Beitrags-Archiv für die Kategory 'speech'

Beziehungen

Sunday, 11. November 2007 18:18

Im Alltag kann man oft beobachten, dass der Ausdruck “bezieht sich auf” auch dann verwendet wird, wenn “ist verknüpft/assoziiert mit” genügte. Variante zwei ist weniger stark, weil die Richtungsdimension nicht mitgedacht wird. Ein gerichteter Bezug ist immer eine Verknüpfung (aus einer Beziehung folgt immer eine Verknüpfung), eine Verknüpfung aber nicht immer ein Bezug.

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Illokution

Sunday, 11. November 2007 14:04

Dass man mit Wörtern andere Dinge tun kann, als assertorische Aussagen hinzustellen, ändert nichts daran, dass die Wahrheit der den Sätzen entsprechenden Überzeugungen zentral sind für unseren intellektuellen Haushalt. Insofern können wahrheitzentrierte Überlegungen nicht durch Gebrauchsüberlegungen außer Kraft gesetzt werden.

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Thema: beliefs, speech, truth, words | Kommentare (0)

Literale

Saturday, 3. November 2007 13:15

In der Philosophie muss gelten: es ist buchstäblich gemeint, was gesagt wird. Der Verweischarakter von Zeichen muss minimiert sein bzw. die Aussagen müssen auf sich selbst verweisen. Die Rede muss “eminenten” Charakters sein. Es ist das Gebiet des Literalen. Deswegen haben dort Literaten, insofern sie Literaten sind, nichts zu suchen.

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Abstrakte Rede

Saturday, 3. November 2007 12:04

Wenn nicht gerade Bildungskritik angesagt ist, geben sich ältere Leute mitunter bass erstaunt über das intellektuelle Repertoire der Jüngeren. Das rührt häufig daher, dass es insbesondere im Bereich der Informationstechnologie und der Betriebswirtschaft einen professionalisierten, mit Anglizismen und abstrakten Termen durchsetzten Redegebrauch gibt (Operatoren, Parameter, Klassen, Objekte, generische Typen, Index,…). Schon beim Ausdruck “Information” stellt sich erste Verstörung ein. Diese Verbalien werden sicherlich oft korrekt verwendet. Trotzdem stellt sich eine Merkwürdigkeit ein: man hat nicht wirklich den Eindruck, dass sich diese Rede natürlich in den üblichen Wortschaft und die Persönlichkeit einbettet; dazu ist die gesamte Lebensführung mitsamt der einhergenden Urteilsmuster zu wenig “abstrakt” und sackt bisweilen sogar tief ins Infantile ab. Es ist komisch, einen logico-mathematisch unbefleckten Jungen ganz smart und lässig von Variablen sprechen zu hören. Das rüht daher, dass die Kontrastklassen der möglichen Bedeutungen dieses Ausdrucks ihm nicht präsent sind (der Ausdruck wurde z.B. selbst innerhalb der Mathematik unterschiedlich verstanden). Deshalb auch dieser Eindruck von imitierter Professionalität. Auch kann man sich nicht vorstellen, dass die nötigen Abstraktionsstufen vorher durchlaufen wurden; der Begriff der Variablen ist ein high-end Begriff und Tarski hat ihm trotz Einfachheit eine epochale Bedeutung zugestanden.
Die Rede wurde halt direkt erlernt. Und es ist ein Fehler, daraus zu schließen, dass der, der diese Stufe erklommen hat, auch den Weg dorthin verstanden hat. Beim Erlernen von Sprache rückt man einfach direkt in einen Gebrauchsbereich ein. Mehr nicht. Kein Grund für erhöhten Respekt. Die Aufgabe des Philosophen ist: die gesamte Rede zu homogeneisieren, explizit machen, die Verknüpfungswege zwischen diesen “Örtern” sichtbar machen, sodass nichts mehr in der Luft hängt. Ein topologisches System. Erst dann hätte man den berechtigten Eindruck, dass jemand die Sache als Persönlichkeit im Griff hat.

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Thema: analysis, knowledge, society, speech, systematics, words | Kommentare (1)

Fiktion

Saturday, 3. November 2007 10:45

Rede über Fiktionales und Rede über Tatsächliches unterscheiden sich auf der Verstehensebene in nichts. Insofern der Ausdruck “Yeti” begrifflich eingegrenzt ist, ist uns der Satz “Yetis sind Säugetiere” und “Wale sind Säugetiere” gleichermaßen verständlich. Die Verpackung der Yetis (unter Annahme ihrer Nichtexistenz) in einen eigens dafür eingerichteten Diskurs, den man “fiktional” nennt entspringt wieder einem ex-post Verfahren, bei dem man das Wissen nach Prüfung in die Semantik der Sätze einliest. Einer der Gründe, weshalb man besser Pragmatiker ist und sich immer die ex-ante Situation vorstellt. Freilich entlastet dieses Einsicht den Literaten nicht.

