Thursday, 27. March 2008 12:43
Dieser Begriff kann zu Missverständnissen führen. Warum? Philosophen wie Davidson oder Brandom fassen etwas nur dann als Überzeugung auf, wenn der Träger auch den “Content” seines “belief” als möglicherweise falsch auffassen kann. Das realistische Moment ist in den Begriff eingebaut (dadurch kommt Wahrheit und Falschheit ins Spiel). Daran wird auch die Fähigkeit festgemacht, “thoughts” haben zu können. Kein realistisches Moment - kein thought.
Naturalisten definieren den Begriff anders: sie sehen darin lediglich eine Diskriminierungsfähigkeit (Unterscheidungen machen können), die der Träger “intern” als Disposition zur Verfügung hat.
Deshalb würden Davidson und Brandom sagen, dass ein Thermometer (das ist das übliche Beispiel) diskriminieren kann, wir ihm aber keinen Gedanken zuschreiben könnten, weil es nur reagiert. Das Konzept des Irrtums läuft ins Leere. Wir können nur metaphorisch sagen, das Thermometer irre sich.
Wenn nun gesagt wird: warum sollte ich dem Thermometer nicht “thoughts” zuschreiben, dann würde die Replik lauten: “Weil die Interpretation des Gesamtverhaltens dies nicht nahelegt”. Es reagiert nicht auf Beleidigungen, stößt selbst keine Handlungen an,…letztendlich das holistische Argument, denn Verhalten als Handlung zu beschreiben setzt ein ganzes Set von Begriffen wie “Absicht”, “Grund”, “Überzeugung” und dergleichen voraus.
Würde weiter insistiert, würden die Herren sagen: Nichts spricht dagegen, das Wort “Überzeugung” als Diskriminierungsfähigkeit zu definieren. Es ist nur nicht das Konzept, das wir in Anschlag bringen, wenn wir Handlungen aufbrechen. Handlungen sind eine Teilmenge von Verhalten. Verhalten ist eine Teilmenge von Bewegung. Damit wechselst Du das Thema.
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