Beiträge vom April, 2008

Systematik

Monday, 28. April 2008 21:50

Wahre Sätze sind über die Welt verteilt. Nichts an ihrer Wahrheit selbst hängt davon ab, ob sie in irgendeiner Form konstruierbar sind (z.B. durch eine Art von Aufbau oder Kombination aus elementaren Bausteinen) oder sich in einen architektonischen Rahmen einpassen lassen. Denn letzteres verbessert nur deren Begründungs-, Beleg- und Nachweissituation.

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Thema: concepts&models, inquiry | Kommentare (0)

David K. Lewis

Saturday, 19. April 2008 19:58

Über David K. Lewis schreibt U. Meixner im Biografie-Teil seines Lewis-Buchs: “Wie viele Philosophen hatte Lewis skurrile Seiten. Im Keller seines Hauses befand sich ein riesiges, detailliertes Modell der britischen Eisenbahnen, und wenn er sich in England aufhielt, verbrachte er oft den ganzen Tag damit, verschiedene Eisenbahnlinien zu befahren (dabei lesen und schreibend). Er weigerte sich, den Fortschritt in der Entwicklung der PCs mitzumachen, und verfasste seine Arbeiten lieber auf einem uralten textverarbeitenden Computer, der weiche Disketten von der Größe kleiner Pizzas benötigte. Von brillanter Ausdruckskfähigkeit in seinen Schriften und in der philosophischen Diskussion, war der langbärtige Lewis der banalen Konversation unfähig, im gewöhnlichen sozialen Umgang scheu und gelegentlich von einer roboterhaften Unbeholfenheit, die ihm den Spitznamen ‘machine in the ghost’ einbrachte.”

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Thema: society | Kommentare (0)

Erfahrung

Saturday, 19. April 2008 5:59

“Ohne Frage, sagt Gadamer, gibt es gar keine Erfahrung”, zitiert die deutsche Philosophin Silja Freudenberger den Hermeneuten zustimmend im Rahmen eines neueren Sammelbands zur Lebensberechtigung der Philosophie als Tätigkeit. Das ist einer dieser weise anmutenden, aber falschen Sätze, denen man beim Drüberlesen allzuleicht auf den Leim geht. Wenn ich bei Tchibo vorbeilaufe und beiläufig vernehme, dass es einen Funk-Radiowecker für Euro 5,95 zu kaufen gibt, dann habe ich keine Frage im Vorfeld gestellt - und trotzdem etwas erfahren. Ich habe es ganz billig registriert. Sie wird vielleicht sagen, das hätte sie mit Erfahrung nicht gemeint.

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Thema: analysis | Kommentare (1)

From a logical point of view

Sunday, 13. April 2008 16:59

Was man sich klarmachen sollte: vom logischen Standpunkt aus spielt es keine Rolle, “wo” sich angenommene Sätze und Überzeugungen befinden: im Unterbewußtsein, als Relikt der Geistes- oder Kulturgeschichte, als Hintergrundüberzeugungen, als sogenannte theoretische oder heuristische Annahmen. Sie besetzen nur eine Stelle in einem als topologisch aufzufassenden Raum.

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Thema: general | Kommentare (1)

Begriffliche Schwellen

Sunday, 13. April 2008 14:17

…dazu hat F. Kambartel vor einigen Jahren mit Bezug auf die Evolutionstheorie einen Aufsatz veröffentlicht, den ich im folgenden pdf zusammenfasse.

Kambartel.pdf

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Thema: arguments, general | Kommentare (0)

Wahrnehmungen

Sunday, 13. April 2008 11:54

Naturalistisches Gedankengut treibt manchmal merkwürdige Blüten. Häufig wird ja versucht, zum Zwecke höherer Erklärungsfähigkeit und “Aufklärung” die Faktoren hinter den Rücken des Akteurs zu verlagern. Besonders komisch wirkt das bei Wahrnehmungen (hier sei Wahrnehmung breit gefasst, also alles, was sinnlich wahrnehmbar ist).

So berief sich vor kurzem im Fernsehen jemand auf Forschungsergebnisse in der Sexualwissenschaft. Dort hatte man bei Damen Vaginalmessungen beim Konsum von Pornos vorgenommen und wohl erhöhte Aktionspotentiale festgestellt. Die Damen selbst nahmen aber nichts davon wahr - sie beschreiben sich nicht als besonders erregt. Es hieß dann: “Sie war angeturnt, wusste aber davon nichts”. Sorry, aber wenn man angeturnt ist, weiß man das auch.

