Schlechtes Deutsch

Tuesday, 13. March 2007 14:34

Zu sagen: dies sei unethisch, anstatt zu sagen, es sei ethisch verwerflich; zu sagen, dies sei unästhetisch, anstatt zu sagen, es sei ästhetisch unbefriedigend oder häßlich; zu sagen, dies sei unlogisch, anstatt zu sagen, es folge nicht. Die Un-Wörter kann man für ein Verhalten reservieren, das die entsprechenden Kriterien gar nicht kennt oder vernachlässigt. Never confuse the tertium comparationis with its values.

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Thema: speech, words | Kommentare (0)

Phänomenologie

Tuesday, 13. March 2007 11:48

Die Phänomenologie beschreibt die Art und Weise, in der uns Dinge “begegnen”. Sie ist als Grenzfall unserer normalen Orientierung zu beschreiben, bei der wir uns in Überzeugungen bewegen. In technischer Sprechweise: die Geltungsparameter werden suspendiert, auf Null gesetzt. Das macht dann die charakteristische “ästhetische” Erfahrungsweise aus, in der man Dinge auf sich wirken läßt. Heidegger hatte hier in der Einschätzung der Grundsätzlichkeit Unrecht.

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Thema: analysis, orders, technics | Kommentare (0)

Charakter

Wednesday, 31. January 2007 11:51

Die Strategie, bei Verlust körperlicher Schönheit, diese nach “innen” zu verlagern und von “innerer Schönheit” oder “Charakter” zu sprechen, ist zum Scheitern verurteilt. Man macht nämlich keine weitere Aussage über Schönheit, sondern vollzieht einen kruden Themenwechsel. An solchen Aktionen sieht man besonders deutlich, wie geradezu unerträglich uns Einsichten werden können: dann biegen wir die Sachlage bis zur Unkenntlichkeit zurecht. Ist die selbstverordnete Gehirnwäsche dann vollständig, benimmt man sich auch einfacher Erklärungsmöglichkeiten, weshalb man für andere evtl. nicht akzeptabel ist.

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Thema: aesthetics | Kommentare (0)

INTERESSE

Wednesday, 10. January 2007 22:29

Kann man gegen ein Interesse anargumentieren? In einem Cafe: männlich spricht mit weiblich. Männlich sagt, er sei in Sachen weiblich nur an physisch-ästhetischen Attributen interessiert. Die Replik: männlich “reduziere” weiblich auf Körper. Reduktionsbehauptungen sind oft konfus, so auch in diesem Fall; mit Interessensaussagen formuliert man, worauf es einem ankommt; über die sonstigen Eigenschaften von weiblich wird keine Aussage gemacht; die Opponentin unterbietet den erreichten Stand, wenn sie darauf hinweist, daß man auch andere Interessen haben könnte. Um der Allgemeinheit willen: man stelle sich eine Bäckereifachverkäuferin vor, die den Kunden anraunzt, wenn er Brötchen kauft, weil es auch allerlei andere Backwaren gibt.

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Thema: sex&gender | Kommentare (0)

APPETITUS

Monday, 13. November 2006 19:34

Niemand, der ernsthaft versucht, den Wert körperlicher Appetitlichkeit via Rede von “Oberflächlichkeit” und “Langweiligkeit” zugunsten von “Geist”, “Moral” oder “Verantwortung” zu diskreditieren, kann richtig liegen. Intellektuelle Aufrüstung wird daran niemals etwas ändern. Zurecht: denn in Geschmacksdingen ist die Objektdistanz am kürzesten: man ist nie in der Verlegenheit, “schließen” zu müssen. Man sieht, riecht, schmeckt und hört ja directement, was man da vor sich hat: eine appetitliches Essen, eine appetitliche Person. Die Nichtvorhandenheit entsprechender Attribute oder der beobachtbare körperliche Abbau dürfte zum Härtesten gehören, was es gibt. Brute fact.

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Thema: aesthetics | Kommentare (0)