Apr
06
Sunday, 6. April 2008 18:23
…dieses Interview zeigt am Beispiel eines der führenden deutschen analytischen Philosophen, wohin philosophische Beschäftigung zusammen mit einer bestimmten Mentalität/Veranlagung führen kann…trotz des emminenten Vorsatzes, klar sein zu wollen und eines verheißungsvollen Eigennamens.
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Jul
15
Sunday, 15. July 2007 13:53
Der Begriff der Objektivität lädt aufgrund seiner Mehrdeutigkeit zu Mißverständnissen geradezu ein. Manchmal meint er unparteiisch, unvoreingenommen, manchmal sachlich, manchmal wahr, manchmal intersubjektiv geltend und schließlich bezeichnet er im philosophischen Gebrauch die Sicht “sub specie aeternitas” eines gedachten allwissenden Subjekts. Ich empfehle, den Begriff zunächst vor der Tür zu lassen und mit der schlichten und harten Währung wahr/falsch in assertorischen Kontexten zu arbeiten. Ansonsten handelt man sich den Perspektivismus oder Relativismus von Skeptikern ein. Objektivität und Wahrheit sind auch nicht äquivalent, denn jemand kann objektiv im Sinne von unparteiisch sein und trotzdem etwas Falsches glauben (=etwas glauben, das falsch ist). Pragmatisch gewendet kann man sich auch nur um Objektivität bemühen; man kann sich nicht auf sie berufen.
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Jun
16
Saturday, 16. June 2007 11:25
Wenn man jemanden eloquent oder schlagfertig nennt, so heißt das in unserem Modell: er kann zeitnah verbal bezahlen oder “zurückzahlen”. Die Währung ist das Wort.
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May
17
Thursday, 17. May 2007 21:17
Denkt man sich ein betriebswirtschaftliches Kontinuum von Leistungs- und Zahlungstransaktionen, dann sind Entschuldigungen Aktionen ohne reellen Zahlungsfluß. Man kann Entschuldigungen nicht auf ein Konto transferieren und damit andere Schulden bezahlen. Reichweitenbeschränkung. Eine preisgünstige Art der Bezahlung. Deshalb zurecht: “Davon kann ich mir nichts kaufen”.
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Jan
27
Saturday, 27. January 2007 9:42
Der “Kampf um den Kunden” führt zu einer Auslagerung der je eigenen Urteilskraft. Der Rezipient entscheidet ja. Es erscheint dann nicht mehr vernünftig, das Produkt vom Markt zu nehmen, weil man es selbst für idiotisch hält. Eine perfide Form der “Zurückhaltung”.
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Jan
26
Friday, 26. January 2007 19:53
Hypothese: Es mag ja schon sein, daß wichtige mathematische Konzepte entlang der naturwissenschaftlichen Entwicklung geschaffen wurden. Den “Sitz im Leben” und die Verankerung in der Lebenswelt dürfte sie aber durch unsere ökonomischen Umtriebe erhalten haben. Das wäre eine Untersuchung wert.
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Jan
26
Friday, 26. January 2007 11:53
Die Verrechnungsdichte im Rahmen intersubjektiver Transaktionen jedweder Art steigt unaufhörlich. Hausfrauen fordern (zurecht) eine Vergütung für bisher unvergoltene hauswirtschaftlichen und erzieherischen Tätigkeiten ein. Man versucht allerorten, späte Leistungserstellung mit früher Rechnungsstellung zu koppeln. Derjenige, der Wartezeiten nicht als entgangenen Gewinn sowie kalkulatorische Kosten verrechnet, mithin keinen Druck ausübt, gilt als kaufmännisch zurückgeblieben und verliert im Vergleich zu seinen Zeitgenossen an ökonomischer Potenz. Deshalb ist eine “Vollkostenrechnung” für jeden potentiellen Geschäftsvorfall angesagt.
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Jan
12
Friday, 12. January 2007 12:03
“Ockhams Razor” (Fassung: entia non sunt multiplicanda praeter necessitatem) wird manchmal als Zählprinzip aufgefaßt. Es weist uns an, Dinge, (dasselbe Ding), das unter verschiedenen Beschreibungen zugänglich ist, nur einmal zu zählen. So darf man bei einem Versicherungsfall (z.B. Brand) das Objekt “Klavier” ja nicht als “Klavier”, “Erbstück”,…mehrfach deklarieren: 1 Objekt. In manchen Fällen greifen wir aber auf die Beschreibungen zurück: Wenn jemand aufgrund von Leistungsmangel entlassen wird, so zählen wir nur die beschriebene Funktion (”ein schlechter Verkäufer”), würden uns aber davor hüten, andere Mängel von demselben Objekt in Verallgemeinerungsabsicht auszusagen (z.B. “ein schlechter Automechaniker”); in manchen Fällen scheint es mir sogar unklar zu sein, wie man zu zählen hat: Angenommen, ein Einbrecher hat den Mann einer Frau bei seinem Delikt erschossen und wird gefaßt. Verhandlung. Die Frau möchte eine möglichst hohe Haftstrafe (5 mal lebenslänglich) erreichen und argumentiert: Er hat zwar nur einen Mann umgebracht, aber 5 Funktionen: “mein Mann war Einkommensquelle, Vater, angesehener und einflußreicher Bürger, Liebhaber und mein persönlicher Psychotherapeut.” Sie ist dafür, die Funktionen zu zählen, die über verschiedenen Beschreibungen zugänglich sind. Sie könnte geltend machen, daß ab jetzt all diese Funktionen bezahlt werden müssen: sichtbar an Überweisungen.
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Jan
01
Monday, 1. January 2007 16:27
Es ist keine Selbstverständlichkeit, anderen zu helfen. Man muß sich dazu entschließen - je nach Einzelfall.
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Dec
27
Wednesday, 27. December 2006 18:00
Wer die Schriften der maßgeblichen philosophischen Köpfe der letzten Jahrzehnte gelesen hat, dem wird aufgefallen sein, daß da immer häufiger - zumeist in stilistischer Absicht oder “by the way” betriebs- oder volkswirtschaftliche Konzepte eingestreut werden. Davidson redet ab und zu davon, eine Überlegung habe keinen “cash value”, Quine, Lewis und Goodman reden von “trade-offs”, Rescher ganz unverblümt von epistemischer “Kostenrechnung”. Man muß das nicht unbedingt metaphorisch lesen. Ich gehe hier sogar davon aus, daß eine Endform der Philosophie in einer “allgemeinen Betriebsrechnung” bestehen könnte. Dies konvergierte mit einer Beobachtung, die wir schließlich alle machen: die Ökonomisierung der Verhältnisse und die durchgehende Entscheidungsabhängigkeit von wirtschaftlichen Größen und Kennzahlen. Nichts spricht zunächst dagegen, hier die Vernunft selbst am Werk zu sehen - außer falscher Moralismus selbstverständlich.
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