Gebrauch

Was wir benötigen - und was in der Philosophiegeschichte nur zum Teil oder gar nicht systematisch angegangen wurde - ist eine Gebrauchstheorie des Verstandes. Eine endliche, erweiterbare Liste von Verfahrensweisen, die uns nahelegt, in Situationen vom Typ X bewährte Ressourcen vom Typ Y zu mobilisieren. “Regulae ad directionem ingenii” sozusagen, die uns wie Messer und Gabel zur Verfügung stehen und über deren Einsatz der Akteur souverän entscheidet. Diese Anweisungsfragmente würden ohne expliziten Rückgriff auf die Computermetaphorik (es bringt - praktisch gesehen - nichts, sich selbst als die Software des Computers aufzufassen) als Verwendungsmodule eingeführt und enthielten von sich aus auch keine Verweise auf das Leib-Seele-Problem. Den Kern dieses Unterfangens würde eine “Gebrauchstheorie des Nutzens” ausmachen. Nur so könnten sich professionelle Philosophen des Einwands entschlagen, sie produzierten intellektuelle Halden ohne praktischen Punch. Außerdem wäre dem “Primat der praktischen Vernunft” Folge geleistet, ohne Moral eine Sonderrolle zuzugestehen. Moralische Urteile werden zu einem Teil unseres Arsenals.

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Datum: Monday, 7. May 2007 13:38
Themengebiet: concepts&models, methods, systematics Trackback: Trackback-URL
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