Beitrags-Archiv für die Kategory 'words'

Philosophischer Sinn

Saturday, 8. March 2008 23:14

Bekommt man ab und an zu hören: “…das mag stimmen, vielleicht nicht im philosophischen Sinn…”; “…das stimmt nicht, aber vielleicht im philosophischen Sinn…”. Es gibt keinen speziell philosophischen Sinn. Es ist also nicht klar, was damit gesagt sein soll.

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Principle of charity

Sunday, 2. March 2008 8:59

Das sogenannte principle of charity ist ein misnomer und deshalb selbst ein Anwendungsfall für das Prinzip. Es weist uns ja an, die Äußerungen anderer Personen immer so zu interpretieren, dass diese im Großen und Ganzen richtig liegen (die beliefs sind wahr). Das Motiv hierzu ist aber nicht “karitativ”, denn dies zu tun ist lt. Davidson nicht Teil einer verfügbaren Option, die wir auch unterdrücken könnten (ein Regulativ, um dessen Einhaltung man sich bemüht), sondern in unser Interpretationsverhalten eingelassen. Wir können sozusagen nicht anders. Deshalb kann er sagen: “Since charity is not an option, but a condition of having a workable theory, it is meaningless to suggest that we might fall into massive error by endorsing it.[...] Charitiy is forced on us; whether we like it or not, if we want to understand others, we must count them right in most matters.”

 

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Thema: concepts&models, speech, words | Kommentare (1)

Beziehungen

Sunday, 11. November 2007 18:18

Im Alltag kann man oft beobachten, dass der Ausdruck “bezieht sich auf” auch dann verwendet wird, wenn “ist verknüpft/assoziiert mit” genügte. Variante zwei ist weniger stark, weil die Richtungsdimension nicht mitgedacht wird. Ein gerichteter Bezug ist immer eine Verknüpfung (aus einer Beziehung folgt immer eine Verknüpfung), eine Verknüpfung aber nicht immer ein Bezug.

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Illokution

Sunday, 11. November 2007 14:04

Dass man mit Wörtern andere Dinge tun kann, als assertorische Aussagen hinzustellen, ändert nichts daran, dass die Wahrheit der den Sätzen entsprechenden Überzeugungen zentral sind für unseren intellektuellen Haushalt. Insofern können wahrheitzentrierte Überlegungen nicht durch Gebrauchsüberlegungen außer Kraft gesetzt werden.

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Thema: beliefs, speech, truth, words | Kommentare (0)

Literale

Saturday, 3. November 2007 13:15

In der Philosophie muss gelten: es ist buchstäblich gemeint, was gesagt wird. Der Verweischarakter von Zeichen muss minimiert sein bzw. die Aussagen müssen auf sich selbst verweisen. Die Rede muss “eminenten” Charakters sein. Es ist das Gebiet des Literalen. Deswegen haben dort Literaten, insofern sie Literaten sind, nichts zu suchen.

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Abstrakte Rede

Saturday, 3. November 2007 12:04

Wenn nicht gerade Bildungskritik angesagt ist, geben sich ältere Leute mitunter bass erstaunt über das intellektuelle Repertoire der Jüngeren. Das rührt häufig daher, dass es insbesondere im Bereich der Informationstechnologie und der Betriebswirtschaft einen professionalisierten, mit Anglizismen und abstrakten Termen durchsetzten Redegebrauch gibt (Operatoren, Parameter, Klassen, Objekte, generische Typen, Index,…). Schon beim Ausdruck “Information” stellt sich erste Verstörung ein. Diese Verbalien werden sicherlich oft korrekt verwendet. Trotzdem stellt sich eine Merkwürdigkeit ein: man hat nicht wirklich den Eindruck, dass sich diese Rede natürlich in den üblichen Wortschaft und die Persönlichkeit einbettet; dazu ist die gesamte Lebensführung mitsamt der einhergenden Urteilsmuster zu wenig “abstrakt” und sackt bisweilen sogar tief ins Infantile ab. Es ist komisch, einen logico-mathematisch unbefleckten Jungen ganz smart und lässig von Variablen sprechen zu hören. Das rüht daher, dass die Kontrastklassen der möglichen Bedeutungen dieses Ausdrucks ihm nicht präsent sind (der Ausdruck wurde z.B. selbst innerhalb der Mathematik unterschiedlich verstanden). Deshalb auch dieser Eindruck von imitierter Professionalität. Auch kann man sich nicht vorstellen, dass die nötigen Abstraktionsstufen vorher durchlaufen wurden; der Begriff der Variablen ist ein high-end Begriff und Tarski hat ihm trotz Einfachheit eine epochale Bedeutung zugestanden.
Die Rede wurde halt direkt erlernt. Und es ist ein Fehler, daraus zu schließen, dass der, der diese Stufe erklommen hat, auch den Weg dorthin verstanden hat. Beim Erlernen von Sprache rückt man einfach direkt in einen Gebrauchsbereich ein. Mehr nicht. Kein Grund für erhöhten Respekt. Die Aufgabe des Philosophen ist: die gesamte Rede zu homogeneisieren, explizit machen, die Verknüpfungswege zwischen diesen “Örtern” sichtbar machen, sodass nichts mehr in der Luft hängt. Ein topologisches System. Erst dann hätte man den berechtigten Eindruck, dass jemand die Sache als Persönlichkeit im Griff hat.

