschläge gibt oder lehrt, expliziert seine tatsächlichen Überzeugungen, Prinzipien und Wünsche, wenn er selbst nicht danach handelt. Es ist dann nur eine Frage des Nachforschens und Schließens, wie seine “Topologie” beschaffen ist. Es kommt zu einem Bruch im Rationalitätsmuster. Insofern ist jede Handlungssituation “full-blooded”.

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Thema: analysis, ecosophia, inquiry, motives, society | Kommentare (0)

Coolness

Saturday, 20. October 2007 0:41

Auch wenn man vom undifferenzierten einstelligen Prädikat “x ist cool” - angewendet auf Personen  - absieht (im Sinne von “gefällt mir”, “finde ich gut”), so bleibt ein heute doch recht verdrehter Sprachgebrauch übrig. So ernten Personen häufig dies Attribut, obwohl sie als angebliche Träger der Coolness stark abhängig von sozialer Anerkennung sind. Cool zu sein heißt notwendig, unabhängig und souverän zu sein gegenüber sozialer Anerkennung, gepaart mit ständig mitlaufender Restdistanz und der Verfolgung eines konsequenten, begründbaren Lebensstil mit liderlich-ironischem Einschlag. Es ist genau das, was uns an bestimmten Filmfiguren als “cool” ins Auge sticht.

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Thema: analysis | Kommentare (0)

Blinder Fleck

Sunday, 7. October 2007 18:37

Immer wieder beliebt: Entwicklungstheorien der Persönlichkeit mit “Reifestadien”, z.B. von Morris. By the way: Das telos der Persönlichkeitsbildung stellt dann zumeist eine moralische Kategorie in den Raum, so als ob man nicht vernünftigerweise unversöhnlich enden könnte.

Man geht bei dieser Stadientheorie dabei davon aus, dass sich die Einschätzung der eigenen Persönlichkeit ähnlich einer Waage zwischen Eigenzuschreibung (ich urteile über mich) und Fremdzuschreibung (andere urteilen über mich) austariert - so soll sich dann Persönlichkeit “herauskristallisieren”. Kritisch gemeint kann dieser Persönlichkeitsbegriff nicht sein, denn dann ist jeder eine.

Nur eines dürfte klar sein: Es gibt keinen  Grund, weshalb eine Person sich “systematisch” verfehlen müsste - im Sinne eines blinden Flecks sozusagen, den man evtl. versucht, hochhackig mit Gödel oder Tarski zu rechtfertigen. Es spricht nichts Grundsätzliches dagegen, dass man in Eigenzuschreibung jede Menge zutreffende Aussagen über sich selbst formuliert - und andere falsch liegen. Dem kommt man schon gar nicht bei, indem man dem Akteur einfach “Eigenwilligkeit” oder “Eigensinnigkeit” attestiert. Außerdem gibt es den Fall, dass andere “absichtlich” falsch urteilen, um taktische Ziele zu erreichen (z.B. um einem eine Dienstleistung aufschwatzen).

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Thema: analysis, beliefs | Kommentare (0)

Erklären

Sunday, 7. October 2007 18:13

Nicht zum ersten Mal habe ich vor kurzem einen Lehrer sagen hören, die Philosophen hätten versucht, “die Welt zu erklären”. Ich weiß nicht, was damit gemeint sein könnte - ein Formeltyp, wie er in seiner Machart oft in Künstlerkreisen verwendet wird. Da Leute, die so etwas sagen, wohl selbst nicht wissen, was sie mit dieser Phrase meinen, fällt es ihnen demnach auch nicht schwer, sie zu brüskieren.

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Thema: analysis, motives, reasoning | Kommentare (0)

Ritual

Sunday, 7. October 2007 16:09

Zur Ausdrucksgruppe der Worte, die in ihrer Orientierung empirisch sowie explanatorisch durchaus gehaltvoll sind, gebildet wirken und dennoch nichts zeigen, gehört auch der Ausdruck “Ritual”. Wenn ich ihn von einem Handlungszusammenhang prädiziere, so ist nichts darüber gesagt, ob dieser sinnvoll oder intelligent ist.

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Thema: arguments, concepts&models, reasoning | Kommentare (0)

Schema

Sunday, 7. October 2007 15:08

” Z.B. kann man nach einem Schema nur Handeln, wenn jemand das Schema zuvor entworfen hat. Das Entwerfen eines Schemas ist ein Denkakt, der dem Schema vorausgeht. Wir werden zu der Annahme neigen, dass das, was bei dem Handeln nach dem Schema geschieht, nicht exakter sein könne, als es der Gedanke war, durch den das Schema selbst entworfen wurde. Wie es auch hiermit stehen möge, jedenfalls ist das Entwerfen eines Schemas ein Denkakt, der nicht nach diesem Schema verläuft.”

K.F. von Weizsäcker, Die Einheit der Natur, S. 47

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Thema: big points, concepts&models, reasoning | Kommentare (0)