Beitrags-Archiv für die Kategory 'reasoning'
Aug
04
Saturday, 4. August 2007 18:48
Es gibt eine wahrnehmbare Tendenz zur Funktionalisierung des Denkens. So läßt sich vorstellen, daß man einstmals substantielle Form-Vorstellungen syntaktischer, semantischer oder ontologischer Art dessen hatte, was als “Theorie” gelten kann (oder als “Definition”…). So könnte jemand gesagt haben, daß Theorien Überlegungen sind, die wahrnehmbare Dinge aufführen und einen anderen Tatbestand erklären. Dann war vielleicht aufgefallen, daß man oft nicht sichtbare Dinge benötigt (z.B. Absichten), um Handlungen zu erklären. So erweiterte man den Theoriebegriff. Diesen Vorgang stelle man sich mehrmals vor. Dann bleibt zum Schluß die mächtige, aber blasse Vorstellung übrig, eine Theorie sei etwas, das etwas anderes erklärt. Eine Variable mit einem Erklärungsfunktor. Die eingeschränkteren Formen zerschellen dabei jedesmal an unserem Unwillen, funktionierende oder tragfähige Ansätze aufzugeben. Vom Substanz- zum Funktionsbegriff sozusagen (Cassirer).
Tags: bewerten, erklären, methodologisieren, modellieren, vermessen
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Thema: reasoning, systematics |
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Jul
16
Monday, 16. July 2007 8:19
Die Maxime, man solle auf das “Wesentliche” achten, ist häufig nahezu leer, weil ex post. Der Pragmatiker, der sich dynamisch in ein Handlungsfeld mit Zukunft hineinoperierend wahrnimmt, weiß ja häufig gar nicht, welche Weltattribute die wesentlichen sind oder was eine Indikator für etwas anderes per Gesetzesartigkeit ist; oft kennt er ja noch nicht einmal das Problem. Wenn eine Polizeistreife an einem korrekt geparkten weißen Auto gegenüber einer Sparkasse vorbeifährt, das sich später als Fluchtauto bei einem Bankraub herausstellt, hat der Polizeibeamte dann einen Fehler gemacht, weil er sich das Nummernschild des unauffälligen Autos (das Wesentliche der Identifikation) nicht gemerkt hat?
Tags:
ermitteln,
kontrollieren,
navigieren,
taxieren,
vermessen
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Thema: analysis, concepts&models, reasoning |
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Jul
15
Sunday, 15. July 2007 13:53
Der Begriff der Objektivität lädt aufgrund seiner Mehrdeutigkeit zu Mißverständnissen geradezu ein. Manchmal meint er unparteiisch, unvoreingenommen, manchmal sachlich, manchmal wahr, manchmal intersubjektiv geltend und schließlich bezeichnet er im philosophischen Gebrauch die Sicht “sub specie aeternitas” eines gedachten allwissenden Subjekts. Ich empfehle, den Begriff zunächst vor der Tür zu lassen und mit der schlichten und harten Währung wahr/falsch in assertorischen Kontexten zu arbeiten. Ansonsten handelt man sich den Perspektivismus oder Relativismus von Skeptikern ein. Objektivität und Wahrheit sind auch nicht äquivalent, denn jemand kann objektiv im Sinne von unparteiisch sein und trotzdem etwas Falsches glauben (=etwas glauben, das falsch ist). Pragmatisch gewendet kann man sich auch nur um Objektivität bemühen; man kann sich nicht auf sie berufen.
Tags:
(ver)gelten,
bezahlen,
buchen,
einkaufen,
kontrollieren,
lagern
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Thema: analysis, beliefs, knowledge, reasoning, truth, words |
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Jun
28
Thursday, 28. June 2007 3:31
Es ist eine gewaltige Ironie, daß das Verfahren der “Diskussion” unser Urteilvermögen eher schwächt als stärkt. Daraufhin sagt man oft entnervt und schulterzuckend: “Das ist schwierig”. Der Dschungel der sogenannten “Sichtweisen” oder “Perspektiven” erscheint undurchdringlich und letztendlich wartet immer der Dezisionismus dahinter. In Tatsachenfragen (was ist der Fall) im Gegensatz zu praktischen Fragen (was ist zu tun) wissen wir aber a priori, daß irgendwas der Fall sein muß. Deshalb liegt es hier ja auch nahe, mit Platon die Verirrung in den rhetorischen Elementen tendenziösen Diskussionsverhaltens zu erblicken. Sie verstellen uns nicht selten den Weg.
