Gefühlselimination
Man findet viele Definitionen, bei denen Vernünfigkeit mit der Ausschaltung der Emotionen verbunden wird. Demnach würde jemand unvernünftig handeln, bei dem Emotionen oder Befindlichkeiten überhaupt irgendeine Rolle spielen. Das ist irreführend - fehlende Präzision. Überlegen sollte in der Tat kühl sein. Das schließt aber nicht aus, daß Befindlichkeiten oder Emotionen als Gegenstand der Überlegungen - als Kalkulationsfaktor - jederzeit einfließen dürfen.
Beispiel:
Jemand sitzt schon tagelang an einer Arbeit und kommt nicht so recht weiter. Er bemerkt bei sich eine gewisse Lustlosigkeit und Verödung der Einfälle. Er entschließt sich daraufhin, die Arbeit liegenzulassen, drei Tage wegzufahren und den “Akku” wieder aufzuladen. Hier wurde eine Befindlichkeit geortet, ein Kausalzusammenhang statuiert und eine Entscheidung mit Präferenzen getroffen.
Geht es nach der “Kur” besser, wird man schlecht sagen können, der Agent habe unvernünftig gehandelt (falls - all things considered - nichts anderes dagegensprach).
Die Formel der Elimination des Emotionalen durch Vernünftigkeit ist also konfus. Nur die Denkakte beim Überlegen in Überzeugungs- und Handlungsfragen selbst müssen emotionsfrei sein.
Tags: kontrollieren, methodologisieren, räsonnieren







