Beitrags-Archiv für die Kategory 'ecosophia'

Züge

Friday, 21. March 2008 11:57

Für Gebrauchsüberlegungen intelligenten Handelns: Das Konzept des “Zugs/Züge machens/Ziehens” im Zusammenhang mit zeitgemäßen Interventionen aus der ersten Person Singular heraus muss generell eine dominante Stelle einnehmen. Insbesondere heißt dies dann im gesellschaftlichen Raum: Sozialschach. Dort gibt es dann beispielsweise auch “Bauernopfer” und das Zustellen von Bewegungsräumen (”Matt”).

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Existentialismus

Saturday, 29. December 2007 13:08

Wenn man versucht, Controlling-Mittel auf das gesamte eigene Leben zu beziehen, und nicht nur auf diese oder jene Episode oder lokale Entscheidungshandlung (”kauf ich den Fernseher oder nicht”), dann stößt man auf eine Merkwürdigkeit: es kann nur das herauskommen, was das Lebensgefühl eh vorgibt. Dazu stelle man sich jemanden vor, der den starken Eindruck hat, dass das Leben völlig belanglos und und von einer steten Unbehaglichkeit begleitet ist. Regelmäßig meldet sich das deutliche Bewußtsein, dass sich der Aufwand nicht rentiert und das Leben eigentlich nur ein verzweifeltes Investieren und Aufrechterhalten einer physischen und geistigen Struktur ist, die eh gegen Struktur-Auflösung tendiert (der Körper läßt nach, die geistige Spannkraft ebenfalls). Die ganze ästhetische Dimension muss ja im Lebensgang schrittweise entwertet werden - das Szenario, froh zu sein, zukünftig noch unfallfrei aus dem Bett zu kommen, steht vor Augen. Der Stolz auf den eigenen Körper muss regredieren, weshalb Kleidung mehr und mehr der Verdeckung denn der Exponierung dient. Das läßt sich durchaus auch vom Jetztstandpunkt extrapolieren. Dann käme jemand daher und forderte ihn auf, sein “Gefühl” doch einmal zu überprüfen und “hart zu kalkulieren”. Unser Probant würde sich dann hinsetzen und nach bestem Wissen und Gewissen seine Lebensbilanz + spekulativer Entwicklung mit Attributwerten und Gewichtungen versehen, Aufwand und Ertrag quantitativ gegenüberstellen. Die Merkwürdigkeit: es wäre doch seltsam, wenn er nach Rechnung plötzlich sagte: “Hoppla, es rentiert sich ja doch - da bin ich aber überrascht!”. Der Verdacht muss sich aufdrängen, zu wenig Attribute eingespeist oder falsch gewichtet zu haben. Hier kann es nur die Flucht in die Zukunft namens Hoffnung geben: es könnte ja zu Wendungen und Umstülpungen der Sichtweise kommen. Das ist vermutlich auch die “Weichstelle”, an der plötzlich spiritualistisches Gedankengut seine Chance zur Einwanderung bekommt.

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Pragmatismus

Saturday, 10. November 2007 10:42

Ein Maß für die äußerst starke Einbettung pragmatischen Verhaltens ist: die Häufigkeit, mit der man im Alltag die Frage nach dem Sinn, der Bedeutung oder der Funktion eines Objekts konfrontiert sieht mit der Replik: “…das hängt davon ab, was sie damit machen wollen”. Angaben a la “how to do things with…” (words, numbers, cars, women, computers,…) sind auch der Ausdruck unserer Handlungssouveräneitität. Deshalb führt an der Gebrauchs- und Verwendungsdimension (= Pragmatismus) kein Weg vorbei.

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Kapselung

Sunday, 21. October 2007 18:46

Zur Exekution rationalen Verhaltens gehört auch die Verdeckung (Kapselung) dieser Disposition im sozialen Raum (”Verkauf”). Es wäre ja merkwürdig, wenn es gleichsam als Hobby betrieben würde und nicht bis zur Performance hinreichte; denn es ist ja immer klug, sich als “irgendwie” darzustellen (und man stellt sich immer in einem bestimmten Modus vor). Im Umkehrschluss heißt dies: wer Ratschläge gibt oder lehrt, expliziert seine tatsächlichen Überzeugungen, Prinzipien und Wünsche, wenn er selbst nicht danach handelt. Es ist dann nur eine Frage des Nachforschens und Schließens, wie seine “Topologie” beschaffen ist. Es kommt zu einem Bruch im Rationalitätsmuster. Insofern ist jede Handlungssituation “full-blooded”.