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Thema: analysis, inquiry, speech, truth, words | Kommentare (0)

Symbolischer Raum

Wednesday, 26. September 2007 10:10

Die Rede von “Räumen” hat sich ja bewährt. So ist jede Person Träger eines erweiterbaren, dynamischen Überzeugungsraums (die Elemente sind Überzeugungen, Propositionen). In gleicher Weise nimmt jede Person einen symbolischen Raum (Raum der verfügbaren Zeichen und Darstellungsmittel) in Beschlag, der ebenfalls erweiterbar und dynamisch ist (man könnte von symbolischen Zeitscheiben - slices - sprechen). Zu diesem Zustandsraum gehören Französisch-Kenntnisse oder der Gebrauch musikalischer Notation genauso wie Kenntnisse in der Programmiersprache Java, der Modellierungssprache UML oder Kenntnisse in algebraischen Strukturen. Die üblichen Zuordnungen in “geisteswissenschaftlich” oder “naturwissenschaftlich” sind dabei – pragmatisch - gegenstandslos. Je mächtiger der verfügbare Sprachrahmen, desto bessere Artikulations- und Durchsetzungschancen hat der Akteur – allerdings nur in Kombination mit einem wasserdichten Überzeugungsraum. Und in den Überzeugungen liegt die Erdung, weil man symbolisch spintisieren kann.

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Gespräche

Sunday, 29. July 2007 21:59

Das Ziel philosophischer Umtriebe ist es nicht, “miteinander ins Gespräch” zu kommen und den “Dialog zu suchen” (das ist die seichte, gadamersche Rückzugsposition), sondern Sachfragen unter Aufbietung von Rationalitätsressourcen zu entscheiden. Ob das geleistet werden kann, ist natürlich eine andere Frage, denn unsere Aufweis-, Nachweis- und Beweismöglichkeiten hinken erfahrungsgemäß hinter unseren Behauptungen hinterher. Das ist die eigentliche intellektuelle Tragik, die Relativisten die Munition liefert.

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Thema: analysis, arguments, speech | Kommentare (0)

Irreführende Namen

Tuesday, 17. July 2007 11:38

Beim Taufen von Produkten oder Dientstleistungen ist es vernünftig, den Namen Programm sein zu lassen. Das ist bei Eigennamen nicht so, denn niemand verfolgt ein Programm, wenn er seinen Sohn “Paul” oder ein Gewässer “Atlantik” nennt. Beim Benennen (Namen) kann man Fehler machen. Besser: die nahegelegte Programmatik ist irreführend. Ein prominentes Beispiel ist das basicthinking Blog (http://www.basicthinking.de/blog/) von Robert Basic, das ansonsten sehr gut gemacht ist und in dem man allerlei Nützliches um Internetpräsenz nachlesen kann. Die Frage ist nur: was ist “basic” an dem “thinking”? In welcher Weise gehts dort um Denken und Überlegen? A misnomer. Der Name wäre meinem Blog gut zu Gesicht gestanden. Vielleicht ist mir dieser prominente Blogger ja trotz Kritik zugeneigt und nimmt mich in die Liste seiner Fachblogs (Philosophie) auf.

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Äußerung

Monday, 2. July 2007 17:44

Die optimale Äußerungsform einer philosophischen Einsicht muß wie ein trockener Witz sein: aus der Zurückhaltung der Rede heraus den Satz kompakt und ortsgerecht placieren. Die musikalische Analogie: der Ton wird g e s e t z t, nicht gespielt.

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Definitionsprobleme

Sunday, 17. June 2007 7:33

Immer mal wieder bekommt man von Personen zu hören, bestimmte Wörter ließen sich nicht definieren. Ganz beliebt: Kunst, Liebe. Wird manchmal so gebraucht, um sich beim weiblichen Geschlecht einzuschmeicheln, das häufig das “ailleurs” (Mme Bovary) schätzt. Dabei kann es prinzipielle Definitionsprobleme gar nicht geben. Definitionen sind einfach nur Festlegungen des Wortgebrauchs und haben nicht die aristotelische Funktion, das “Wesen der Sache” anzugeben. Definitionen sollten adäquat sein (nicht: zutreffend) im Sinne einer Arbeitsdefinition. Werden mehrere Definitionen gemacht, wird mit Fallunterscheidungen gearbeitet, indem man sagt: “Gemäß Deiner Definition ist das ein y”, “gemäß der Definition von Herrn Müller ist es kein y”. Es sind tragende Elemente eines Gedankenzusammenhangs. Und ob sie in der Gesamtheit tragen ist entscheidend, nicht ob sie zutreffen.

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Thema: analysis, reasoning, speech | Kommentare (11)