Orientierung

Als Wittgenstein in seinen “Philosophischen Untersuchungen” einst schrieb, philosophische Fragen hätten die Form “ich kenne mich nicht aus”, so dürfte er nicht einen Geisteszustand der Verwirrtheit im Auge gehabt haben (das wäre die psychologische Lesart). Man findet Denker in diesem Zustand eher selten vor. Er meinte wohl eher: diese und jene Überzeugungszusammenhänge bekomme ich nicht zusammen. Es gelingt mir nicht, mir darauf einen Reim zu machen, der mit anderen Versatzstücken ein systematisches Ganzes bildet. Die Aufgabe, “sich im Denken zu orientieren” (Kant) weist Bruchstellen auf. Es werden “aporetische Cluster” (Rescher) sichtbar. Für jemanden, der sich für Systematik nicht interessiert, sondern gerne mit Patchwork lebt, stellt das freilich keine Bedrohung dar. Leider.

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Datum: Wednesday, 18. April 2007 18:04
Themengebiet: analysis, concepts&models, systematics Trackback: Trackback-URL
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