Indizientranszendenz

Gehen wir von einem transzendenten Wahrheitsbegriff aus. Dieser Begriff sieht es vor, daß zwischen unseren Nachweismöglichkeiten und dem, was der Fall ist, zumeist ein unaufhebbare Restlücke klafft. Das heißt nicht: wir kommen an die Wahrheit nie ran (nicht dieser Sinn von transzendent), sondern: lückenlose Aufklärung bleibt falsifizierungsfähig.

Ein Beispiel: Vielen, die selbst Sport getrieben haben, kamen die Leistungen der Radfahrer schon immer etwas spanisch weil überirdisch vor. Anfangsverdacht. Wenn jetzt einzelne Sportler sagen, sie hätten Epo zu sich genommen, verdichtet sich dieser Verdacht. Diese Leute könnten natürlich auch (bewußt) etwas Falsches sagen. Zusätzlich Indizien könnten aber die Nachweislage stärken. Wir alle würden sagen: Epo wurde genommen oder nicht. Das ist mit Wahrheit gemeint. Begründungstechnisch kann man die Lücke aber nicht ohne weiteres schließen. Die beste Situation ist und bleibt: es selbst beobachtet haben.

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Datum: Wednesday, 23. May 2007 14:34
Themengebiet: arguments, beliefs, inquiry, truth Trackback: Trackback-URL
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