Saturday, 5. April 2008 13:04
Zitat aus Siegfried J. Schmidts “Diskurs des radikalen Konstruktivismus”:
“Die Erkenntnistheorie des radikalen Konstruktivismus…ist nicht reduktionistisch. Das soll heißen, sie ersetzt die traditionelle epistemologische Frage nach Inhalten und Gegenständen von Wahrnehmung und Bewußtsein durch die Frage nach dem Wie und konzentriert sich auf den Erkenntnisvorgang, seine Wirkungen und Resultate.”
Es handelt sich also genau genommen gar nicht um Erkenntnistheorie. Das Thema wird gewechselt. Die Erkenntnistheorie beschäftigt sich mit den den begrifflichen Bedingungen, unter denen Wissen möglich ist, falls es welches geben sollte. Gleichmaßen mit der Frage, was es heißt, sich zu irren. Was weiß ich über die Geltung einer Aussage von Person P, wenn ich die “Wie-Frage” durch Verkettung von “indem-Sätzen” aufgreife: “…indem er den Mund öffnet, Laute herauspresst, dabei grinst…”?
Das Problem, den Inhalt oder den evaluierbaren Gehalt ins System zu bekommen (bei den sprachphilosophischen Ansätzen dasjenige, was sich an den dass-Operator in Ausdrücken wie glauben, dass… anschließt) ist kein spezielles Problem dieses Konstruktivismus. Heidegger hatte dasselbe Problem, als er auf phänomenologischer Basis versuchte, fast ausschießlich mit Vollzugsverben zu arbeiten (nominalisierte Verben oder Partizipialkonstruktionen: Sorge, Verstehen, in-der-Welt-Sein, Entschlossenheit, Sein zum Tode, Unverborgenheit…), um das Bewegungsmoment der Existenzialien einzufangen.
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