Beitrags-Archiv für die Kategory 'reasoning'

Passung

Monday, 9. August 2010 7:56

Manchmal hat man ja den deutlichen Eindruck, im “Staunen” (oder in dessen künstlich kultivierten Form) könnte schon der Fehler liegen. Ist nicht schon die aufpoppende Frage, warum “die Mathematik so gut zur Wirklichkeit passt” konfus? Ist nicht schon von vornherein klar ist, dass es darauf eine triviale Antwort geben muss? Zumindest drängt sich der Verdacht einer erkenntnistheoretisch verdrehten Fragestellung auf.

No tag for this post.

Verwandte Artikel

Thema: reasoning | Kommentare (1)

Überdruss

Friday, 21. March 2008 21:36

Angenommen, jemand hat die Überzeugung Ü und ändert sie nur, weil er dieser Überzeugung überdrüssig ist; Ü “kommt der Person langweilig vor”. So etwas kann vorkommen, vor allem, wenn man immer wieder mit denselben Aussagen konfrontiert wird (Gebetsmühlenhaftigkeit). Aber es wäre nicht in Ordnung. Der psychische Zustand darf keinen Einfluss haben, weil sich an der Indizienlage nichts geändert hat. So zeigt sich die Impotenz des Psychischen.

No tag for this post.

Verwandte Artikel

Thema: analysis, reasoning | Kommentare (0)

Konfusion

Friday, 28. December 2007 12:04

Man kann konfus sein, ohne konfus zu sein. Philosophen verwenden den Ausdruck “konfus” im Sinne von Vermengung (confundere). Es wird eine Differenzierung “übersehen”, die zu falschem/inkorrektem Gedankengut in der Folge führt. Im Alltag denotiert man damit aber einen Geisteszustand, insofern er (in Leibnizs Terminologie “verworren” ist. Jemand kann aber eine Differenzierungsleistung verfehlen, ohne verworren zu sein. So könnte jemand bei einer Weinprobe zwei sehr ähnlich schmeckende Rotweine nicht “auseinanderhalten” können (vermengen), ohne dass er geistig in Richtung Verworrenheit entgleist. Oder jemand könnte zu grobkörnige Unterscheidungen eines Fachbuchs rational übernehmen, ohne auch nur verwirrt zu sein. Ein Grund mehr, das Psychologische vom Sachlichen zu trennen.

No tag for this post.

Verwandte Artikel

Thema: beliefs, knowledge, reasoning | Kommentare (0)

Folgen

Tuesday, 25. December 2007 12:06

In Texten zumeist philosophischer Natur habe ich - selbst unter Logikern - schon sinngemäß folgende Redeweise zu Gesicht bekommen: “Ich neige zu der Ansicht/vermute, das B aus A folgt”. Ist so eine Aussage jemals sinnvoll? Kann man eine logische Folgerung vermuten?

Tags: ,

Verwandte Artikel

Thema: reasoning | Kommentare (3)

Erklären

Sunday, 7. October 2007 18:13

Nicht zum ersten Mal habe ich vor kurzem einen Lehrer sagen hören, die Philosophen hätten versucht, “die Welt zu erklären”. Ich weiß nicht, was damit gemeint sein könnte - ein Formeltyp, wie er in seiner Machart oft in Künstlerkreisen verwendet wird. Da Leute, die so etwas sagen, wohl selbst nicht wissen, was sie mit dieser Phrase meinen, fällt es ihnen demnach auch nicht schwer, sie zu brüskieren.

Tags: , , ,

Verwandte Artikel

Thema: analysis, motives, reasoning | Kommentare (0)

Ritual

Sunday, 7. October 2007 16:09

Zur Ausdrucksgruppe der Worte, die in ihrer Orientierung empirisch sowie explanatorisch durchaus gehaltvoll sind, gebildet wirken und dennoch nichts zeigen, gehört auch der Ausdruck “Ritual”. Wenn ich ihn von einem Handlungszusammenhang prädiziere, so ist nichts darüber gesagt, ob dieser sinnvoll oder intelligent ist.

No tag for this post.

