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	<title>Comments on: Passung</title>
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	<description>Überlegungsfilter &#038; Navigationsbalancen</description>
	<pubDate>Tue, 22 May 2012 00:25:35 +0000</pubDate>
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		<title>By: Simon Schüz</title>
		<link>http://www.epistemix.net/blog/passung/#comment-15966</link>
		<dc:creator>Simon Schüz</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Sep 2010 11:09:21 +0000</pubDate>
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		<description>Aber wie sähe hier unsere triviale Antwort aus?

Wäre etwa eine Erläuterung angebracht, die auf die Erklärungsleistung komplexer, kohärenter Systeme abhebt, wie sie sich experimentell erwiesen und weiterentwickelt hat?
Doch hier prätendiert man, einen gewöhnlichen Erfahrungssatz zu äußern, als hätten wir eines Tages nebenbei völlig verdutzt bemerkt, dass sich alles regelmäßig nach Maß und Zahl verhält.
 
Könnte man nicht statt dessen sagen, dass ontologisch basale "Passungsverhältnisse" wie zwischen Sprache und Wirklichkeit, Geist und Welt, etc. auf innersprachlichen Unterscheidungen beruhen, die schlicht den Sinn und die Verwendungsweise dieser Begriffe bestimmen? Damit unser Reden überhaupt einen Sinn und unsere Praktiken ihren Erfolg haben, werden solche "Passungen" vorausgesetzt.
Wittgensteinianisch gesprochen, könnte man also das Staunen als Versuch einer metaphysischen Verbrämung unserer Tiefengrammatik bezeichnen. Die Antwort auf Fragen á la "warum und nicht vielmehr nicht?!" wäre insofern "trivial", als sie kein Erfahrungssatz, sondern nur eine grammatische Bemerkung wäre. (Frei nach dem Motto "ich darf mir nicht den Ast absägen, auf dem ich sitze")

Und dennoch: seltsame Gefühlsregungen beim philosophierenden Rotweinkonsum beiseite, wer staunt wirklich?
Insofern das Staunen vom alltäglichen Vorbeigehen abhält und zum Innehalten beim scheinbar Selbstverständlichen sowie zum tiefergehenden Hinterfragen bringt, drückt es eine wichtige philosophische Denkhaltung aus.
Wahres Staunen brächte hier z.B. vor die Fragwürdigkeit der ontologischen Bedingungen der Möglichkeit, dass die Natur als ein dem Rechnen zugänglicher Zusammenhang von Gesetzen überhaupt erscheinen und angegangen werden kann. 
Auch ein noch so aufgeklärte Variante des Pragmatismus kann die ihm eigene bzw. durch ihn konstituierte Form von Erschlossenheit (z.B. der Natur) nicht pragmatistisch erklären, ohne sie bereits vorauszusetzen.
So sehr dem selbstinszenierenden Gerede mystifizierender und prätentiös-ursprünglicher Denkhaltungen der Garaus gemacht werden muss - man darf den essentiellen Gehalt des Staunens nicht mit über Bord werfen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Aber wie sähe hier unsere triviale Antwort aus?</p>
<p>Wäre etwa eine Erläuterung angebracht, die auf die Erklärungsleistung komplexer, kohärenter Systeme abhebt, wie sie sich experimentell erwiesen und weiterentwickelt hat?<br />
Doch hier prätendiert man, einen gewöhnlichen Erfahrungssatz zu äußern, als hätten wir eines Tages nebenbei völlig verdutzt bemerkt, dass sich alles regelmäßig nach Maß und Zahl verhält.</p>
<p>Könnte man nicht statt dessen sagen, dass ontologisch basale &#8220;Passungsverhältnisse&#8221; wie zwischen Sprache und Wirklichkeit, Geist und Welt, etc. auf innersprachlichen Unterscheidungen beruhen, die schlicht den Sinn und die Verwendungsweise dieser Begriffe bestimmen? Damit unser Reden überhaupt einen Sinn und unsere Praktiken ihren Erfolg haben, werden solche &#8220;Passungen&#8221; vorausgesetzt.<br />
Wittgensteinianisch gesprochen, könnte man also das Staunen als Versuch einer metaphysischen Verbrämung unserer Tiefengrammatik bezeichnen. Die Antwort auf Fragen á la &#8220;warum und nicht vielmehr nicht?!&#8221; wäre insofern &#8220;trivial&#8221;, als sie kein Erfahrungssatz, sondern nur eine grammatische Bemerkung wäre. (Frei nach dem Motto &#8220;ich darf mir nicht den Ast absägen, auf dem ich sitze&#8221;)</p>
<p>Und dennoch: seltsame Gefühlsregungen beim philosophierenden Rotweinkonsum beiseite, wer staunt wirklich?<br />
Insofern das Staunen vom alltäglichen Vorbeigehen abhält und zum Innehalten beim scheinbar Selbstverständlichen sowie zum tiefergehenden Hinterfragen bringt, drückt es eine wichtige philosophische Denkhaltung aus.<br />
Wahres Staunen brächte hier z.B. vor die Fragwürdigkeit der ontologischen Bedingungen der Möglichkeit, dass die Natur als ein dem Rechnen zugänglicher Zusammenhang von Gesetzen überhaupt erscheinen und angegangen werden kann.<br />
Auch ein noch so aufgeklärte Variante des Pragmatismus kann die ihm eigene bzw. durch ihn konstituierte Form von Erschlossenheit (z.B. der Natur) nicht pragmatistisch erklären, ohne sie bereits vorauszusetzen.<br />
So sehr dem selbstinszenierenden Gerede mystifizierender und prätentiös-ursprünglicher Denkhaltungen der Garaus gemacht werden muss - man darf den essentiellen Gehalt des Staunens nicht mit über Bord werfen.</p>
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