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Thema: analysis, arguments, knowledge, reasoning |
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Jun
28
Thursday, 28. June 2007 2:25
Manchmal wird gesagt, je vernetzter Denken ist, desto besser. Frauen nehmen das gerne im Rückgriff auf “cerebrale Forschungsresultate” für sich in Anspruch. Was aber soll das heißen? Sinnvoll kann es nur heißen, daß entlang von bekannten Parameterwerten eine gedankliche Bahn gelegt wird, die alle Parameter berücksichtigt bzw. erfüllt. Eigentlich ein alter Hut. Man kann auch nicht sagen: je mehr Dimensionen, desto besser, weil manche Dimensionen ja gar nicht relevant sind (das am meisten vernetzte Denken würde nicht weniger als das gesamte Universum in einer symbolischen Darstellung umfassen). Die Kunst besteht deshalb nicht in dieser Entgrenzung, sondern in der Isolierung der relevanten Größen. Sie könnte durchaus auf eine einzige Größe als unabhängige Variabele zusammenschnurren.
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Thema: analysis, concepts&models, inquiry, reasoning |
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Jun
28
Thursday, 28. June 2007 2:11
Ein Pragmatiker bezieht Gedankengänge immer auf mögliche Handlungen (siehe Peirce). So wird es ihm nicht reichen, wenn eine Person von sich selbst sagt, sie sei eine Ästhetin. Sie wird es erst, wenn sie bei ihren faktischen Handlungen ästhetische Bewertungen höher ansetzt als andere. D.h.: wenn eine Person A eine unattraktive Person B heiratet, dann kann A kein Ästhet sein, weil das “overruling” nicht greift. Natürlich wird sie sich zu helfen wissen, indem sie Geschmack privatisiert.
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Thema: aesthetics, analysis, beliefs, motives, reasoning |
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Jun
25
Monday, 25. June 2007 18:52
Gedanken respektive Gedankengänge können sinnvoll, klug, clever, vernünftig, zutreffend, effizient, folgerichtig, gut begründet oder wahr sein. Die Kategorie des Querdenkers wird solange in der Luft hängen, wie sie nicht in derartige Formen eingebettet werden kann. Nur etwas “anderes” zu sagen ist keine große Kunst, gedanklich abgestützter Strukturaufbau schon.
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Thema: analysis, beliefs, concepts&models, reasoning, systematics, truth |
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Jun
19
Tuesday, 19. June 2007 23:13
Heute abend bei Maischberger. Wieder kommt ein Rationalitätskalkül zusammen mit einer empirischen Erklärung daher. Jemand sagt, der Gottesglaube sei auf eine Schädigung des Hirnlappens zurückzuführen. Dies kann die Unvernünftigkeit der Gottesannahme nur erläutern. Daß es aber unvernünftig ist, das regelt nicht diese Hypothese, sondern die Gesamtheit der beobachtbaren Tatsachen, die einen solchen Glauben nicht gerade nahelegen. Die Hypothese sagt etwas über das Zustandekommen der Unvernünftigkeit aus, nichts hingegen über die Unvernünftigkeit selbst. Genesis und Geltung.
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Thema: analysis, arguments, beliefs, reasoning |
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Jun
18
Monday, 18. June 2007 18:56
Wenn man von den Mitteln, die man zur Verfügung hat, um Dinge zu beschreiben, zu erklären, zu modellieren usw. s o redet, als handele es sich um Brillen (Verstandesbegriffe, sprachliche Muster), “durch die man hindurchschaut”, dann hat man schon den entscheidenden Fehler gemacht. Denn dann ist jede systematische Vorstellung von grundsätzlichem, systematischem Irrtum mit allerlei “Blickwinkeln”, “Perspektiven” oder “Aberrationen” möglich geworden (die Brille kann zerkratzt, beschlagen oder falsch eingestellt sein). Besser ist es, in Begriffen von Messern und Gabeln zu denken, die wir gebrauchen.
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Thema: analysis, concepts&models, reasoning, words |
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Jun
17
Sunday, 17. June 2007 7:51
Gedanken sind Äquivalenzklassen von Äußerungen (die Menge der Äußerungen, die denselben Sinn haben und deshalb gegeneinander ausgetauscht werden können).
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Thema: concepts&models, reasoning |
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