Verwandte Artikel

Thema: arguments, concepts&models, reasoning | Kommentare (0)

Schema

Sunday, 7. October 2007 15:08

” Z.B. kann man nach einem Schema nur Handeln, wenn jemand das Schema zuvor entworfen hat. Das Entwerfen eines Schemas ist ein Denkakt, der dem Schema vorausgeht. Wir werden zu der Annahme neigen, dass das, was bei dem Handeln nach dem Schema geschieht, nicht exakter sein könne, als es der Gedanke war, durch den das Schema selbst entworfen wurde. Wie es auch hiermit stehen möge, jedenfalls ist das Entwerfen eines Schemas ein Denkakt, der nicht nach diesem Schema verläuft.”

K.F. von Weizsäcker, Die Einheit der Natur, S. 47

No tag for this post.

Verwandte Artikel

Thema: big points, concepts&models, reasoning | Kommentare (0)

Neutralität

Saturday, 15. September 2007 19:09

Immer wieder trifft man das Missverständnis an, dass logische Sachverhalte auf bestimmte Gegenstandsgebiete bezogen werden, z.B. auf die Mathematik (”dort gehts logisch zu”). Die Leute sprechen dann so, als ob die Logik dort hingehöre. Das legt dann nahe, zu denken, in anderen Bereichen gehe es “unlogisch”, “alogisch” oder “nicht so logisch” zu. Ganz beliebt: das Gefühlsleben. Es wurde aber von führenden Logikern immer betont, dass die Logik “topic neutral” ist (so Ryles Worte). Deswegen überführt man ja auch Kandidaten für gültige logische Folgerungen in eine Sprache mit formalen Variablen, Konstanten, Konnektoren usw.. (man “deinterpretiert” in Quines Worten und lagert den Gegenstandsbereich künstlich aus). Ist ein derartiges Schema gültig, dann ist es egal, ob über Gefühle, Krampfadern oder Renditen gesprochen wird, insoweit die gleichen schematischen Ausdrücke durch die die gleichen Korrelate ersetzt werden. Wenn, dann durchzieht “das Logische” unserem gesamten Denkraum und besetzt nicht etwa eine Schamecke.

Tags: , ,

Verwandte Artikel

Thema: analysis, reasoning, words | Kommentare (0)

Muster

Sunday, 26. August 2007 13:19

Die Ansicht, dass man beim Interpretieren von Objekten oder Verhalten “nur” Muster projeziert, die irgendwie mit den Aktivitäten des Gehirns in Verbindung stehen, erfreut sich großer Beliebtheit. Das kann man auch so stehen lassen (vielleicht ohne das “nur”, denn dass da irgendwelche Mechanismen im Spiel sind, stand ja immer außer Frage - sonst gäbs auch nichts zu forschen). Mich stört eher, dass das nicht hinreichend sein kann.

Dazu stelle man sich zwei Personen vor, S (für Stratege) und D (Strategiedeuter). Alltagsbeispiele wären: ein Personalchef, der einem Bewerber nicht sagt, was er eigentlich mit ihm vorhat, eine Frau, die einen Mann an der Nase herumführt (sie spricht von Liebe und meint sein Portemonnaie), ein Verkäufer, er seine besseren Informationen beim Verkauf gegenüber D kapselt, zwei Schachspieler, bei denen einer die weißen Steine, der andere die schwarzen hat (Nachziehen), ein Lehrer, der seinen Schülern absichtlich vorgaukelt, sie bräuchten später das Wissen, das er lehrt (und über dieses Werbemanöver seinen Unterhalt bezieht; vor kurzem erlebt: ein Lehrer insinuiert Schülern, ohne Pythagoras gings im Leben nicht).

Wir haben a priori die Vorstellung dass der D den S falsch interpretieren kann (unzutreffendes Muster). Wir können uns auch vorstellen, dass D sich immer näher an die tatsächliche Strategie von D heranpirscht (formal ist das so: er beginnt mit einer grobkörnigen Hypothese, und schachtelt sie immer feinkörniger ein, sodaß die grobkörnigste Hypothese aus allen feinkörnigeren folgt).

