Ethik
Seit einigen Jahren ist Ethik wieder in Mode. Manch einer der professionellen Zunft wird sich dadurch ein karrieristisches Fortkommen erwarten (ähnliche Entwicklungen nimmt man hie und da in der Geschichtswissenschaft wahr). Immerhin bedient diese Mode auch die Erwartungen der Öffentlichkeit und Kultusministerien, die glauben, Philosophie hätte es in erster Linie mit Äußerungen moralischer Art zu tun (dazu schaue man sich mal die Bücherregale in Buchhandlungen und Lehrpläne an). Dieses Spiel ist gefährlich, weil die Philosophie leicht in der Nische landet und zu verbleiben droht, die die Theologie besetzen möchte und dadurch (ebenfalls) leicht zur Beute einer ironisch und taktisch gewendeten Lebenseinstellung wird. Die Wahrscheinlichkeit, sich lächerlich zu machen, ist also durchaus gegeben. Schließlich ist es - hat man sich in diesem Feld schon einmal getummelt - doch eher unwahrscheinlich, dass man gerade dort zu annähernd zwingenden Ergebnissen gelangt. In der Ethik merkt man vielleicht am deutlichsten, wie schwach wir auf der Brust sind, wenns um die durchgängige Begründung einer Position geht und wie schnell man selbst den eigenen Prinzipien zuwiderhandelt. Vielleicht ist das der Grund, warum sich gerade hervorragende Vertreter des philosophischen Fachs mit substantiellen Aussagen in dieser Sache tendenziell eher zurückhalten oder es bei formaler Behandlung (Metaethik oder dergleichen) belassen.
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Monday, 10. March 2008 20:36
Wie leicht hat’s da doch wieder der Naturalist (genauer: der evolutionäre Erkenntnistheoretiker). Er konnte den Konflikt “echte” Philosophie vs. “politisch korrekte” Ethik “ohne Hinzugucken” aus dem Überlebensprinzip: “Ich mach’ mir ein funktionierendes Bild von der Welt, das meinen Vorteil maximiert, erzähl den anderen aber am besten noch, dass Vorteilsmaximierung doof ist.” vorhersehen.
Wednesday, 12. March 2008 8:47
Hallo Dirk,
es gibt Einwände gegen diese Position. Werde sie über weitere kurze Blogeinträge einstreuen.
Thx