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Kommen lassen

Wednesday, 15. August 2007 6:31

Nichts wird in Wortgefechten entschieden. Das Vertreten eines Standpunkts oder einer “Meinung” – das sind stets Kandidaten für personalen Gegenwind oder Irritationen. Man riskiert zusätzlichen Aufwand in Form von Erläuterung oder Krisenmanagement. Die Gefahr, sich Feinde zu machen ist einfach zu groß, und die Chance, durch Argumente Überzeugungen zu verändern, schlicht zu klein. Dies als Klugheitsmaxime, nicht als Exponierung von Lebensenttäuschung, denn diese Form von Enttäuschung zeugte bereits von einer vormals irregeführten Konzeption der interpersonalen Vorgänge um uns herum.

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Verwaltung

Saturday, 11. August 2007 15:19

Wenn man sich über den Status philosophischer Sätze im unklaren ist, - wenn man nicht weiß, ob es sich um analytische oder synthetische Sätze handelt (vgl. Kant) - dann macht man vermutlich keinen Fehler, Philosophie als Verwaltungstätigkeit aufzufassen. Überzeugungen, Konzepte in ihrer Gesamtheit + deren Verknüpfungen (web of belief) werden verwaltet. Ob das Mehrwert zutage fördert kann dann im Sinne eines Unternehmens beantwortet werden, das sich fragt, ob Verwaltungstätigkeiten wie “Rechnungen schreiben” oder “Buchhalten” im Verhältnis zur “Produktion” Mehrwert schafft. 

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Authentizität 4

Sunday, 22. July 2007 14:00

Manchmal wird so geredet, als ob Authentizität als eine Art kulturelle Gegenkraft zu den wirtschaftlich motivierten Verschiebebahnhöfen auf den Plan tritt. Ich vermute, das ist falsch. Ganz im Gegenteil: die Authentizität tritt als Mittel und Funktion ökonomischer Motive auf. Man möchte sich als “durchschaubar”, “berechenbar”, “extrapolierbar”, “stetig” präsentieren. Bindungstransaktionen. Ganz besonders prominent: bei Bewerbungen in der Arbeitswelt. Jeder Akquiseakt läuft unter diesem Motto.

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Authentizität 3

Sunday, 22. July 2007 13:49

Würde man unser alltägliches “In-der-Welt-Sein” phänomenologisch als heideggerschen Orientierungsmodus verstehen wollen, dann müßten wir von einer “taktischen Temperiertheit” sprechen. Es wäre ein Fehler, das “verlogen” zu nennen; es ist einfach nur ein in Gleichgewichten zu beschreibender Balanceakt zwischen Fordern und Zügeln, Investieren und (Er)sparen, Positionieren und Vermeiden, Exponieren und Verdecken.

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Authentizität 1

Sunday, 22. July 2007 13:24

Man kann nahezu jede persönliche Interaktion als Geschäftsgebahren verstehen. Deshalb müssen auch Selbstzuschreibungen oder Forderungen nach Authentizität unter Vorbehalt bis zur Prüfung gesetzt werden (”ich bin authentisch”; “sei authentisch”). Im ersten Fall handelt es sich nicht selten um eine Werbemaßnahme (ist also selbst Teil eine Strategie oder Taktik), im zweiten Fall möchte man bessere Berechnungsgrundlagen für das Gegenüber erhaschen. Würde man das bestreiten, so hieße das zu behaupten, daß aus der persönlichen Selbstauskunft, man sei authentisch, folgt, daß man authentisch ist. Wer würde das unterschreiben wollen?

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Kommentare

Sunday, 17. June 2007 8:39

Angenommen, zwei Gruppen streiten sich darüber, ob “Verkaufen Kunst” oder “Verkaufen Handwerk” ist. Pragmatisch gesehen ist dieser Streit bedeutungslos. Stellen wir uns dazu einen erfolglosen Verkäufer vor. Ändert sich seine Erfolglosigkeit dadurch, indem er vom Kommentar “…ist Kunst” auf “…ist Handwerk” switcht? Nein. Mutatis mutandis für den erfolgreichen Verkäufer.

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