Beitrags-Archiv für die Kategory 'beliefs'

Konstruierte Wirklichkeit

Wednesday, 26. March 2008 21:56

Deutschland gegen die Schweiz (Fußball). Schiedsrichterpfiff. Der Reporter: “Abseits”. Die Wiederholung wird eingespielt. Der schweizerische Stürmer stand beim Abspiel vor dem deutschen Spieler. Also auf keinen Fall Abseits. Die Schiedsrichterentscheidung war nicht “unrichtig” oder “unpassend”, sondern falsch. Was soll es heißen, Wirklichkeit sei eine Konstruktion? Nichts, was philosophisch von Belang wäre.

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Thema: beliefs | Kommentare (1)

Ästhetische Urteilskraft

Saturday, 23. February 2008 10:00

Wer den Gefallen an einem Musikstück damit begründet, “der Text gefalle ihm so gut”, der steht an der Klippe eines Kategorienfehlers. Der “Text” kann für die Musikevaluation nur in Form des stimmlich-phonetischen Beitrags - als Instrument - von Belang sein. Die Bedeutung der verwendeten Ausdrücke hat darin zunächst gar nichts zu suchen. Möglich ist aber dies: die Musik gefällt mir gut - und überdies ist der Text sehr ansprechend. Das war eine Bemerkung zu den Constraints ästhetischer Urteile - diese Constraints sind nicht “subjektiv”, sondern bestimmen den Raum, innerhalb dessen ein Urteil sinnvoll gefällt wird.

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Thema: aesthetics, arguments, beliefs | Kommentare (1)

Konfusion

Friday, 28. December 2007 12:04

Man kann konfus sein, ohne konfus zu sein. Philosophen verwenden den Ausdruck “konfus” im Sinne von Vermengung (confundere). Es wird eine Differenzierung “übersehen”, die zu falschem/inkorrektem Gedankengut in der Folge führt. Im Alltag denotiert man damit aber einen Geisteszustand, insofern er (in Leibnizs Terminologie “verworren” ist. Jemand kann aber eine Differenzierungsleistung verfehlen, ohne verworren zu sein. So könnte jemand bei einer Weinprobe zwei sehr ähnlich schmeckende Rotweine nicht “auseinanderhalten” können (vermengen), ohne dass er geistig in Richtung Verworrenheit entgleist. Oder jemand könnte zu grobkörnige Unterscheidungen eines Fachbuchs rational übernehmen, ohne auch nur verwirrt zu sein. Ein Grund mehr, das Psychologische vom Sachlichen zu trennen.

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Thema: beliefs, knowledge, reasoning | Kommentare (0)

Illokution

Sunday, 11. November 2007 14:04

Dass man mit Wörtern andere Dinge tun kann, als assertorische Aussagen hinzustellen, ändert nichts daran, dass die Wahrheit der den Sätzen entsprechenden Überzeugungen zentral sind für unseren intellektuellen Haushalt. Insofern können wahrheitzentrierte Überlegungen nicht durch Gebrauchsüberlegungen außer Kraft gesetzt werden.

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Thema: beliefs, speech, truth, words | Kommentare (0)

Blinder Fleck

Sunday, 7. October 2007 18:37

Immer wieder beliebt: Entwicklungstheorien der Persönlichkeit mit “Reifestadien”, z.B. von Morris. By the way: Das telos der Persönlichkeitsbildung stellt dann zumeist eine moralische Kategorie in den Raum, so als ob man nicht vernünftigerweise unversöhnlich enden könnte.

Man geht bei dieser Stadientheorie dabei davon aus, dass sich die Einschätzung der eigenen Persönlichkeit ähnlich einer Waage zwischen Eigenzuschreibung (ich urteile über mich) und Fremdzuschreibung (andere urteilen über mich) austariert - so soll sich dann Persönlichkeit “herauskristallisieren”. Kritisch gemeint kann dieser Persönlichkeitsbegriff nicht sein, denn dann ist jeder eine.

Nur eines dürfte klar sein: Es gibt keinen  Grund, weshalb eine Person sich “systematisch” verfehlen müsste - im Sinne eines blinden Flecks sozusagen, den man evtl. versucht, hochhackig mit Gödel oder Tarski zu rechtfertigen. Es spricht nichts Grundsätzliches dagegen, dass man in Eigenzuschreibung jede Menge zutreffende Aussagen über sich selbst formuliert - und andere falsch liegen. Dem kommt man schon gar nicht bei, indem man dem Akteur einfach “Eigenwilligkeit” oder “Eigensinnigkeit” attestiert. Außerdem gibt es den Fall, dass andere “absichtlich” falsch urteilen, um taktische Ziele zu erreichen (z.B. um einem eine Dienstleistung aufschwatzen).

