Beiträge vom March, 2008

Produktion

Sunday, 23. March 2008 12:28

Unter der Vorgabe, in der “Kommunikationskultur” produktiv und kreativ sein zu müssen, zu texten und dafür zu sorgen, dass geistige Traditionen (z.B. “Philosophie”) fortgeschrieben (”perenniert”) werden müssen, könnte es leicht zu folgender Absurdität kommen:

dass es gar nicht mehr auffiele, wenn ein Problem bereits gelöst wurde.

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Thema: analysis | Kommentare (0)

Agnostiker

Saturday, 22. March 2008 16:03

Wenn - wie beim religiösen Glauben und der göttlichen Existenzfrage - gar keine Aussagen möglich sind, dann macht es auch wenig Sinn, sich in der Rolle des Atheisten als Gegenspieler des Theisten argumentativ aufzustellen. Agnostizismus ist die gesündere Position, weil man sich erst gar nicht aufs Spielfeld begibt, das sich die anderen beiden teilen.

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Thema: knowledge | Kommentare (0)

Überdruss

Friday, 21. March 2008 21:36

Angenommen, jemand hat die Überzeugung Ü und ändert sie nur, weil er dieser Überzeugung überdrüssig ist; Ü “kommt der Person langweilig vor”. So etwas kann vorkommen, vor allem, wenn man immer wieder mit denselben Aussagen konfrontiert wird (Gebetsmühlenhaftigkeit). Aber es wäre nicht in Ordnung. Der psychische Zustand darf keinen Einfluss haben, weil sich an der Indizienlage nichts geändert hat. So zeigt sich die Impotenz des Psychischen.

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Thema: analysis, reasoning | Kommentare (0)

Züge

Friday, 21. March 2008 11:57

Für Gebrauchsüberlegungen intelligenten Handelns: Das Konzept des “Zugs/Züge machens/Ziehens” im Zusammenhang mit zeitgemäßen Interventionen aus der ersten Person Singular heraus muss generell eine dominante Stelle einnehmen. Insbesondere heißt dies dann im gesellschaftlichen Raum: Sozialschach. Dort gibt es dann beispielsweise auch “Bauernopfer” und das Zustellen von Bewegungsräumen (”Matt”).

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Thema: concepts&models, ecosophia | Kommentare (0)

Commitment

Friday, 21. March 2008 11:02

Wer die Unhaltbarkeit einer Überzeugung oder einer Position zeigt, der verpflichtet sich damit nicht, eine bessere Lösung anzubieten. Anderslautendes gehört schon in den Bereich leistungsstimulierender Rhetorik.

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Thema: analysis | Kommentare (0)

Überzeugungsfestlegung

Friday, 21. March 2008 8:55

Zwei Typen der Überzeugungsfestlegung: A) was glaube ich angesichts dessen, was ich so tagtäglich geboten bekomme (indiziengesteuert); B) was muss ich glauben, um besser durchzukommen (durchhaltegesteuert). B) ist nicht koscher, aber (handels)üblich; die normative Komponente (eine Variante des modalen “muss”) kommt an der falschen Stelle zum Einsatz.

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Thema: analysis | Kommentare (0)

Punkte

Friday, 21. March 2008 8:41

Eine philosophische Vorgehensweise - in diesem Blog teilweise realisiert - ist die: an möglichst vielen lokalen, systematischen Dreh- und Angelstellen Punkte sammeln. Wie beim Abtragen von Punkten in einem Koordinatensystem können danach die Punkte nicht mehr beliebig mit einem durchgezogenen Strich verbunden werden, ohne “Sprünge” oder “Ausreißer” zu wagen. Es würde in der gedanklichen Formation willkürlich wirken.

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Thema: general | Kommentare (0)

Hypostasierung

Thursday, 20. March 2008 20:34

Wenn zu früheren Zeiten Philosoph A Philosoph B bezichtigte, zu hypostasieren, dann galt das als Vorwurf, Aufweis eines Denkfehlers, Nachweis irreführender Rede, Initiierung von Scheinproblemen. Eine Art Kategorienfehler: ein Adjektiv, ein Operator oder ein Verb wird nominalisiert/substantiviert und dadurch die Existenz eines entsprechenden “Dings” nahegelegt. (”…hat eine Bedeutung” anstatt “…bedeutet…”, “Vernunft” anstatt “…ist vernünftig”). “Der Verstand” oder “das Gefühl” konnten dann plötzlich sprechen (”der Verstand sagt mir…”). Man befand sich dann fluggs in der Verlegenheit, dies zu vermeiden oder das Ganze großzügig als stilistische Formulierungsvarianten zu betrachten.

David Lewis hingegen schrieb schon vor Jahren ganz frech: “I hypostatize meanings because I find it convenient to do so, and I have no good reasons not to.” [...] Im Zusammenhang mit Problemlösung erscheinen nun Hypostasierungen als echte Möglichkeiten im Portfolio des Theoretikers; eine Option, die man ziehen kann.

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Thema: speech | Kommentare (0)

Handlungserklärungen

Saturday, 15. March 2008 20:50

Wenn eine Person bei einer Handlung die ihm zugeschriebenen Wünsche bzw. Überzeugungen nicht hatte, die sein Verhalten erklären sollen, dann reicht ihre Nennung auch nicht für eine zutreffende Handlungserklärung aus. Wieder benötigen wir den Ausdruck “zutreffend” - ich hätte auch “tatsächlich” sagen können (womit wieder der Wahrheitsbegriff im Spiel ist). Wenn ein Interpret also den Akteur nur als vernünftig erscheinen lässt (Rationalisierung), reicht das für den Erfolg der Erklärung nicht hin. Das ist der Unterschied zwischen “es aus diesem Grund getan haben können” und “es aus diesem Grund tun”. Deswegen scheidet auch Vermeidungshandeln (Negativerklärungen) als großflächiger Ansatz für Handlungserklärungen aus; ich schließe meine Haustür für gewöhnlich nicht auf, um zu verhindern, draußen zu bleiben. Die tatsächliche ist die: reinkommen.

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Thema: general | Kommentare (0)

John Locke Lectures

Saturday, 15. March 2008 15:44

von Robert Stalnaker (mp3) und Robert Brandom sind direkt aus Oxford verfügbar.

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Thema: general | Kommentare (0)