Beitrags-Archiv für die Kategory 'systematics'
Nov
18
Sunday, 18. November 2007 15:57
Ein aufgeklärter Pragmatismus muss sagen, dass die Lebensberechtigung eines Konzepts in seinem Leistungsbeitrag für mögliche Problemlösungen besteht. Als notwendig erweist er sich dadurch, dass man ohne ihn bestimmte Leistungen nicht erbringen kann. Er darf auch ruhig abstrakt sein und muss nicht empiristischen Restriktionen (Wahrnehmbarkeit) genügen. Die kritische Masse entsteht nicht durch seine Verankerung in der sinnlichen Welt sondern in seinem Problemlösungspotential.
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Thema: concepts&models, systematics |
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Nov
03
Saturday, 3. November 2007 12:04
Wenn nicht gerade Bildungskritik angesagt ist, geben sich ältere Leute mitunter bass erstaunt über das intellektuelle Repertoire der Jüngeren. Das rührt häufig daher, dass es insbesondere im Bereich der Informationstechnologie und der Betriebswirtschaft einen professionalisierten, mit Anglizismen und abstrakten Termen durchsetzten Redegebrauch gibt (Operatoren, Parameter, Klassen, Objekte, generische Typen, Index,…). Schon beim Ausdruck “Information” stellt sich erste Verstörung ein. Diese Verbalien werden sicherlich oft korrekt verwendet. Trotzdem stellt sich eine Merkwürdigkeit ein: man hat nicht wirklich den Eindruck, dass sich diese Rede natürlich in den üblichen Wortschaft und die Persönlichkeit einbettet; dazu ist die gesamte Lebensführung mitsamt der einhergenden Urteilsmuster zu wenig “abstrakt” und sackt bisweilen sogar tief ins Infantile ab. Es ist komisch, einen logico-mathematisch unbefleckten Jungen ganz smart und lässig von Variablen sprechen zu hören. Das rüht daher, dass die Kontrastklassen der möglichen Bedeutungen dieses Ausdrucks ihm nicht präsent sind (der Ausdruck wurde z.B. selbst innerhalb der Mathematik unterschiedlich verstanden). Deshalb auch dieser Eindruck von imitierter Professionalität. Auch kann man sich nicht vorstellen, dass die nötigen Abstraktionsstufen vorher durchlaufen wurden; der Begriff der Variablen ist ein high-end Begriff und Tarski hat ihm trotz Einfachheit eine epochale Bedeutung zugestanden.
Die Rede wurde halt direkt erlernt. Und es ist ein Fehler, daraus zu schließen, dass der, der diese Stufe erklommen hat, auch den Weg dorthin verstanden hat. Beim Erlernen von Sprache rückt man einfach direkt in einen Gebrauchsbereich ein. Mehr nicht. Kein Grund für erhöhten Respekt. Die Aufgabe des Philosophen ist: die gesamte Rede zu homogeneisieren, explizit machen, die Verknüpfungswege zwischen diesen “Örtern” sichtbar machen, sodass nichts mehr in der Luft hängt. Ein topologisches System. Erst dann hätte man den berechtigten Eindruck, dass jemand die Sache als Persönlichkeit im Griff hat.
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Thema: analysis, knowledge, society, speech, systematics, words |
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Aug
04
Saturday, 4. August 2007 18:48
Es gibt eine wahrnehmbare Tendenz zur Funktionalisierung des Denkens. So läßt sich vorstellen, daß man einstmals substantielle Form-Vorstellungen syntaktischer, semantischer oder ontologischer Art dessen hatte, was als “Theorie” gelten kann (oder als “Definition”…). So könnte jemand gesagt haben, daß Theorien Überlegungen sind, die wahrnehmbare Dinge aufführen und einen anderen Tatbestand erklären. Dann war vielleicht aufgefallen, daß man oft nicht sichtbare Dinge benötigt (z.B. Absichten), um Handlungen zu erklären. So erweiterte man den Theoriebegriff. Diesen Vorgang stelle man sich mehrmals vor. Dann bleibt zum Schluß die mächtige, aber blasse Vorstellung übrig, eine Theorie sei etwas, das etwas anderes erklärt. Eine Variable mit einem Erklärungsfunktor. Die eingeschränkteren Formen zerschellen dabei jedesmal an unserem Unwillen, funktionierende oder tragfähige Ansätze aufzugeben. Vom Substanz- zum Funktionsbegriff sozusagen (Cassirer).
Tags: bewerten, erklären, methodologisieren, modellieren, vermessen
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Thema: reasoning, systematics |
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Jun
25
Monday, 25. June 2007 18:52
Gedanken respektive Gedankengänge können sinnvoll, klug, clever, vernünftig, zutreffend, effizient, folgerichtig, gut begründet oder wahr sein. Die Kategorie des Querdenkers wird solange in der Luft hängen, wie sie nicht in derartige Formen eingebettet werden kann. Nur etwas “anderes” zu sagen ist keine große Kunst, gedanklich abgestützter Strukturaufbau schon.
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Thema: analysis, beliefs, concepts&models, reasoning, systematics, truth |
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May
19
Saturday, 19. May 2007 18:48
Wäre es wissenschaftlich, philosophisch oder überhaupt reizvoll, gedankliche Strukturgewinnungsmaßnahmen durch “Storytelling” und die Abschilderung von vorüberziehenden Vorgängen in der Realiät zu ersetzen? Nein. Es käme uns recht schnell sehr fade vor. Wir alle möchten diese Vorgänge schon als Instanzen einer Gesetzmäßigkeit oder Regel strukturell unter Dach und Fach bringen. Die Kontrollreichweite steigt dadurch.
