Beitrags-Archiv für die Kategory 'concepts&models'

Metaphysik

Friday, 29. February 2008 9:30

In der (professionellen) Philosophie gibt es eine merkwürdige Spannung in Sachen Begriffsbestimmung des Ausdrucks “Metaphysik”. In Einführungen für Laien findet man die klassisch aristotelischen Bemerkungen, darin ginge es um “die ersten Gründe und Ursachen” und das “Seiende, insofern es seiend ist”. Manchmal wird dann zusätzlich von Sachverhalten gesprochen, die den “Erfahrungsraum überschreiten”. Wenns dumm läuft, verfügt unser Laie über Schnippsel nietzscheanischen Gedankenguts, wo von “Hinterwelten” die Rede ist. Das verhält sich merkwürdig verquer zu den Debatten, die von “den Australiern” (z.B. Armstrong) angestoßen wurden und seither Schule gemacht haben: eine Beschäftigung mit den allgemeinsten Entitäten / Typen von Entitäten, die man “in die Ontologie aufnehmen möchte”, also Kandidaten wie Ereignisse, Sachverhalte, Eigenschaften, Objekte, Klassen oder dergleichen. Der Weg zu Davidsons Herleitung von Ereignissen aus der Tiefengrammatik (logische Form) von Handlungssätzen ist sehr indirekt. Hier ist das, was man als Laie erwarten könnte weit entfernt von dem, was da verhandelt wird. So kann er glauben, man verhandele hier spirituelle oder religiöse Sachverhalte in spekulativer Manier. Sicher: man könnte Ontologie (vielleicht im Rückgriff aufs Mittelalter) begrifflich von Metaphysik trennen - doch das wird nicht wirklich gemacht.

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Idealiter

Wednesday, 20. February 2008 10:23

Ein weiteres Desiderat zum idealtypischen Konzept eines vollständigen Philosophen: der hohe Ordnungszustand (er orientiert sich ja lt. Kant im Denken) seiner Überlegungen befähigt ihn, in souveräner Weise zu orten, welche Typen von (vermeintlichem) Wissen er in der Gedankenstaffelung wann in Anschlag zu bringen hat. Er wird also nicht Psychologie oder Physik auffahren, wenn es gar nicht nötig ist. Er verfügt über die pragmatische Fähigkeit, in Handlungssituationen Gedankentypen in Gedankengänge adäquat und geordnet einzubauen. Er weiß auch, an welcher Stelle er die Kappungen vorzunehmen hat, sodass Abgeschlossenheit gewährleistet ist. Dazu benötigt er so etwas wie eine "logische Geographie" (Ryle) - er muss die Örter kennen.

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Thema: concepts&models, orders | Kommentare (0)

Leistungsbeitrag

Sunday, 18. November 2007 15:57

Ein aufgeklärter Pragmatismus muss sagen, dass die Lebensberechtigung eines Konzepts in seinem Leistungsbeitrag für mögliche Problemlösungen besteht. Als notwendig erweist er sich dadurch, dass man ohne ihn bestimmte Leistungen nicht erbringen kann. Er darf auch ruhig abstrakt sein und muss nicht empiristischen Restriktionen (Wahrnehmbarkeit) genügen. Die kritische Masse entsteht nicht durch seine Verankerung in der sinnlichen Welt sondern in seinem Problemlösungspotential.

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Thema: concepts&models, systematics | Kommentare (0)

Pragmatismus

Saturday, 10. November 2007 10:42

Ein Maß für die äußerst starke Einbettung pragmatischen Verhaltens ist: die Häufigkeit, mit der man im Alltag die Frage nach dem Sinn, der Bedeutung oder der Funktion eines Objekts konfrontiert sieht mit der Replik: “…das hängt davon ab, was sie damit machen wollen”. Angaben a la “how to do things with…” (words, numbers, cars, women, computers,…) sind auch der Ausdruck unserer Handlungssouveräneitität. Deshalb führt an der Gebrauchs- und Verwendungsdimension (= Pragmatismus) kein Weg vorbei.

