Beitrags-Archiv für die Kategory 'methods'

Gefühlselimination

Monday, 16. April 2007 13:45

Man findet viele Definitionen, bei denen Vernünfigkeit mit der Ausschaltung der Emotionen verbunden wird. Demnach würde jemand unvernünftig handeln, bei dem Emotionen oder Befindlichkeiten überhaupt irgendeine Rolle spielen. Das ist irreführend - fehlende Präzision. Überlegen sollte in der Tat kühl sein. Das schließt aber nicht aus, daß Befindlichkeiten oder Emotionen als Gegenstand der Überlegungen - als Kalkulationsfaktor - jederzeit einfließen dürfen.

Beispiel:
Jemand sitzt schon tagelang an einer Arbeit und kommt nicht so recht weiter. Er bemerkt bei sich eine gewisse Lustlosigkeit und Verödung der Einfälle. Er entschließt sich daraufhin, die Arbeit liegenzulassen, drei Tage wegzufahren und den “Akku” wieder aufzuladen. Hier wurde eine Befindlichkeit geortet, ein Kausalzusammenhang statuiert und eine Entscheidung mit Präferenzen getroffen.
Geht es nach der “Kur” besser, wird man schlecht sagen können, der Agent habe unvernünftig gehandelt (falls - all things considered - nichts anderes dagegensprach).

Die Formel der Elimination des Emotionalen durch Vernünftigkeit ist also konfus. Nur die Denkakte beim Überlegen in Überzeugungs- und Handlungsfragen selbst müssen emotionsfrei sein.

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Zuschreibung

Saturday, 7. April 2007 20:28

Es gibt bei der Zuschreibung der Fehlerverursachung bei Handlungen häufig eine Überblendung von zwei Dimensionen: der pragmatischen und der analytischen. In der Regel ist es vernünftig, pragmatisch davon auszugehen, daß man sich selbst in Bewegung zu setzen hat, wenn man Erfolge haben oder einen unliebsamen Zustand beenden möchte. Daraus folgt aber nicht (analytische Ebene), daß die Ursache des Zustandes man selbst sein muß. Wer kategorisch selbstzuschreibt handelt nicht weniger fehlerhaft wie derjenige, der kategorisch fremdzuschreibt. Die Ursachenverteilung ist a priori nicht festgelegt. Mal liegt sie da, mal dort. Das muß empirisch ermittelt werden (inquiry).

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Theoriedesign

Tuesday, 13. March 2007 12:04

Die Entwicklung moderner empirischer Theorien läßt sich sehr schön an Chomskys Theoriestationen ablesen. Man lasse Intuitionen hinter sich, führe sie aber ggfs. als Testinstanzen ein, fasse die zu untersuchenden Dinge als empirische Objekte auf und stelle Adäquatheitsforderungen (Beschreibungs- und Erklärungsadäquatheit) in den Raum. Erste Station: Taxonomie (Satzbäume); unbefriedigend; Zweite Station: Transformationensregeln (zwischen Sätzen); nicht hinreichend; Dritte Station: Parametrisierung einer tiefliegenden Prinzipienstruktur anstatt Regeln; dickte Theorie; Vierte Station: Einkochen der Struktur (Minimalistisches Programm); daran wird ersichtlich: Theoretische Terme haben die Funktion, einen Phänomenbestand (der Urteilskraft erfordert) in struktureller Verallgemeinerungsabsicht zu erklären. Der Akteur organisiert sich dabei die Abstraktionslagen über Forschungsperioden hinweg, um eine bestimmte Leistung zu erbringen (hier: erklären). Deswegen ist es Unfug, Abstraktion zu verunglimpfen.

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Psychologie

Friday, 2. March 2007 16:54

Es gibt drei zentrale psychologische Einstellungen, die ein rationaler Akteur mitbringen sollte: Konzentrationsfähigkeit, Coolness und umsichtige Geistesgegenwart.

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Elimination

Friday, 26. January 2007 19:56

Um die Rolle eines Konzepts zu verstehen, ist es methodisch heilsam, sich vorzustellen, man hätte es nicht zur Verfügung. Dann zeigt sich die Tragkraft des Konzepts.

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Gerrymandering

Thursday, 11. January 2007 14:32

Bei (mathematischen) Mengenbildungen befinden wir uns häufig zwischen der Scylla der Willkür und der Charybdis der Absurdität. Zuerst bilden wir die Menge der Boxer. Jeder kann gegen jeden antreten. Der Weltmeister wird gekürt. Dann meldet sich das Gerechtigkeitsempfinden: Behinderte oder Frauen gegen Tyson antreten lassen? Reaktion: Gesonderte Mengenbildung: Frauen, Männer, Behinderte, Kinder,…. Es werden Weltmeister gekürt. Bleiben wir bei den Männern. Wieder meldet sich das Gerechtigkeitsempfinden: einen Fliegengewichtler gegen George Foreman antreten lassen? Reaktion: Mengenbildung innerhalb der Männergruppe: Fliegengewicht, Bantam, Mittelgewicht, Schwergewicht… Eines wird jetzt klar: es gibt keinen natürlichen Haltepunkt mehr: nichts spricht dagegen, den Weltmeister in der Gruppe: männlich, weiß, blond, 175 cm groß, geboren am 16.2. 1970 zwischen 0 Uhr und 6 Uhr zu küren. Die Granulierung läßt sich beliebig weit treiben. Absurd. Ansonsten: Willkürverdacht. Hier ist es im übrigen unser Gerechtigkeitsempfinden, das den immer größer werdenden Verwaltungsaufwand zeitigt. Politisch: Kann es unter Bedingungen fortschreitenden Lobbyismus noch zu großangelegter “Entbürokratisierung” kommen? Wir sind hier wirklich in Verlegenheit: nicht weil es hier so komplex zuginge, sondern weil wir keine Haltepunkte festnageln können. Schlimmer: das “Natürliche” selbst gerät unter Verdacht. Dezisionismus. Scheiße.

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Thema: concepts&models, methods | Kommentare (0)

BIG POINTS

Monday, 25. December 2006 14:53

In der Philosophie - wie im Tennis - kann man das Spiel verlieren, obwohl man insgesamt mehr Punkte gemacht hat. Die big points müssen gemacht werden. Die entscheidende Schaltzentrale muß besetzt werden. Deshalb ist es besser, Jäger zu sein als Sammler. Die Welt wäre furchtbar, wenn immer nur die “Fleißigeren” gewönnen.

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Thema: aesthetics, methods | Kommentare (0)

UNTERSCHEIDUNGEN

Tuesday, 19. December 2006 9:27

Unterscheidungen muß man überall dort machen, wo Folgerungsunterbrechungen gezeigt werden können.

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Abfangjäger

Tuesday, 5. December 2006 13:39

Intelligente Leute gehen meist so vor: sie schenken Dir die Annahmen und fangen Dich erst bei den Folgerungen oder Konsequenzen jäh ab. Ziemlich elegant und nie ideologieverdächtig.

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EIGENPERSPEKTIVE

Thursday, 23. November 2006 8:46

Eine gute Perspektive für die Handlungskoordination für sich selbst ist diese: man erachte den gesamten Handlungsraum als Objektraum inclusive anderer Personen. Dann ergibt sich die unterschiedliche Behandlungsweise von Steinen und Personen nicht von vornherein über falschen Humanismus, sondern über verschiedene Beschreibungs- und Erklärungstaktiken, um die Objekttypen “in den Griff zu bekommen”. Dennett läßt grüßen.

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Thema: concepts&models, methods, systematics | Kommentare (0)