Beitrags-Archiv für die Kategory 'knowledge'

Schema

Wednesday, 15. August 2007 7:04

Der Ausdruck “Schema” ist erkenntnistheoretisch völlig bedeutungslos (”er betrachtet dies und jenes unter dem Stereotyp F”). Man braucht niemanden darauf aufmerksam zu machen, daß er eins benutzt oder das es historisch oder kulturell andere gibt. Uns interessiert ja nur, ob “das Schema” greift.

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Objektivität

Sunday, 15. July 2007 13:53

Der Begriff der Objektivität lädt aufgrund seiner Mehrdeutigkeit zu Mißverständnissen geradezu ein. Manchmal meint er unparteiisch, unvoreingenommen, manchmal sachlich, manchmal wahr, manchmal intersubjektiv geltend und schließlich bezeichnet er im philosophischen Gebrauch die Sicht “sub specie aeternitas” eines gedachten allwissenden Subjekts. Ich empfehle, den Begriff zunächst vor der Tür zu lassen und mit der schlichten und harten Währung wahr/falsch in assertorischen Kontexten zu arbeiten. Ansonsten handelt man sich den Perspektivismus oder Relativismus von Skeptikern ein. Objektivität und Wahrheit sind auch nicht äquivalent, denn jemand kann objektiv im Sinne von unparteiisch sein und trotzdem etwas Falsches glauben (=etwas glauben, das falsch ist). Pragmatisch gewendet kann man sich auch nur um Objektivität bemühen; man kann sich nicht auf sie berufen.

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Thema: analysis, beliefs, knowledge, reasoning, truth, words | Kommentare (0)

Argumentum

Thursday, 28. June 2007 3:31

Es ist eine gewaltige Ironie, daß das Verfahren der “Diskussion” unser Urteilvermögen eher schwächt als stärkt. Daraufhin sagt man oft entnervt und schulterzuckend: “Das ist schwierig”. Der Dschungel der sogenannten “Sichtweisen” oder “Perspektiven” erscheint undurchdringlich und letztendlich wartet immer der Dezisionismus dahinter. In Tatsachenfragen (was ist der Fall) im Gegensatz zu praktischen Fragen (was ist zu tun) wissen wir aber a priori, daß irgendwas der Fall sein muß. Deshalb liegt es hier ja auch nahe, mit Platon die Verirrung in den rhetorischen Elementen tendenziösen Diskussionsverhaltens zu erblicken. Sie verstellen uns nicht selten den Weg.

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Thema: analysis, arguments, knowledge, reasoning | Kommentare (0)

Konstruktionen

Wednesday, 27. June 2007 16:59

In theoretischer Sprechweise ist heute oft von der konstruierten Wirklichkeit durch unsere Gedanken die Rede. Macht man ernst, dann macht diese Überlegung die Wirklichkeit unerkennbar. Man kennt das vom radikalen Konstruktivismus oder von Nietzsche. Es gibt aber eine andere, sinnvolle Rede von Konstruktionen durch Gedankenbildung, die man z.B. in der Geometrie vorgeführt findet. Um ein Problem zu lösen (z.B. die Länge der Seite eines Dreiecks auszurechnen) konstruiert man Hilfsgrößen (z.B. orthogonal die Höhe über einer Seite zum gegenüberliegenden Winkel), sodaß man den Pythagoras anwenden kann (der nur für rechtwinklige Dreiecke gilt). Mittels dieser Konstruktion - an der nichts nebulös ist - kann dann das Problem gelöst werden. Diesen Status müssen kreative, intelligente Leistungen haben. Hier bleibt nichts vom “nur projektiven”, “imprägnierenden” oder “künstlichen” Charakter unserer Verfahren übrig.

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Thema: analysis, concepts&models, knowledge | Kommentare (0)

Pragmatisch

Saturday, 9. June 2007 11:55

Es ist immer wieder erstaunlich, wie leicht philosophische Überlegungen wie “die Welt könnte ganz anders sein als wir sie denken” durch pragmatische Überlegungen bloßgestellt (nicht beseitigt) werden. Man braucht nur zu replizieren: “Was bringt uns diese Überlegung?” oder “Angenommen, die Welt ist anders, was willst Du damit anfangen”. Diese Variante des Aufweisens der “Unechtheit des Problems” (Peirce) kommt auch viel sozialverträglicher und weniger hart daher wie seine philosophiehistorischen Kombattanten: Behauptung der Unformulierbarkeit, Behauptung der Sinnlosigkeit, Behauptung der Nicht-Nachweisbarkeit, Projektionsvermutungen (transzentendaler Schein)…Schließlich und endlich wissen wir ja, daß ein möglicher Proponent der einführenden Sichtweise im Alltag in derselben Begriffs-Suppe rührt wie die anderen auch. Er steht von Anfang an unter Verdacht, nicht wirklich zu glauben, was er zu glauben vorgibt.

