Jul
15
Sunday, 15. July 2007 13:53
Der Begriff der Objektivität lädt aufgrund seiner Mehrdeutigkeit zu Mißverständnissen geradezu ein. Manchmal meint er unparteiisch, unvoreingenommen, manchmal sachlich, manchmal wahr, manchmal intersubjektiv geltend und schließlich bezeichnet er im philosophischen Gebrauch die Sicht “sub specie aeternitas” eines gedachten allwissenden Subjekts. Ich empfehle, den Begriff zunächst vor der Tür zu lassen und mit der schlichten und harten Währung wahr/falsch in assertorischen Kontexten zu arbeiten. Ansonsten handelt man sich den Perspektivismus oder Relativismus von Skeptikern ein. Objektivität und Wahrheit sind auch nicht äquivalent, denn jemand kann objektiv im Sinne von unparteiisch sein und trotzdem etwas Falsches glauben (=etwas glauben, das falsch ist). Pragmatisch gewendet kann man sich auch nur um Objektivität bemühen; man kann sich nicht auf sie berufen.
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Thema: analysis, beliefs, knowledge, reasoning, truth, words |
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Jul
14
Saturday, 14. July 2007 13:23
Auf die Beurteilung von menschlichen Individuen sind wir alle naselang angewiesen. Beispiele: wer kommt in der Abarbeitungsreihenfolge zuerst (Priorisierung), mit wem möchte man zu tun haben, mit wem nicht? Dazu starte man mit Personen. Das Geschlecht spielt zunächst keine Rolle - man abstrahiert (i.S. von “sieht ab”) davon. Zum Schluß kann man dann die festgestellten Eigenschaften auf das Geschlecht abbilden und verteilen - dann ergeben sich gesetzesartige Muster oder nicht. So entgeht man der Gefahr, “typisches Verhalten” von Anfang an und ungeprüft in die Validierung einfließen zu lassen und an der Vorurteilsmarke abgefangen zu werden. Die Lücke zum faktischen Handeln wird im Anschluß daran über Wertezuordnungen (Paare: Werte - Eigenschaften) geschlossen. Wer dies tut und widerspruchsfrei bleibt, handelt rational.
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Thema: beliefs, concepts&models, inquiry, methods, technics |
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Jun
10
Sunday, 10. June 2007 19:26
Ein rationaler Agent hat nicht nur die Aufgabe, Lösungen für Probleme zu entwickeln, sondern sich auch minderwertiges Gedankengut vom Leibe zu halten. Er muß also konstruktiv wie destruktiv unterwegs sein.
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Thema: general |
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Jun
07
Thursday, 7. June 2007 12:16
Bevor eine ideale vernünftige Person P die Bedürfnisse anderer erfüllt, wird sie immer überlegen, ob es Sinn macht - ob sie möchte - daß das jeweilige Bedürfnis überhaupt erfüllt wird. Niemand muß die Bedürfnisse anderer erfüllen. Vielleicht wird ja eine Lebensform oder “Kultur” gestützt, deren Existenzberechtigung unser vernünftiger Agent eigentlich bezweifelt. Deswegen prüft er normalerweise.
Der realexistierende Verkäufer indessen, der unter Konkurrenzbedingungen handelt - läßt diesen Vorgang aus. Mit Ausnahme vielleicht von Sittenwidrigkeiten bearbeitet er “professionell” alles, was betriebswirtschaftlich Sinn macht (man könnte beinahe von einer marktwirtschaftlichen Variante des ”Befehlsnotstands” sprechen).
In diesem Zusammenhang kommt dem realexistierenden Verkäufer der Subjektivismus und Relativismus unserer Zeit entgegen. Er sagt dann kleinmütig: “Ich maße mir nicht an, über den Wert von Zielen anderer zu urteilen”. Das kommt an, weil das bescheiden daherkommt.
Verkäufer sind nicht das Maß der Dinge - aus Rationalitätsgründen. Das Prüfmodul wird nämlich außer Kraft gesetzt. Die Berufsidee eines Verkäufers beruht auf einer Persönlichkeitsanomalie: denn von einem guten Verkäufer wird erwartet, daß er alles mögliche an alle möglichen Leute verkaufen kann. Das tut ein vernünftiger Agent aber nicht.