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Thema: analysis, knowledge, society, speech, systematics, words | Kommentare (1)

Fiktion

Saturday, 3. November 2007 10:45

Rede über Fiktionales und Rede über Tatsächliches unterscheiden sich auf der Verstehensebene in nichts. Insofern der Ausdruck “Yeti” begrifflich eingegrenzt ist, ist uns der Satz “Yetis sind Säugetiere” und “Wale sind Säugetiere” gleichermaßen verständlich. Die Verpackung der Yetis (unter Annahme ihrer Nichtexistenz) in einen eigens dafür eingerichteten Diskurs, den man “fiktional” nennt entspringt wieder einem ex-post Verfahren, bei dem man das Wissen nach Prüfung in die Semantik der Sätze einliest. Einer der Gründe, weshalb man besser Pragmatiker ist und sich immer die ex-ante Situation vorstellt. Freilich entlastet dieses Einsicht den Literaten nicht.

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Thema: analysis, inquiry, speech, truth, words | Kommentare (0)

Neutralität

Saturday, 15. September 2007 19:09

Immer wieder trifft man das Missverständnis an, dass logische Sachverhalte auf bestimmte Gegenstandsgebiete bezogen werden, z.B. auf die Mathematik (”dort gehts logisch zu”). Die Leute sprechen dann so, als ob die Logik dort hingehöre. Das legt dann nahe, zu denken, in anderen Bereichen gehe es “unlogisch”, “alogisch” oder “nicht so logisch” zu. Ganz beliebt: das Gefühlsleben. Es wurde aber von führenden Logikern immer betont, dass die Logik “topic neutral” ist (so Ryles Worte). Deswegen überführt man ja auch Kandidaten für gültige logische Folgerungen in eine Sprache mit formalen Variablen, Konstanten, Konnektoren usw.. (man “deinterpretiert” in Quines Worten und lagert den Gegenstandsbereich künstlich aus). Ist ein derartiges Schema gültig, dann ist es egal, ob über Gefühle, Krampfadern oder Renditen gesprochen wird, insoweit die gleichen schematischen Ausdrücke durch die die gleichen Korrelate ersetzt werden. Wenn, dann durchzieht “das Logische” unserem gesamten Denkraum und besetzt nicht etwa eine Schamecke.

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Thema: analysis, reasoning, words | Kommentare (0)

„Einstellungen“

Wednesday, 15. August 2007 6:56

Wir werfen gerne mit Einstellungsprädikaten wie “skeptisch”, “realistisch”, “optimistisch” um uns, um Dispositionen von Personen zu markieren. Das ist Psychologie oder aber die Umgehung sprachlicher Redundanzen, denn nichts hängt von dieser Zuschreibung ab. Man tut so, als hinge Sinn und Verstand von Überzeugungen und Handlungen von ihnen ab. Das ist Humbug. Entweder der Gedanke greift, oder er greift nicht.

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Thema: reasoning, truth, words | Kommentare (1)

Axiom

Tuesday, 14. August 2007 21:32

Manchmal wird so geredet, als hätten Axiome nur deshalb, weil sie irgendwie “grundlegend” sind, einen Sonderstatus. Es handelt sich aber auch nur um Sätze, die intuitiv vernünftig, sinnvoll oder zutreffend sind.

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Thema: beliefs, concepts&models, words | Kommentare (0)