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Thema: general | Kommentare (0)

Vorurteile

Saturday, 12. April 2008 12:01

Vom amerikanischen Physiker Steven Weinberg wird folgendes kolportiert: es komme nicht darauf an, Vorurteile zu haben oder nicht, sondern die richtigen Vorurteile zu haben. Sehe ich auch so. Zutreffende Vorurteile verhindern es, sich in vorhersehbare Sackgassen zu begeben - Ökonomie. Denn wüssten wir im voraus, dass sich ein vorauseilendes Urteil letztendlich mit einem Urteil nach ausführlicher Prüfung deckt, käme uns das wie eine Ehrenrunde vor, die (nur) mit zusätzlichen Begründungen aufwartet.

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Thema: analysis | Kommentare (0)

Alkohol

Sunday, 6. April 2008 18:23

…dieses Interview zeigt am Beispiel eines der führenden deutschen analytischen Philosophen, wohin philosophische Beschäftigung zusammen mit einer bestimmten Mentalität/Veranlagung führen kann…trotz des emminenten Vorsatzes, klar sein zu wollen und eines verheißungsvollen Eigennamens.

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Thema: society | Kommentare (1)

Wie

Saturday, 5. April 2008 13:04

Zitat aus Siegfried J. Schmidts “Diskurs des radikalen Konstruktivismus”:

“Die Erkenntnistheorie des radikalen Konstruktivismus…ist nicht reduktionistisch. Das soll heißen, sie ersetzt die traditionelle epistemologische Frage nach Inhalten und Gegenständen von Wahrnehmung und Bewußtsein durch die Frage nach dem Wie und konzentriert sich auf den Erkenntnisvorgang, seine Wirkungen und Resultate.”

Es handelt sich also genau genommen gar nicht um Erkenntnistheorie. Das Thema wird gewechselt. Die Erkenntnistheorie beschäftigt sich mit den den begrifflichen Bedingungen, unter denen Wissen möglich ist, falls es welches geben sollte. Gleichmaßen mit der Frage, was es heißt, sich zu irren. Was weiß ich über die Geltung einer Aussage von Person P, wenn ich die “Wie-Frage” durch Verkettung von “indem-Sätzen” aufgreife: “…indem er den Mund öffnet, Laute herauspresst, dabei grinst…”?

Das Problem, den Inhalt oder den evaluierbaren Gehalt ins System zu bekommen (bei den sprachphilosophischen Ansätzen dasjenige, was sich an den dass-Operator in Ausdrücken wie glauben, dass… anschließt) ist kein spezielles Problem dieses Konstruktivismus. Heidegger hatte dasselbe Problem, als er auf phänomenologischer Basis versuchte, fast ausschießlich mit Vollzugsverben zu arbeiten (nominalisierte Verben oder Partizipialkonstruktionen: Sorge, Verstehen, in-der-Welt-Sein, Entschlossenheit, Sein zum Tode, Unverborgenheit…), um das Bewegungsmoment der Existenzialien einzufangen.

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Thema: concepts&models | Kommentare (7)

Gettier

Tuesday, 1. April 2008 21:50

Die sogenannten Gettier-Fälle in der Erkenntnistheorie, insofern sie von Gettier selbst ersonnen wurden, wirken etwas streitbar und konstruiert. Dennoch gibt es weniger undurchsichtige Fälle. Einer stammt von Gilbert Harman (aus “thought”):

“A political leader is assassinated. His associates, fearing a coup, decide to pretend that the bullet hit someone else. On nationwide television they announce that an assassination attempt has failed to kill the leader but has killed a secret service man by mistake. However, before the announcement is made, an enterprising reporter on the scene telephones the real story to his newspaper, which has included the story in its final edition. Jill buys a copy of that paper and reads the story of the assassination. What she reads is true and so are her assumptions about how the story came to be in the newspaper. The reporter, whose by-line appears, saw the assassination and dictated his report, which is now printed as he dictated it. Jill has justified true belief and, it would seem, all her intermediate conclusions are true. But she does not know…”

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Thema: knowledge | Kommentare (1)