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Thema: arguments, concepts&models, general, knowledge, reasoning | Kommentare (0)

Komplexitätsgefälle

Tuesday, 13. February 2007 6:25

Wer sich in Foren herumtreibt, wird nicht übersehen, daß große Teile des gehobenen Bildungsstandes vom radikalen Konstruktivismus (Erkenntnistheorie) infiziert sind. Man stellt sich ein System oder einen Agenten vor, der einer komplexen Welt gegenübersteht und diese durch Ausblendung in einer Abstraktionsrichtung “reduziert”. Das mag schon sein. Aber nichts von dieser “Relativierung” entraubt den Agenten der Möglichkeit, absolut wahre Aussagen zu formulieren. Greife ich aus der Welt, in der die Dinge “zusammenhängen” mein Auto heraus und prädiziere von ihm die Farbe “blau”, so ist das wahr oder falsch. Es ist vermutlich immer ein Fehler, eine erkenntnistheoretische Position vor die Wahrheitstheorie zu schieben. Unser “Zugang” zur Realität ist so direkt, wie er nur sein kann. Das Problem besteht nicht darin, prinzipiell wahre Aussagen zu formulieren, sondern darin, optimale Beobachtungskonstellationen und Indizienketten herzustellen. Das sollte uns aber nicht dazu animieren, den Wahrheitsbegriff selbst zu relativieren.

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Knowledge

Monday, 29. January 2007 10:09

Das Ideal von Wissen ist und war schon immer: etwas können (know-how) + wissen, warum es funktioniert (Prinzipienwissen) und imstande sein, den Gebrauch des Wissens über souveräne Prinzipienverfügung anzuleiten, ja zu motivieren (man weiß, wann welche Mittel zu mobilisieren sind). Deshalb der Spruch: Wissen heiße, lehren zu können (Mittelstraß); anders ausgedrückt: Können ohne Prinzipienwissen ist blind, Prinzipienwissen ohne Können leer.

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KNOWING-THAT

Tuesday, 23. January 2007 19:40

In der Philosophie mußte die Analyse des Ausdrucks “wissen, daß p” (knowledge is justified true belief) um die Klausel “die Überzeugung muß in der richtigen Weise zustandegekommen sein” erweitert werden. Warum?
Bsp.: Man stelle sich einen Weinkenner bei einer Identifikationsaufgabe vor. Aufgrund gewisser Merkmale sagt er: “das ist ein Chateauneuf du Pape, Jahrgang….” und liegt richtig. Die Überzeugung ist wahr und durch Indikatoren gerechtfertigt. Was aber, wenn es eine Wein gäbe, den er nicht von diesem Wein unterscheiden kann und ihn hier nur zufällig nicht identifizieren mußte. Letzterer hätte es auch sein können. Diese Nichtausschließbarkeit verhindert es, zu sagen, der Probant hätte gewußt, daß es sich um den Chateauneuf handelt. Dieser Umstand dürfte es auch schwierig machen ein Korrelat für “Wissen” im Gehirn ausfindig zu machen, denn evtl. weiß unser Probant gar nichts von dem äußerst ähnlichen Wein. Und wie kann etwas im Gehirn sein, das einem gar nie in irgendeiner Weise “begegnet” ist.

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WISSEN, DASS P

Wednesday, 17. January 2007 12:58

Der gebräuchliche faktive Wissensbegriff ist sehr druckempfindlich. Legt man harte, aber angemessene Maßstäbe an (justified true belief…), dann bestehen sehr viele vorgebliche “Wissensgüter” diesen Test nicht. Schwächt man ab, gelten zu viele Dinge als Wissen. So bezeichnen Personen mitunter Überzeugungen als Wissen, deren Wahrheit nicht erwiesen oder nicht einmal geprüft wurden. Ständig vor dem Wissensbegriff eine Vorbehaltsklausel einzufügen (z.B. “vermeintlich”; “purported knowledge”) ist zu umständlich und wirkt peinlich sokratisch. Am besten man behandelt ihn “logisch”: man setzt Wissen umstandslos voraus (macht den Begriff nicht im voraus abhängig von Prüfung) und setzt ihn dann bei Bedarf zu bloßer Überzeugung herunter. Damit wäre unserem “epistemischen Optimismus” auch Genüge getan. “Wissen, daß p” wäre dann in der Terminologie Ryles semantisch eine Art “Erfolgswort”.

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GAP

Friday, 29. December 2006 15:18

Unser Problem, wann Überzeugungen wahr sind, liegt im “Gap” zwischen unseren Erfüllungskandidaten und den tatsächlichen Erfüllern unserer Hypothesen und Annahmen. Dieses Loch kann man nicht durch “footstamping” lösen. Der beste Kandidat ist doch immer noch: man sieht es. Was käme denn sonst in Frage?

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