Fehler
In einer Kritik an einem wissenschaftstheoretischen Werk von Sehon meldet Gilbert Harman Widerstand bei der These an, gewisse empirische Wissenschaften wie die Psychologie hätten keinen normativen Gehalt.
Er weist als Gegenbeispiele darauf hin, dass Psychologen über Studien herausgefunden hätten, dass normale Personen häufig nicht rational handelten (z.B. wenn sie eine Entscheidung abhängig machen von der Art der Darstellung; Beispiele für Voreingenommenheit; Auffinden von logischen Fehlern bei Probanden, z.B. “p und q” für wahrscheinlicher zu halten als “p” allein,…); Harman bindet dabei den Ort der Erkenntnisse an die psychologischen Fachbereiche an der Universtität Princeton bzw. Forschungsinstitute generell.
Dieses Argument ist faul. Die Psychologen haben nicht den Fehler als Fehler diagnostiziert (dies wäre normativ), sondern im Wissen, dass es sich um Fehler handelt, empirisch Handlungen real existierenden Personen ggfs. korrekt zugeordnet (es ist keine psychologische Erkenntnis, dass “p und q” unwahrscheinlicher, weil anspruchsvoller ist, als “p” allein). Der normative Gehalt (dass ein Gedanke verfehlt ist) bleibt philosophisch/eine Geltungsfrage.
Deshalb ist es grundsätzlich besser, Aussagenklassen zu unterscheiden und nicht Departments von Universitäten. Personen sind dann einfach Träger verschiedener Aussagenklassen (physikalische, psychologische, biologische, logische). Diese liegen bei verschiedenen Personen in unterschiedlichen Qualitätsstufen vor. Und wenn eine Person, die nicht als Fachmann gilt, eine wahre Aussage macht, die der eines Fachmannes widerspricht, dann wird sie nicht dadurch falsch. Letztendlich treten immer nur Personen gegen Personen an, nie Personen gegen “die Wissenschaft”.
Harman würde dies vermutlich ablehnen mit der quasi-quineschen Begründung, es gebe keine klare Unterscheidung zwischen normativen und empirischen Bereichen.
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