Beitrags-Archiv für die Kategory 'beliefs'

Aestheten

Thursday, 28. June 2007 2:11

Ein Pragmatiker bezieht Gedankengänge immer auf mögliche Handlungen (siehe Peirce). So wird es ihm nicht reichen, wenn eine Person von sich selbst sagt, sie sei eine Ästhetin. Sie wird es erst, wenn sie bei ihren faktischen Handlungen ästhetische Bewertungen höher ansetzt als andere. D.h.: wenn eine Person A eine unattraktive Person B heiratet, dann kann A kein Ästhet sein, weil das “overruling” nicht greift. Natürlich wird sie sich zu helfen wissen, indem sie Geschmack privatisiert.

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Thema: aesthetics, analysis, beliefs, motives, reasoning | Kommentare (0)

Querdenker

Monday, 25. June 2007 18:52

Gedanken respektive Gedankengänge können sinnvoll, klug, clever, vernünftig, zutreffend, effizient, folgerichtig, gut begründet oder wahr sein. Die Kategorie des Querdenkers wird solange in der Luft hängen, wie sie nicht in derartige Formen eingebettet werden kann. Nur etwas “anderes” zu sagen ist keine große Kunst, gedanklich abgestützter Strukturaufbau schon.

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Thema: analysis, beliefs, concepts&models, reasoning, systematics, truth | Kommentare (0)

Erklärung und Begründung

Tuesday, 19. June 2007 23:13

Heute abend bei Maischberger. Wieder kommt ein Rationalitätskalkül zusammen mit einer empirischen Erklärung daher. Jemand sagt, der Gottesglaube sei auf eine Schädigung des Hirnlappens zurückzuführen. Dies kann die Unvernünftigkeit der Gottesannahme nur erläutern. Daß es aber unvernünftig ist, das regelt nicht diese Hypothese, sondern die Gesamtheit der beobachtbaren Tatsachen, die einen solchen Glauben nicht gerade nahelegen. Die Hypothese sagt etwas über das Zustandekommen der Unvernünftigkeit aus, nichts hingegen über die Unvernünftigkeit selbst. Genesis und Geltung.

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Thema: analysis, arguments, beliefs, reasoning | Kommentare (0)

Kernbereich

Saturday, 16. June 2007 11:00

Jeder beherbergt einen formulierbaren Kernbereich dessen, was als Repertoire an Überlegungstypen, Prinzipien, Heuristiken und sonstigen Techniken vertreten wird. Dieser Kernbereich ist vollkommen humorlos: es gibt darin keine Ironie, keine Scherze, keine Bonmots, Gedankenverkürzungen oder vermeidbaren Tropengebrauch. Die Domäne des philosophischen Buchhalters. Wie das anderen gegenüber vertreten wird, ist selbst wiederum ein taktische Frage und gehört zum Gebrauch. Der taktische Satz selbst muß aber auch im Inventar aufgeführt sein.

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Thema: beliefs, economics, methods, technics | Kommentare (0)

Indizientranszendenz

Wednesday, 23. May 2007 14:34

Gehen wir von einem transzendenten Wahrheitsbegriff aus. Dieser Begriff sieht es vor, daß zwischen unseren Nachweismöglichkeiten und dem, was der Fall ist, zumeist ein unaufhebbare Restlücke klafft. Das heißt nicht: wir kommen an die Wahrheit nie ran (nicht dieser Sinn von transzendent), sondern: lückenlose Aufklärung bleibt falsifizierungsfähig.

Ein Beispiel: Vielen, die selbst Sport getrieben haben, kamen die Leistungen der Radfahrer schon immer etwas spanisch weil überirdisch vor. Anfangsverdacht. Wenn jetzt einzelne Sportler sagen, sie hätten Epo zu sich genommen, verdichtet sich dieser Verdacht. Diese Leute könnten natürlich auch (bewußt) etwas Falsches sagen. Zusätzlich Indizien könnten aber die Nachweislage stärken. Wir alle würden sagen: Epo wurde genommen oder nicht. Das ist mit Wahrheit gemeint. Begründungstechnisch kann man die Lücke aber nicht ohne weiteres schließen. Die beste Situation ist und bleibt: es selbst beobachtet haben.

