Ewige Wiederkehr
Tuesday, 12. July 2011 10:40
In den letzten zwei bis drei Jahrzehnten hat es eine merkliche Öffnungsbewegung in der analytischen Philosophie gegeben. Die Bindung an die Sprache z.B. hat sich gelockert. Es wird mit allerlei Modaloperatoren jongliert. “Ansatzvielfalt”, “Aspektvielfalt”. Theologisch inspiriertes taucht wieder auf. Texte, die mal als wirr gelten durften, werden neu aufgerollt usw.. Von den einstmaligen, verständlichen Versuchen des Positivismus, den philosophischen Gang der Dinge in kontrollierte Bahnen zu lenken, ist nicht viel übriggeblieben; teils durch interne, teils durch externe Kritik. Es ist sogar so, dass es mittlerweile als starrsinnig gelten dürfte, wenn man der Flutung durch fleißige Artikelschreiber skeptisch gegenübersteht. “Schließlich”, sagt der Pluralitätsanwalt, “ist die Welt ja bunt”. Meine Voraussage: der Überdruss an kriterialer Armut, an Relativismus, an Konfusions- bzw. Sinnfreiheitsvermutungen sowie Forderungen nach “Qualitätsmanagement” - das wird sich wieder mal neu formieren. Dann wird sich das ganze kritische Auf-und-Ab-Spektakel unter anderen Methoden-Moden wiederholen. Lustig und anregend wird das nur der finden, bei dem ohnehin nichts auf dem Spiel steht oder sich nichts rächt - der beruflich oder durch akademische Subventionierung von diesem Morast und der Unübersichtlichkeit lebt.
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