Tags:
erklären,
kalkulieren,
kontrollieren,
manipulieren,
navigieren,
spekulieren
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Thema: inquiry, motives, reasoning, systematics |
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May
07
Monday, 7. May 2007 13:38
Was wir benötigen - und was in der Philosophiegeschichte nur zum Teil oder gar nicht systematisch angegangen wurde - ist eine Gebrauchstheorie des Verstandes. Eine endliche, erweiterbare Liste von Verfahrensweisen, die uns nahelegt, in Situationen vom Typ X bewährte Ressourcen vom Typ Y zu mobilisieren. “Regulae ad directionem ingenii” sozusagen, die uns wie Messer und Gabel zur Verfügung stehen und über deren Einsatz der Akteur souverän entscheidet. Diese Anweisungsfragmente würden ohne expliziten Rückgriff auf die Computermetaphorik (es bringt - praktisch gesehen - nichts, sich selbst als die Software des Computers aufzufassen) als Verwendungsmodule eingeführt und enthielten von sich aus auch keine Verweise auf das Leib-Seele-Problem. Den Kern dieses Unterfangens würde eine “Gebrauchstheorie des Nutzens” ausmachen. Nur so könnten sich professionelle Philosophen des Einwands entschlagen, sie produzierten intellektuelle Halden ohne praktischen Punch. Außerdem wäre dem “Primat der praktischen Vernunft” Folge geleistet, ohne Moral eine Sonderrolle zuzugestehen. Moralische Urteile werden zu einem Teil unseres Arsenals.
Tags:
modellieren,
navigieren,
orientieren,
unternehmen
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Thema: concepts&models, methods, systematics |
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Apr
18
Wednesday, 18. April 2007 18:04
Als Wittgenstein in seinen “Philosophischen Untersuchungen” einst schrieb, philosophische Fragen hätten die Form “ich kenne mich nicht aus”, so dürfte er nicht einen Geisteszustand der Verwirrtheit im Auge gehabt haben (das wäre die psychologische Lesart). Man findet Denker in diesem Zustand eher selten vor. Er meinte wohl eher: diese und jene Überzeugungszusammenhänge bekomme ich nicht zusammen. Es gelingt mir nicht, mir darauf einen Reim zu machen, der mit anderen Versatzstücken ein systematisches Ganzes bildet. Die Aufgabe, “sich im Denken zu orientieren” (Kant) weist Bruchstellen auf. Es werden “aporetische Cluster” (Rescher) sichtbar. Für jemanden, der sich für Systematik nicht interessiert, sondern gerne mit Patchwork lebt, stellt das freilich keine Bedrohung dar. Leider.
Tags:
(zu)ordnen,
kontrollieren,
orientieren,
räsonnieren
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Thema: analysis, concepts&models, systematics |
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Dec
24
Sunday, 24. December 2006 14:15
Keine gedankliche Form, die ein Distanzverhalten (Ironie, Zynismus, distanzierender Wortgebrauch) kultiviert, kann die letzte Form unserer gedanklichen Bildung annehmen. Das mußte auch Harald Schmid einsehen. Das Kabarett mit seinem automatisierten Revoltismus und seinem Leben in der Nachhut läuft da auf Grund. Letztendlich muß eine Persönlichkeit seinen Überzeugungskörper öffentlich vorstellen und kritisierbar machen.
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Thema: systematics |
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Dec
21
Thursday, 21. December 2006 19:04
Die hier vertretene Grundsituation sieht einen Agenten vor, der Probleme vorfindet, daraufhin Begrifflichkeiten unterschiedlicher Abstraktionshöhen mobilisiert. Es gibt einen problemgetriebenen Pull, einen Sog, der die Begriffsfindung einschränkt. Taugliche Begriff für Probleme sind echte Kreativleistungen, denn aus dem Problem selbst folgt ja nicht die Begriffsbildung. So navigiert der Akteur sich überlegend durch die Welt, deren Teil er selbst ist. Wahrheitsfähige Aussagen, Generalisierungstendenz, Nutzenüberlegungen, vorgreifende Strategieentwicklung dienen einem unleugbaren wie ubiquitären Durchsetzungsdrang. Moralische Skrupel tauchen nur hier und da auf, sind aber eben nicht ständiger Begleiter und Motivator einer Lebensführung. Bei niemandem.
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Thema: systematics |
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Nov
23
Thursday, 23. November 2006 12:15
“Bestimmende Urteilskraft” (Kant) muß deshalb systematisch eingeführt werden, weil man eine Begrifflichkeit für Akte benötigt, die das faktische Subsumieren erfaßt. Sonst könnten Aussagen wie “das ist ein Fall von Totschlag”, “das ist Mord” nicht formulier werden. Ein Fall wird unter einen Begriff gebracht. Nichts aufregendes eigentlich.
Man landet in einem infiniten Regress, wenn man dies Können als Regelkönnen auffaßt (man benötigt für jeden Fall einer Regelanwendung eine neue Regel, die die vorherige umfaßt). Da ein derartiger Regress als absurd gilt, folgt daraus via reductio, daß es sich nicht um ein Regelkönnen handeln kann.
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Thema: beliefs, concepts&models, reasoning, systematics |
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