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Thema: analysis, beliefs | Kommentare (0)

Kommen lassen

Wednesday, 15. August 2007 6:31

Nichts wird in Wortgefechten entschieden. Das Vertreten eines Standpunkts oder einer “Meinung” – das sind stets Kandidaten für personalen Gegenwind oder Irritationen. Man riskiert zusätzlichen Aufwand in Form von Erläuterung oder Krisenmanagement. Die Gefahr, sich Feinde zu machen ist einfach zu groß, und die Chance, durch Argumente Überzeugungen zu verändern, schlicht zu klein. Dies als Klugheitsmaxime, nicht als Exponierung von Lebensenttäuschung, denn diese Form von Enttäuschung zeugte bereits von einer vormals irregeführten Konzeption der interpersonalen Vorgänge um uns herum.

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Thema: beliefs, ecosophia, methods, motives | Kommentare (0)

Axiom

Tuesday, 14. August 2007 21:32

Manchmal wird so geredet, als hätten Axiome nur deshalb, weil sie irgendwie “grundlegend” sind, einen Sonderstatus. Es handelt sich aber auch nur um Sätze, die intuitiv vernünftig, sinnvoll oder zutreffend sind.

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Thema: beliefs, concepts&models, words | Kommentare (0)

Tiefe

Tuesday, 17. July 2007 13:14

Es ist viel wichtiger, viele zutreffende Aussagen im eigenen Überzeugungsportfolio herumzutragen als “tiefe”. Von Wittgenstein wird kolportiert (Stelle ist mir nicht bekannt), er hätte im Vergleich Kant-Schopenhauer gesagt, bei letzterem sehe man “schneller auf den Grund”. Umso schlimmer für Kant, denn Schopenhauer hat bisweilen erstaunlich präzise beobachtet und formuliert (daran ändert auch der Umstand nichts, daß das bestimmten Bevölkerungsgruppen nicht gefällt). Das Ausspielen von Oberflächlichkeit und Tiefe treibt manchmal merkwürdige Blüten.

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Thema: analysis, beliefs, concepts&models | Kommentare (0)

Objektivität

Sunday, 15. July 2007 13:53

Der Begriff der Objektivität lädt aufgrund seiner Mehrdeutigkeit zu Mißverständnissen geradezu ein. Manchmal meint er unparteiisch, unvoreingenommen, manchmal sachlich, manchmal wahr, manchmal intersubjektiv geltend und schließlich bezeichnet er im philosophischen Gebrauch die Sicht “sub specie aeternitas” eines gedachten allwissenden Subjekts. Ich empfehle, den Begriff zunächst vor der Tür zu lassen und mit der schlichten und harten Währung wahr/falsch in assertorischen Kontexten zu arbeiten. Ansonsten handelt man sich den Perspektivismus oder Relativismus von Skeptikern ein. Objektivität und Wahrheit sind auch nicht äquivalent, denn jemand kann objektiv im Sinne von unparteiisch sein und trotzdem etwas Falsches glauben (=etwas glauben, das falsch ist). Pragmatisch gewendet kann man sich auch nur um Objektivität bemühen; man kann sich nicht auf sie berufen.

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Thema: analysis, beliefs, knowledge, reasoning, truth, words | Kommentare (0)

Geschlecht

Saturday, 14. July 2007 13:23

Auf die Beurteilung von menschlichen Individuen sind wir alle naselang angewiesen. Beispiele: wer kommt in der Abarbeitungsreihenfolge zuerst (Priorisierung), mit wem möchte man zu tun haben, mit wem nicht? Dazu starte man mit Personen. Das Geschlecht spielt zunächst keine Rolle - man abstrahiert (i.S. von “sieht ab”) davon. Zum Schluß kann man dann die festgestellten Eigenschaften auf das Geschlecht abbilden und verteilen - dann ergeben sich gesetzesartige Muster oder nicht. So entgeht man der Gefahr, “typisches Verhalten” von Anfang an und ungeprüft in die Validierung einfließen zu lassen und an der Vorurteilsmarke abgefangen zu werden. Die Lücke zum faktischen Handeln wird im Anschluß daran über Wertezuordnungen (Paare: Werte - Eigenschaften) geschlossen. Wer dies tut und widerspruchsfrei bleibt, handelt rational.

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Thema: beliefs, concepts&models, inquiry, methods, technics | Kommentare (0)