Metaphysik

In der (professionellen) Philosophie gibt es eine merkwürdige Spannung in Sachen Begriffsbestimmung des Ausdrucks “Metaphysik”. In Einführungen für Laien findet man die klassisch aristotelischen Bemerkungen, darin ginge es um “die ersten Gründe und Ursachen” und das “Seiende, insofern es seiend ist”. Manchmal wird dann zusätzlich von Sachverhalten gesprochen, die den “Erfahrungsraum überschreiten”. Wenns dumm läuft, verfügt unser Laie über Schnippsel nietzscheanischen Gedankenguts, wo von “Hinterwelten” die Rede ist. Das verhält sich merkwürdig verquer zu den Debatten, die von “den Australiern” (z.B. Armstrong) angestoßen wurden und seither Schule gemacht haben: eine Beschäftigung mit den allgemeinsten Entitäten / Typen von Entitäten, die man “in die Ontologie aufnehmen möchte”, also Kandidaten wie Ereignisse, Sachverhalte, Eigenschaften, Objekte, Klassen oder dergleichen. Der Weg zu Davidsons Herleitung von Ereignissen aus der Tiefengrammatik (logische Form) von Handlungssätzen ist sehr indirekt. Hier ist das, was man als Laie erwarten könnte weit entfernt von dem, was da verhandelt wird. So kann er glauben, man verhandele hier spirituelle oder religiöse Sachverhalte in spekulativer Manier. Sicher: man könnte Ontologie (vielleicht im Rückgriff aufs Mittelalter) begrifflich von Metaphysik trennen - doch das wird nicht wirklich gemacht.

Tags:

Verwandte Artikel

Datum: Friday, 29. February 2008 9:30
Themengebiet: concepts&models Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Kommentar abgeben