Das Entscheidende ist: wir haben eine Vorstellung davon, dass D den S prinzipiell “stellen” kann; dann nämlich, wenn seine Hypothesen genau das abbilden, was S sich tatsächlich denkt. Das ist nicht nur “Gedankengut”, denn es schließen sich Handlungen an und man stellt evtl. stolz fest: “Ich bin ihm/ihr nicht auf den Leim gegangen.” Wir können jetzt sagen: D interpretiert S richtig, seine Hypothesen sind wahr. Auch über die Form dieser Hypothese, einem komplexen (zusammengesetzten) Satzgefüge, in denen von Absichten, Plänen, Modi, Überzeugungen die Rede ist: “Weil S dies und jenes erreichen möchte, und dies und jenes über mich und die Welt glaubt, macht er diesen und jenen Zug in dieser Art und Weise.”
Ein derartiges Aufschlüsselungs-Können ist heute eminent wichtig geworden, denn es stehen immer dichter werdende Sanktionen darauf, andere Personen per Gewalt zu dem zu bewegen, was im eigenen Interesse steht. Deshalb verschiebt sich alles in Richtung Kapselung, Schläue, Verdeckung, Informationsdefizite ausnutzen, vor vollendete Tatsachen stellen (”schneller ziehen”).
Redet man “nur” von Mustern, dann stellt man in Abrede, dass es richtige und verkehrte gibt, ja dass es die Möglichkeit einer idealen Abbildung gibt. Dass das der Normalfall ist, will ich damit nicht sagen, aber es ist prinzipiell möglich. Davon gehen wir auch im Alltag aus, selbst dann, wenn die Indizien mager sind. Oft sind wir auch zu faul, um nachzuforschen oder wir betrachten diese Investition als unökonomisch. Übrigens: Galilei ging ja auch von einem idealen Kalkül aus, und nicht von dem, was er vorfand (siehe. C.F. von Weizsäcker).

Es ist der Unterschied zwischen “einem Muster zuordnen” und das “richtige Muster zuordnen”, das die Musik macht. Einebnen kann man das nur, wenn man alle Muster als gleichwertig behandelt. Das aber ist absurd und könnte nicht erklären, weshabl manche Muster erfolgreicher sind als andere (zumindest langfristig). Es gäbe dann im Leben auch keinen Grund mehr, sich in irgendeiner Form schlauzumachen, zu “ermitteln”.

Es ist mittlerweile eine richtige Plage geworden, dass inadäquate Erkenntistheorien (zumeist Perspektivismustheorien oder Theorien, die mit einem metaphorischen Fehlschluss arbeiten, demgemäß Gehirne etwas “tun”) über derartig einfache Überlegungen einfach drübergestülpt werden. Vor allem handeln die Vertreter dieser Erkenntnistheorien ihren eigenen Theorien zuwider; denn sie glauben immer, dass man etwas tatsächlich herausfinden kann - sie schauen fern und lassen sich über die Geschichte aufklären, sie stöbern bei Wikipedia, nehmen Gesetzesnovellen ernst und machen andere per Argument darauf aufmerksam, daß sie etwas “falsch” sehen. Das ist ein Bruch zwischen theoretischem Unterbau und faktischem Handeln, auf den schon Dewey immer hinwies.

Um Missverständnissen vorzubeugen: in einer vollständigen Theorie können naturwissenschaftliche und “sonstige” Erkenntnisse nicht kollidieren.

Tags: , , , ,

Verwandte Artikel

Thema: inquiry, motives, reasoning | Kommentare (0)

„Einstellungen“

Wednesday, 15. August 2007 6:56

Wir werfen gerne mit Einstellungsprädikaten wie “skeptisch”, “realistisch”, “optimistisch” um uns, um Dispositionen von Personen zu markieren. Das ist Psychologie oder aber die Umgehung sprachlicher Redundanzen, denn nichts hängt von dieser Zuschreibung ab. Man tut so, als hinge Sinn und Verstand von Überzeugungen und Handlungen von ihnen ab. Das ist Humbug. Entweder der Gedanke greift, oder er greift nicht.

Tags: , ,

Verwandte Artikel

Thema: reasoning, truth, words | Kommentare (1)