RAZOR

“Ockhams Razor” (Fassung: entia non sunt multiplicanda praeter necessitatem) wird manchmal als Zählprinzip aufgefaßt. Es weist uns an, Dinge, (dasselbe Ding), das unter verschiedenen Beschreibungen zugänglich ist, nur einmal zu zählen. So darf man bei einem Versicherungsfall (z.B. Brand) das Objekt “Klavier” ja nicht als “Klavier”, “Erbstück”,…mehrfach deklarieren: 1 Objekt. In manchen Fällen greifen wir aber auf die Beschreibungen zurück: Wenn jemand aufgrund von Leistungsmangel entlassen wird, so zählen wir nur die beschriebene Funktion (”ein schlechter Verkäufer”), würden uns aber davor hüten, andere Mängel von demselben Objekt in Verallgemeinerungsabsicht auszusagen (z.B. “ein schlechter Automechaniker”); in manchen Fällen scheint es mir sogar unklar zu sein, wie man zu zählen hat: Angenommen, ein Einbrecher hat den Mann einer Frau bei seinem Delikt erschossen und wird gefaßt. Verhandlung. Die Frau möchte eine möglichst hohe Haftstrafe (5 mal lebenslänglich) erreichen und argumentiert: Er hat zwar nur einen Mann umgebracht, aber 5 Funktionen: “mein Mann war Einkommensquelle, Vater, angesehener und einflußreicher Bürger, Liebhaber und mein persönlicher Psychotherapeut.” Sie ist dafür, die Funktionen zu zählen, die über verschiedenen Beschreibungen zugänglich sind. Sie könnte geltend machen, daß ab jetzt all diese Funktionen bezahlt werden müssen: sichtbar an Überweisungen.

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Datum: Friday, 12. January 2007 12:03
Themengebiet: concepts&models, reasoning Trackback: Trackback-URL
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