Storytelling

Saturday, 19. May 2007 18:48

Wäre es wissenschaftlich, philosophisch oder überhaupt reizvoll, gedankliche Strukturgewinnungsmaßnahmen durch “Storytelling” und die Abschilderung von vorüberziehenden Vorgängen in der Realiät zu ersetzen? Nein. Es käme uns recht schnell sehr fade vor. Wir alle möchten diese Vorgänge schon als Instanzen einer Gesetzmäßigkeit oder Regel strukturell unter Dach und Fach bringen. Die Kontrollreichweite steigt dadurch.

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Thema: inquiry, motives, reasoning, systematics | Kommentare (0)

Dreisatz

Monday, 23. April 2007 17:20

Manchmal wird so geredet, wie wenn alle Bestandteile eines zu lösenden Dreisatzes logischer Natur wären. Das ist falsch. Nehmen wir den umgekehrten Dreisatzes, wie lange 5 Schreiner zur Herstellung von 10 Tischen benötigen, wenn 1 Schreiner für 10 Tische 30 Stunden benötigt. Die Information, daß mehr Leute weniger Zeit benötigen, ist empirisch. Daran ändert auch der Umstand nichts, daß wir das für gewöhnlich alle wissen.

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Thema: analysis, inquiry, reasoning | Kommentare (0)

Selbständiger

Monday, 16. April 2007 17:21

Die Idee eines vollständigen Unternehmers sieht eine Person vor, die sämtliche geschäfts- und erwerbsrelevanten Parameter mit Werten bestückt. Er betreibt alles selbst vom Einkauf bis zur Werbung. Maximaler Freiheitsgrad. Skaliert man diese Bereiche seines Tuns, so kann es sein, daß er einige Felder mit dem Wert 0 aufweist (er kümmert sich um bestimmte Dinge nicht oder delegiert). Das rührt aber nicht daher, daß er sich von bestimmten Aufgaben von vornherein entlastet sieht (wie bei Angestellten, Beamten u.dgl.). Bei ihm gilt: jeder Fehltritt kann sich beim Geschäftserfolg auswirken. Er lebt “in der Entscheidung”, denn man muß sich ihn als jemanden vorstellen, der alles wählt. Ein “Unterbewußtsein” oder “Unbewußtsein” gibt es aus methodologischen Gründen bei ihm nicht. Ob es eine derartige Person realiter gibt oder geben kann, ist genauso unerheblich wie die Frage, ob “vollständig informierte Marktagenten” gibt oder geben kann.

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Thema: economics, ecosophia | Kommentare (0)

Denken, daß p

Monday, 29. January 2007 11:21

Wer sagt: “Ich denke, daß es sich mit der Sache x so und so verhält”, der beschreibt nicht einen Denkvorgang, sondern stellt das, was er denkt, als Überzeugungsknoten in eine objektivierte, gedanklich Ordnungsform hinein: man placiert den Gedanken im “space of reasons” (Sellars); es greift aber der zu kurz, der dabei nur argumentative Situationen im Auge hat. Jemand, der sich über Indikatoren an den Zustand eines Objekts heranpirscht, tut das auch.

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Thema: analysis | Kommentare (0)

Entrenchment

Friday, 26. January 2007 19:53

Hypothese: Es mag ja schon sein, daß wichtige mathematische Konzepte entlang der naturwissenschaftlichen Entwicklung geschaffen wurden. Den “Sitz im Leben” und die Verankerung in der Lebenswelt dürfte sie aber durch unsere ökonomischen Umtriebe erhalten haben. Das wäre eine Untersuchung wert.

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Thema: economics | Kommentare (0)

Verrechnungsdichte

Friday, 26. January 2007 11:53

Die Verrechnungsdichte im Rahmen intersubjektiver Transaktionen jedweder Art steigt unaufhörlich. Hausfrauen fordern (zurecht) eine Vergütung für bisher unvergoltene hauswirtschaftlichen und erzieherischen Tätigkeiten ein. Man versucht allerorten, späte Leistungserstellung mit früher Rechnungsstellung zu koppeln. Derjenige, der Wartezeiten nicht als entgangenen Gewinn sowie kalkulatorische Kosten verrechnet, mithin keinen Druck ausübt, gilt als kaufmännisch zurückgeblieben und verliert im Vergleich zu seinen Zeitgenossen an ökonomischer Potenz. Deshalb ist eine “Vollkostenrechnung” für jeden potentiellen Geschäftsvorfall angesagt.

