Naturalismen

Angenommen, jemand anders hat bei Handlungs- und Orientierungsentscheidungen meinerseits immer eine naturalistische Parallelgeschichte parat: er redet von meinen Hormonen, Synapsen, biochemischen Vorgängen, Adrenalin usw., die meinem Tun ständig zugrundeliegen (tokens). Welche Rolle spielt diese Rede für meine Entscheidung selbst (man denke an eine Wahlentscheidung, z.B. Berufswahl)? Antwort: Keine, nicht einmal bei Handlungsentscheidungen, die selbst auf die Manipuliation meiner körperlichen Zustände gerichtet sind (z.B. wenn ich vorhabe, Vitaminpillen, Wasser oder Joghurts zu mir zu nehmen, weil ich meine Fitness beeinflussen möchte). So könnte er meinen erschlafften körperlichen Zustand bemerken, dies mit Unterzuckerung in Zusammenhang bringen und mir raten, einen Schokoriegel einzuschmeißen. Oder er könnte mir empfehlen, während des Marathons fleißig zu trinken und auch mal eine Banane zu essen. Die Vernünftigkeit dieser Maßnahmen hängt zwar vom Wissen über körperliche Zustände ab, aber nicht von den körperlichen Zuständen selbst. Epistemischer Kontrast.

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Datum: Friday, 27. April 2007 14:03
Themengebiet: analysis, speech Trackback: Trackback-URL
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