Desires
Saturday, 31. May 2008 11:18
Wie wir alle wissen, spielen unsere natürlichen Begehrlichkeiten für die Handlungswege, die wir einschlagen eine richtungsweisende, zentrale Rolle (wir wollen bestimmte Dinge: Nahrung, Sex,…). Irreführend wird es aber, wenn man aus diesen natürlichen Antrieben Aussagen über unsere gedanklichen Möglichkeiten heute macht.
So sagte Reinhold Messner im heute bevorzugten naturalistischen Gestus vor kurzem, “wir würden ja schließlich immer noch mit den Gehirnen von Steinzeitmenschen herumlaufen”. Das ist irreführend. Für unsere Antriebe mag dieser Konservatismus ja gelten, nicht aber für unsere Überlegungsmöglichkeiten: meines Wissens wussten die Steinzeitmenschen nichts von Zellen, Proteinen, fomalen Kalkülen, Differentialgleichungen, Nash-Gleichgewichten, Objektorientierter Programmierung…Es wirkt komisch, wenn jemand so redet und in Nebensätzen mit Bezug auf seine sportlichen Leistungen vom “Partialdruck” (physikalisches Konzept) spricht, geschweige denn von der High-Tech-Ausstattung, die Bergsteigern heute zur Verfügung steht.
Manchmal hat man den Eindruck, dass sich derartige Rede nicht der inhaltlichen Plausibilität verdankt, sondern dem Umstand, dass man gedankliche Ergebnisse besonders weit von unseren normalen Ergebnissen placieren möchte, um sie eindringlicher zu machen. Das wäre dann nur ein rhetorisch-psychologischer Effekt ohne inhaltlichen Wert.
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