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Thema: ecosophia | Kommentare (0)

TOTALE

Thursday, 25. January 2007 14:27

Angesichts eines endlichen Lebens, ubiquitärer Konkurrenz und der vernünftigen Preisgabe jedweder Überlegungen zur “Heilsgewißheit” kann das je eigene Leben als eine große individuelle Verrechnungsleistung unter Knappheitsbedingungen aufgefaßt werden. Rechnungen gehen besser oder schlechter auf. Dadurch rücken Investitions- und Buchungsüberlegungen hinsichtlich des je eigenen energetischen Haushalts in den Vordergrund. Kurzum: die Lebensführung hat vernünftigerweise eine ökonomische Fundamentalform.

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Thema: ecosophia | Kommentare (0)

RAZOR

Friday, 12. January 2007 12:03

“Ockhams Razor” (Fassung: entia non sunt multiplicanda praeter necessitatem) wird manchmal als Zählprinzip aufgefaßt. Es weist uns an, Dinge, (dasselbe Ding), das unter verschiedenen Beschreibungen zugänglich ist, nur einmal zu zählen. So darf man bei einem Versicherungsfall (z.B. Brand) das Objekt “Klavier” ja nicht als “Klavier”, “Erbstück”,…mehrfach deklarieren: 1 Objekt. In manchen Fällen greifen wir aber auf die Beschreibungen zurück: Wenn jemand aufgrund von Leistungsmangel entlassen wird, so zählen wir nur die beschriebene Funktion (”ein schlechter Verkäufer”), würden uns aber davor hüten, andere Mängel von demselben Objekt in Verallgemeinerungsabsicht auszusagen (z.B. “ein schlechter Automechaniker”); in manchen Fällen scheint es mir sogar unklar zu sein, wie man zu zählen hat: Angenommen, ein Einbrecher hat den Mann einer Frau bei seinem Delikt erschossen und wird gefaßt. Verhandlung. Die Frau möchte eine möglichst hohe Haftstrafe (5 mal lebenslänglich) erreichen und argumentiert: Er hat zwar nur einen Mann umgebracht, aber 5 Funktionen: “mein Mann war Einkommensquelle, Vater, angesehener und einflußreicher Bürger, Liebhaber und mein persönlicher Psychotherapeut.” Sie ist dafür, die Funktionen zu zählen, die über verschiedenen Beschreibungen zugänglich sind. Sie könnte geltend machen, daß ab jetzt all diese Funktionen bezahlt werden müssen: sichtbar an Überweisungen.

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Thema: concepts&models, reasoning | Kommentare (0)

Gerrymandering

Thursday, 11. January 2007 14:32

Bei (mathematischen) Mengenbildungen befinden wir uns häufig zwischen der Scylla der Willkür und der Charybdis der Absurdität. Zuerst bilden wir die Menge der Boxer. Jeder kann gegen jeden antreten. Der Weltmeister wird gekürt. Dann meldet sich das Gerechtigkeitsempfinden: Behinderte oder Frauen gegen Tyson antreten lassen? Reaktion: Gesonderte Mengenbildung: Frauen, Männer, Behinderte, Kinder,…. Es werden Weltmeister gekürt. Bleiben wir bei den Männern. Wieder meldet sich das Gerechtigkeitsempfinden: einen Fliegengewichtler gegen George Foreman antreten lassen? Reaktion: Mengenbildung innerhalb der Männergruppe: Fliegengewicht, Bantam, Mittelgewicht, Schwergewicht… Eines wird jetzt klar: es gibt keinen natürlichen Haltepunkt mehr: nichts spricht dagegen, den Weltmeister in der Gruppe: männlich, weiß, blond, 175 cm groß, geboren am 16.2. 1970 zwischen 0 Uhr und 6 Uhr zu küren. Die Granulierung läßt sich beliebig weit treiben. Absurd. Ansonsten: Willkürverdacht. Hier ist es im übrigen unser Gerechtigkeitsempfinden, das den immer größer werdenden Verwaltungsaufwand zeitigt. Politisch: Kann es unter Bedingungen fortschreitenden Lobbyismus noch zu großangelegter “Entbürokratisierung” kommen? Wir sind hier wirklich in Verlegenheit: nicht weil es hier so komplex zuginge, sondern weil wir keine Haltepunkte festnageln können. Schlimmer: das “Natürliche” selbst gerät unter Verdacht. Dezisionismus. Scheiße.

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Thema: concepts&models, methods | Kommentare (0)

Hilfe

Monday, 1. January 2007 16:27

Es ist keine Selbstverständlichkeit, anderen zu helfen. Man muß sich dazu entschließen - je nach Einzelfall.

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Thema: economics, society | Kommentare (0)