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May
21
Monday, 21. May 2007 9:52
Man ist geneigt, eine Person P, die im Rahmen ihrer Überzeugungen und Präferenzen folgerichtig handelt, als rational einzustufen. Sie handelt konsequent innerhalb “ihres Systems”. Was aber, wenn gezeigt werden kann, daß sie sich die ein oder andere Überzeugung “schlampig” angeeignet hat oder an nahe liegender Stelle eigentlich hätte “nachhaken” müssen? Dann ist der Vorgang der Überzeugungsfestlegung nicht richtig abgelaufen - selbst dann, wenn die Überzeugung zutrifft. Sollte man jetzt dazu übergehen, rational durch nicht-rational oder andere privative Ausdrücke (irrational dürfte zu stark sein) zu ersetzen? Radikalisiert man das weiter, so wäre nur der rational, der wasserdichte Überzeugungen hat. Wahrheit wäre dann eine notwendige Bedingung für Rationalität, weil es keinen Haltepunkt für den Abbruch der Ermittlungsform gäbe.
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May
20
Sunday, 20. May 2007 12:55
Man kann nur die Position einer Person kritisieren. Allerdings kann nur die Person eine Revisionstätigkeit lancieren.
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Thema: analysis |
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May
20
Sunday, 20. May 2007 12:55
Daß wir nichts verändern können, kann natürlich nicht wörtlich genommen werden. Seit meinem Aufstehen heute habe ich sehr viele Dinge getan, die den Zustandsraum um mich herum verändert haben. Die Zahnbürste hat sich nocht etwas mehr abgenutzt, im Marmeladenglas ist weniger drin, ich habe ein Buch ein eine andere Ecke gelegt. Vielleicht stolpere ich demnächst über dieses Buch und ziehe mir eine Verletzung zu. Der Umgang mit anderen Personen ist eine schlichte Fortsetzung dieses “Beeinflussungskontinuums”. Dazu gehört die Verdeckung dieses eigensinnigen Verhaltens durch Aufforderung zur Authentizität im übrigen auch. Wenn man dies weiß und anderen derartiges Verhalten auch zuschreibt, bleibt wenig Raum für Skrupel.
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Thema: society |
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May
19
Saturday, 19. May 2007 18:48
Wäre es wissenschaftlich, philosophisch oder überhaupt reizvoll, gedankliche Strukturgewinnungsmaßnahmen durch “Storytelling” und die Abschilderung von vorüberziehenden Vorgängen in der Realiät zu ersetzen? Nein. Es käme uns recht schnell sehr fade vor. Wir alle möchten diese Vorgänge schon als Instanzen einer Gesetzmäßigkeit oder Regel strukturell unter Dach und Fach bringen. Die Kontrollreichweite steigt dadurch.
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Thema: inquiry, motives, reasoning, systematics |
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May
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Tuesday, 1. May 2007 16:20
Denken kann gegen Handeln grundsätzlich nicht ausgespielt werden (”handle, denke nicht”). Der Handlungsakt selbst (z.B. das Aufgießen eines Tees zur Behandlung einer Erkältung) gehört nicht mehr zum rationalen und intellektuellen Bereich aller Gründe und vernünftigen Motive eines Agenten. Es ist ein schlichtes Ereignis. Daran ändert auch der Sophismus nichts, daß der, der denkt, etwas tut. Das faktische Aufgießen des Teebeutels ist etwas anderes als sich zu überlegen, ob und warum man sich einen Teebeutel aufgießen könnte.
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Thema: motives, reasoning, technics |
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May
01
Tuesday, 1. May 2007 13:50
Welchen Sinn macht es eigentlich, Forenbeiträge mit Imho (”in my humble opinion”) auszustatten? Dieser verbale Verbeugungs- und Zurücknahmeakt ändert an der Geltung oder Nichtgeltung des Gesagten nichts. Denn man liegt objektiv richtig oder nicht richtig. Und daß die Meinung falsch sein kann liegt schon in ihrem Begriff und muß nicht durch einen virtuellen Schritt zurück nocheinmal proklamiert werden. Wieder ein Element der Rede, das logisch überflüssig ist, sozial aber gerne gesehen wird. Umso schlimmer für das Soziale.
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Thema: analysis, beliefs, reasoning, speech, truth, words |
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