Beitrags-Archiv für die Kategory 'arguments'

Schablonen

Wednesday, 14. March 2007 13:24

“Machen Sie sich von Ihren Denkschablonen frei” ist kein Argument, denn es wird nicht gezeigt, was an der Schablone falsch ist. Wenn dann entgegnet wird, daß wir alle nur Schablonen “als Brillen” hätten, dann hat auch der eine Brille, der dazu auffordert, Schablonen abzulegen. Er muß dann schon einen privilegierten Zugang zur Realität für sich in Anspruch nehmen. Mit welchem Recht? Nun, er könnte pragmatisch sagen: “Es gibt bessere und schlechtere Schablonen”. Und da liegt auch die Lösung: denn das heißt nichts anderes als: manche verfügen halt über einen besseren intellektuellen Gesamthaushalt als andere und verfügen über schlagkräftige Mittel. Jetzt kann man nur keinen Egalitarismus mehr vertreten. Macht aber nichts. Er muß es eben für sich behalten, denn Quietismus gehört mit zur Strategie.

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On- & Ideology

Monday, 29. January 2007 9:59

Worauf Quine hinwies: Ontologie (welche und wieviel Objekte nehme ich an) und Ideologie (Menge der begrifflichen Operationen) verhalten sich gegenläufig: Komme ich mit einigen wenigen Objekten aus (z.B. Mengen), dann verlängern sich Ableitungswege. Nehme ich zusätzliche Objekte an (z.B. Zahlen), dann verkürzen sich die gedanklichen Konstruktionswege.

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Absurd

Thursday, 25. January 2007 17:27

Wenn man jemand argumentativ gestellt und optimalerweise in die Sackgasse der Absurdität seiner Position getrieben hat, dann ist alles geleistet, was Argumentation leisten kann. Man kann niemanden überzeugen, der keine Urteilskraft hat.

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SELBSTKRITIK

Tuesday, 23. January 2007 16:52

Wenn jemand scharfe aber zutreffende Selbstkritik übt und der andere psychologisierend sagt: “Jetzt mach Dich doch nicht so schlecht”, dann macht letzterer einen sachlichen Fehler. Der Umstand “daß er es gut meint” ändert daran gar nichts, weil er nur zu Ausblendungstaktiken animiert.

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TYPISCH DEUTSCH

Sunday, 14. January 2007 13:31

Der locus “typisch Deutsch” wird häufig verwendet, um gegnerische Aussagen zu schwächen. Er leistet aber argumentativ nichts. Ferner: “typisch österreichisch”, “typisch schweizerisch” habe ich in Disputen im ORF oder im Schweizer Fernsehen auch schon vernommen: zumeist in Bezug auf “Zweifel”. Nächster Schritt: typisch europäisch oder typisch Mensch.

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RHETORIK

Wednesday, 3. January 2007 15:55

Die Menge der rhetorischen Elemente sind eine Teilmenge der Menge aller Elemente, die für die Wahrheit einer Proposition irrelevant sind. Wenn es nicht-strategische Elemente gibt, so handelt es sich um eine echte Teilmenge, ansonsten um eine unechte.

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REIHENFOLGE

Tuesday, 26. December 2006 19:20

Aus Gründen der Darstellungökonomie und -ästhetik drehen wir bei Präsentationen die Reihenfolge der Propositionen um 180 Grad in die “pyramidale Form”. Zuerst die Konklusion als These, dann die Prämissen. Die einschlägige Operation muß mitgedreht werden, sonst stützte die These die Prämissen.

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SCHEINWERFER

Tuesday, 26. December 2006 16:57

Ein Urteil kann nicht dadurch als falsch nachgewiesen werden, indem der Opponent sagt: “Du projezierst doch nur Deine Vorstellungen/Wünsche…”; wieder einmal geht die Psychologie leer aus.

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WIDERLEGUNG

Monday, 25. December 2006 17:51

Es ist oft hilfreich, zu jedem Gedankengang dessen einschlägiges formales Widerlegungsschema parat zu haben: Wann wäre das Gesagte falsch? Bsp.: Ein Konditional ist widerlegt, wenn das Antezedens erfüllt ist, das Konsequens jedoch nicht. Dabei sollte man auf den Erfüllungsbegriff zurückgreifen. Er ist allgemeiner als der Wahrheitsbegriff.

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FEIND

Monday, 25. December 2006 11:48

“Ah, Schopenhauer, ist das nicht dieser Frauenfeind…?” Man widerlegt Schopenhauer nicht dadurch, daß man ihn als “Feind von x” beschreibt. Rhetorik.

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