Fundament und Gleichgewicht

Es ist auffällig, wie häufig Varianten von recht erfolgreichen Gleichgewichtskonzepten in Wissenschaft und Philosophie eingewandert sind. In der Chemie genauso wie in der VWL, der Spieltheorie (Nash-Gleichgewicht), der Erkenntnistheorie (Goodmans reflective equilibrium) oder in der Gesellschaftstheorie (Rawls).

Bei aller Vorsicht: vielleicht könnte man ja davon sprechen, dass Gleichgewichtsbegriffe die Nachfolger von Fundamentkonzeptionen sind. Es scheint so etwas wie eine Überführungstendenz zu geben. Balancebegriffe sind auch mathematisch durch Parametrisierung gut behandelbar. So könnte man ja behaupten, die Zurechnung von persönlichen Charakterzügen (Dispositionsbegriffe wie “gutmütig”, “hinterfotzig”,…) spiegeln das Einpendeln des Überzeugungshaushalts eines Interpreten, der eine andere Person “ortet”.

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Datum: Wednesday, 26. March 2008 14:03
Themengebiet: concepts&models Trackback: Trackback-URL
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Ein Kommentar

  1. 1

    Sehr, sehr gut!

    Eine Kernaussage des Konstruktivismus ist, dass sich unsere Überzeugungen als iterativer Prozess des Wirkens gedanklicher Operationen auf sich selbst herausbilden, lediglich angestoßen durch die Wahrnehmung des Untersuchungsgegenstandes. Und zwar solange, bis wieder ein Gleichgewichtszustand hergestellt ist. Dann “passt” es, der Organismus ist zufrieden.

    Die bis zu diesem Zeitpunkt wirkenden gedanklichen Operationen schränken dabei übrigens die möglichen Überzeugungen, zu denen der Organismus in Zukunft fähig ist, ein.

    Beste Grüße!

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