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Thema: concepts&models, ecosophia, methods, technics | Kommentare (0)

Ritual

Sunday, 7. October 2007 16:09

Zur Ausdrucksgruppe der Worte, die in ihrer Orientierung empirisch sowie explanatorisch durchaus gehaltvoll sind, gebildet wirken und dennoch nichts zeigen, gehört auch der Ausdruck “Ritual”. Wenn ich ihn von einem Handlungszusammenhang prädiziere, so ist nichts darüber gesagt, ob dieser sinnvoll oder intelligent ist.

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Thema: arguments, concepts&models, reasoning | Kommentare (0)

Schema

Sunday, 7. October 2007 15:08

” Z.B. kann man nach einem Schema nur Handeln, wenn jemand das Schema zuvor entworfen hat. Das Entwerfen eines Schemas ist ein Denkakt, der dem Schema vorausgeht. Wir werden zu der Annahme neigen, dass das, was bei dem Handeln nach dem Schema geschieht, nicht exakter sein könne, als es der Gedanke war, durch den das Schema selbst entworfen wurde. Wie es auch hiermit stehen möge, jedenfalls ist das Entwerfen eines Schemas ein Denkakt, der nicht nach diesem Schema verläuft.”

K.F. von Weizsäcker, Die Einheit der Natur, S. 47

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Thema: big points, concepts&models, reasoning | Kommentare (0)

Axiom

Tuesday, 14. August 2007 21:32

Manchmal wird so geredet, als hätten Axiome nur deshalb, weil sie irgendwie “grundlegend” sind, einen Sonderstatus. Es handelt sich aber auch nur um Sätze, die intuitiv vernünftig, sinnvoll oder zutreffend sind.

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Thema: beliefs, concepts&models, words | Kommentare (0)

Verwaltung

Saturday, 11. August 2007 15:19

Wenn man sich über den Status philosophischer Sätze im unklaren ist, - wenn man nicht weiß, ob es sich um analytische oder synthetische Sätze handelt (vgl. Kant) - dann macht man vermutlich keinen Fehler, Philosophie als Verwaltungstätigkeit aufzufassen. Überzeugungen, Konzepte in ihrer Gesamtheit + deren Verknüpfungen (web of belief) werden verwaltet. Ob das Mehrwert zutage fördert kann dann im Sinne eines Unternehmens beantwortet werden, das sich fragt, ob Verwaltungstätigkeiten wie “Rechnungen schreiben” oder “Buchhalten” im Verhältnis zur “Produktion” Mehrwert schafft. 

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Thema: analysis, concepts&models, ecosophia | Kommentare (1)

Authentizität 3

Sunday, 22. July 2007 13:49

Würde man unser alltägliches “In-der-Welt-Sein” phänomenologisch als heideggerschen Orientierungsmodus verstehen wollen, dann müßten wir von einer “taktischen Temperiertheit” sprechen. Es wäre ein Fehler, das “verlogen” zu nennen; es ist einfach nur ein in Gleichgewichten zu beschreibender Balanceakt zwischen Fordern und Zügeln, Investieren und (Er)sparen, Positionieren und Vermeiden, Exponieren und Verdecken.

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Thema: analysis, concepts&models, ecosophia, society | Kommentare (0)

Authentizität 1

Sunday, 22. July 2007 13:24

Man kann nahezu jede persönliche Interaktion als Geschäftsgebahren verstehen. Deshalb müssen auch Selbstzuschreibungen oder Forderungen nach Authentizität unter Vorbehalt bis zur Prüfung gesetzt werden (”ich bin authentisch”; “sei authentisch”). Im ersten Fall handelt es sich nicht selten um eine Werbemaßnahme (ist also selbst Teil eine Strategie oder Taktik), im zweiten Fall möchte man bessere Berechnungsgrundlagen für das Gegenüber erhaschen. Würde man das bestreiten, so hieße das zu behaupten, daß aus der persönlichen Selbstauskunft, man sei authentisch, folgt, daß man authentisch ist. Wer würde das unterschreiben wollen?

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Thema: concepts&models, ecosophia, technics | Kommentare (0)