Betriebsabrechnung

Wer die Schriften der maßgeblichen philosophischen Köpfe der letzten Jahrzehnte gelesen hat, dem wird aufgefallen sein, daß da immer häufiger - zumeist in stilistischer Absicht oder “by the way” betriebs- oder volkswirtschaftliche Konzepte eingestreut werden. Davidson redet ab und zu davon, eine Überlegung habe keinen “cash value”, Quine, Lewis und Goodman reden von “trade-offs”, Rescher ganz unverblümt von epistemischer “Kostenrechnung”. Man muß das nicht unbedingt metaphorisch lesen. Ich gehe hier sogar davon aus, daß eine Endform der Philosophie in einer “allgemeinen Betriebsrechnung” bestehen könnte. Dies konvergierte mit einer Beobachtung, die wir schließlich alle machen: die Ökonomisierung der Verhältnisse und die durchgehende Entscheidungsabhängigkeit von wirtschaftlichen Größen und Kennzahlen. Nichts spricht zunächst dagegen, hier die Vernunft selbst am Werk zu sehen - außer falscher Moralismus selbstverständlich.

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Datum: Wednesday, 27. December 2006 18:00
Themengebiet: economics, general Trackback: Trackback-URL
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