Beitrags-Archiv für die Kategory 'economics'

Generatoren

Tuesday, 11. March 2008 20:00

Eine Lieblingswendung unserer Freunde von der Betriebswirtschaft, insbesondere des Wissensmanagements: “Wissen generieren”. Klingt wie “Milchpulver herstellen”. Gibt es irgendeine nichttriviale Deutung, die diese Redeweise nicht albern wirken lässt?

Das Merkwürdige bis Ironische ist, dass die Wissenschaft sich dadurch aufgewertet glaubt, weil sie sich als den Ort kontrollierter Wissensbildung dünkt. Dabei kollidieren aber die Mentalitäten, denn ich kenne keinen Forscher, der so reden würde. Falls Wissen in verlässlicher Form zustandekommt, wird der Forscher eher von einem “Abringen” sprechen wollen und angesichts notorischer Falsifierungsmöglichkeiten vorsichtige Dinge von sich geben.

Komisch wirkt die Redeweise auch, weil heute immer mehr Leute dem Wahrheitsbegriff abschwören und dadurch auch dem Wissensbegriff abschwören müssen, weil Wahrheit für gewöhnlich als eminenter begrifflicher Bestandteil des Wissensbegriffs aufgefasst wird. Die “Generation von Wissen” läuft auch den sichtbaren Tendenzen in Richtung Esoterik und Wissenschaftsskepsis entgegen, die im traditionellen Forschen keinen Anhalt mehr finden.

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Thema: economics, knowledge, speech | Kommentare (0)

Kaufmännische Überdeckung

Friday, 23. November 2007 9:24

Intentionen sieht man selten - wenn überhaupt - direkt ein. Deshalb erscheinen moralisch und geschäftlich motivierte Handlungen häufig als ununterscheidbar. Dem Kaufmann ist es ja stets möglich, vom Selbstverständnis “Kaufviehhirte” in Richtung “wohltätiger Bedürfniserfüllungsgehilfe” zu switchen, ohne daß man ihn an der Handlungsoberfläche stellen könnte. “Dumme” Bedürfnisse gibts für den reinrassigen Geschäftsmann ja gar nicht. Auch sehen wir wieder eine Struktur, bei der es einen definitorischen Unterschied zwischen Handlungsstrukturen gibt (Kant: die Absicht muß gut sein für moralisch korrektes Verhalten), bei denen der begriffliche Zusatz (gute Absicht) unseren unmittelbaren Detektionsmöglichkeiten unangenehm vorauseilt. Interpretation und Ermittlung muß investiert werden, um es herauszubekommen. Das kostet Energie und Zeit. Meist zu viel.

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Thema: analysis, economics | Kommentare (0)

Kommentare

Sunday, 17. June 2007 8:39

Angenommen, zwei Gruppen streiten sich darüber, ob “Verkaufen Kunst” oder “Verkaufen Handwerk” ist. Pragmatisch gesehen ist dieser Streit bedeutungslos. Stellen wir uns dazu einen erfolglosen Verkäufer vor. Ändert sich seine Erfolglosigkeit dadurch, indem er vom Kommentar “…ist Kunst” auf “…ist Handwerk” switcht? Nein. Mutatis mutandis für den erfolgreichen Verkäufer.

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Thema: analysis, economics, ecosophia | Kommentare (0)

Kernbereich

Saturday, 16. June 2007 11:00

Jeder beherbergt einen formulierbaren Kernbereich dessen, was als Repertoire an Überlegungstypen, Prinzipien, Heuristiken und sonstigen Techniken vertreten wird. Dieser Kernbereich ist vollkommen humorlos: es gibt darin keine Ironie, keine Scherze, keine Bonmots, Gedankenverkürzungen oder vermeidbaren Tropengebrauch. Die Domäne des philosophischen Buchhalters. Wie das anderen gegenüber vertreten wird, ist selbst wiederum ein taktische Frage und gehört zum Gebrauch. Der taktische Satz selbst muß aber auch im Inventar aufgeführt sein.

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Thema: beliefs, economics, methods, technics | Kommentare (0)

Entschuldigungen

Thursday, 17. May 2007 21:17

Denkt man sich ein betriebswirtschaftliches Kontinuum von Leistungs- und Zahlungstransaktionen, dann sind Entschuldigungen Aktionen ohne reellen Zahlungsfluß. Man kann Entschuldigungen nicht auf ein Konto transferieren und damit andere Schulden bezahlen. Reichweitenbeschränkung. Eine preisgünstige Art der Bezahlung. Deshalb zurecht: “Davon kann ich mir nichts kaufen”.

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Thema: economics, ecosophia | Kommentare (1)

Selbständiger

Monday, 16. April 2007 17:21

Die Idee eines vollständigen Unternehmers sieht eine Person vor, die sämtliche geschäfts- und erwerbsrelevanten Parameter mit Werten bestückt. Er betreibt alles selbst vom Einkauf bis zur Werbung. Maximaler Freiheitsgrad. Skaliert man diese Bereiche seines Tuns, so kann es sein, daß er einige Felder mit dem Wert 0 aufweist (er kümmert sich um bestimmte Dinge nicht oder delegiert). Das rührt aber nicht daher, daß er sich von bestimmten Aufgaben von vornherein entlastet sieht (wie bei Angestellten, Beamten u.dgl.). Bei ihm gilt: jeder Fehltritt kann sich beim Geschäftserfolg auswirken. Er lebt “in der Entscheidung”, denn man muß sich ihn als jemanden vorstellen, der alles wählt. Ein “Unterbewußtsein” oder “Unbewußtsein” gibt es aus methodologischen Gründen bei ihm nicht. Ob es eine derartige Person realiter gibt oder geben kann, ist genauso unerheblich wie die Frage, ob “vollständig informierte Marktagenten” gibt oder geben kann.

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Thema: economics, ecosophia | Kommentare (0)

Wahlprofil

Tuesday, 6. February 2007 11:22

Wer ein Anforderungsprofil für etwas zu Wählendes erstellt, macht einen Fehler, wenn er seine eigene Klasse von vornherein gegenrechnet. Das ist nicht der Sinn der Sache. Abstriche gibts später. Nur so weiß man, auf was man später Verzicht leistet und kann die Kosten abschätzen. Das gilt zum Beispiel für Lebenspartner.

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Statur

Monday, 29. January 2007 13:24

Man sollte sich auf folgendes einstellen: Für jede Eigenschaft oder jedes Know-how, das man nicht besitzt, muß man (be)zahlen - falls Relevanz eintritt. Die Nachfrage des “Dafürkönnens” spielt keine Rolle.

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Thema: economics | Kommentare (0)

On- & Ideology

Monday, 29. January 2007 9:59

Worauf Quine hinwies: Ontologie (welche und wieviel Objekte nehme ich an) und Ideologie (Menge der begrifflichen Operationen) verhalten sich gegenläufig: Komme ich mit einigen wenigen Objekten aus (z.B. Mengen), dann verlängern sich Ableitungswege. Nehme ich zusätzliche Objekte an (z.B. Zahlen), dann verkürzen sich die gedanklichen Konstruktionswege.

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Thema: arguments, economics, speech | Kommentare (0)

Externalisierung

Saturday, 27. January 2007 9:42

Der “Kampf um den Kunden” führt zu einer Auslagerung der je eigenen Urteilskraft. Der Rezipient entscheidet ja. Es erscheint dann nicht mehr vernünftig, das Produkt vom Markt zu nehmen, weil man es selbst für idiotisch hält. Eine perfide Form der “Zurückhaltung”.

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