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Thema: arguments, beliefs, inquiry, truth | Kommentare (0)

Reduktion

Tuesday, 22. May 2007 13:17

Die Redeweise der “Reduktion von Komplexität”, wie sie im Anschluß an Luhmann gerne zitiert wird - mittlerweile Teil des gehobenen Sprachgebrauchs - leistet nicht viel. Eine eingebaute Kontingenz- und Selbstrelativierungsformel, die auf den Eigensinn eines Systems bezogen wird und pragmatisch leerläuft (denn eine Entscheidung wird aufgrund dessen getroffen, was man eben gerade weiß). Falsifiziert oder entwertet sie automatisch das, was ich denke? Nein. Es ist eben Soziologie.

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Thema: analysis, beliefs, concepts&models | Kommentare (0)

Leistungserschleichung

Monday, 21. May 2007 10:08

Eine erwachsene Person setzt sich in einen Bus. Die Kontrolle kommt und stellt fest, daß sie keinen gültigen Fahrausweis hat. Sie daraufhin: “Ich wußte nicht, daß man so etwas braucht”. Warum nimmt man ihm das nicht ab? Man würde sagen: es kann nicht sein, daß man das nicht weiß, ergo war das absichtlich und ein Fall von Leistungserschleichung.

Wenn ein “Fehler”, den jemand begeht, “zu drastisch” ist, dann interpretieren wir für gewöhnlich sein Verhalten als absichtliches oder strategisches um. Das machen wir bei Komikern auch. Das rationalitätserhaltende principle of charity gilt also nicht nur für Sprechhandlungen.

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Thema: beliefs, reasoning, speech | Kommentare (0)

Überzeugungsfestlegung

Monday, 21. May 2007 9:52

Man ist geneigt, eine Person P, die im Rahmen ihrer Überzeugungen und Präferenzen folgerichtig handelt, als rational einzustufen. Sie handelt konsequent innerhalb “ihres Systems”. Was aber, wenn gezeigt werden kann, daß sie sich die ein oder andere Überzeugung “schlampig” angeeignet hat oder an nahe liegender Stelle eigentlich hätte “nachhaken” müssen? Dann ist der Vorgang der Überzeugungsfestlegung nicht richtig abgelaufen - selbst dann, wenn die Überzeugung zutrifft. Sollte man jetzt dazu übergehen, rational durch nicht-rational oder andere privative Ausdrücke (irrational dürfte zu stark sein) zu ersetzen? Radikalisiert man das weiter, so wäre nur der rational, der wasserdichte Überzeugungen hat. Wahrheit wäre dann eine notwendige Bedingung für Rationalität, weil es keinen Haltepunkt für den Abbruch der Ermittlungsform gäbe.

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Thema: beliefs, inquiry, reasoning, truth | Kommentare (0)

Imho

Tuesday, 1. May 2007 13:50

Welchen Sinn macht es eigentlich, Forenbeiträge mit Imho (”in my humble opinion”) auszustatten? Dieser verbale Verbeugungs- und Zurücknahmeakt ändert an der Geltung oder Nichtgeltung des Gesagten nichts. Denn man liegt objektiv richtig oder nicht richtig. Und daß die Meinung falsch sein kann liegt schon in ihrem Begriff und muß nicht durch einen virtuellen Schritt zurück nocheinmal proklamiert werden. Wieder ein Element der Rede, das logisch überflüssig ist, sozial aber gerne gesehen wird. Umso schlimmer für das Soziale.

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Thema: analysis, beliefs, reasoning, speech, truth, words | Kommentare (2)

Unterscheidungen

Wednesday, 31. January 2007 11:11

Davidson hat desöfteren darauf hingewiesen, daß die Fähigkeit, Unterscheidungen zu machen, keine hinreichende Bedingungen für Denkfähigkeit ist. Thermometer und Sonnenblumen reagieren auch auf “differences”. Für ihn kommt Denken nicht mit “concepts” ins Spiel, sondern erst mit gedanklichen Satzgebilden (propositional thought). Erst dort kann man von “Irrtum” sprechen, wo man sinnvoll von “Wahrheit” sprechen kann. Begriffe oder Unterscheidungen können aber nicht wahr sein (”mein Auto ist wahr”), sondern nur vollständige Gedanken (”Mir ist schlecht”, “Paul ist Busfahrer”).

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