Apr
15
Sunday, 15. April 2007 10:47
Prädikate können aufgefaßt werden wie die Bildungsvorschrift mathematischer Formelausdrücke; sie haben einen ökonomischen Sinn: man muß extensional nicht alle Werte hinschreiben; all die Dinge, die unter das Prädikat fallen, kennt man ja schließlich auch nicht. Der Bildungsvorschrift entspricht das, was man in der formalen Semantik die “logische Form” nennt. Selbstverständlich können in dieser Form Konstanten vorkommen.
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Apr
07
Saturday, 7. April 2007 20:28
Es gibt bei der Zuschreibung der Fehlerverursachung bei Handlungen häufig eine Überblendung von zwei Dimensionen: der pragmatischen und der analytischen. In der Regel ist es vernünftig, pragmatisch davon auszugehen, daß man sich selbst in Bewegung zu setzen hat, wenn man Erfolge haben oder einen unliebsamen Zustand beenden möchte. Daraus folgt aber nicht (analytische Ebene), daß die Ursache des Zustandes man selbst sein muß. Wer kategorisch selbstzuschreibt handelt nicht weniger fehlerhaft wie derjenige, der kategorisch fremdzuschreibt. Die Ursachenverteilung ist a priori nicht festgelegt. Mal liegt sie da, mal dort. Das muß empirisch ermittelt werden (inquiry).
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Mar
02
Friday, 2. March 2007 8:26
Eine Interpretation ist eine Deutung, die falsch sein kann, nicht eine Deutung, die von vornherein “nur unsere Interpretation” ist.
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Jan
29
Monday, 29. January 2007 10:09
Das Ideal von Wissen ist und war schon immer: etwas können (know-how) + wissen, warum es funktioniert (Prinzipienwissen) und imstande sein, den Gebrauch des Wissens über souveräne Prinzipienverfügung anzuleiten, ja zu motivieren (man weiß, wann welche Mittel zu mobilisieren sind). Deshalb der Spruch: Wissen heiße, lehren zu können (Mittelstraß); anders ausgedrückt: Können ohne Prinzipienwissen ist blind, Prinzipienwissen ohne Können leer.
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Jan
29
Monday, 29. January 2007 9:27
Daß ein Bild mehr sage als tausend Worte ist vermutlich nur ein ex-post-Effekt. Wenn wir schon genug wissen, dann kann man das Bild als eine Art Bündelung vieler distinkter Aussagen auffassen. Vorher nicht. Die gedankliche Rasterung stellt sich nicht mit der Wahrnehmung, sondern mit feinkörnigen Aussagen über dieses Bild ein.
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Jan
26
Friday, 26. January 2007 19:40
Only invariances are “facts of the matter”.
Donald Davidson; Truth, Language and History, p.316
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Jan
25
Thursday, 25. January 2007 14:27
Angesichts eines endlichen Lebens, ubiquitärer Konkurrenz und der vernünftigen Preisgabe jedweder Überlegungen zur “Heilsgewißheit” kann das je eigene Leben als eine große individuelle Verrechnungsleistung unter Knappheitsbedingungen aufgefaßt werden. Rechnungen gehen besser oder schlechter auf. Dadurch rücken Investitions- und Buchungsüberlegungen hinsichtlich des je eigenen energetischen Haushalts in den Vordergrund. Kurzum: die Lebensführung hat vernünftigerweise eine ökonomische Fundamentalform.
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Jan
20
Saturday, 20. January 2007 16:39
Ich habe schon Einführungen zur Mengentheorie aufgeschlagen, in denen sinngemäß folgende Merkwürdigkeit stand: Mengenbildung (Komprehension) könne nur mittels Prädikaten erfolgen, die “keimfrei” sind: die Menge der doofen oder hübschen Menschen ließe sich nicht bilden, weil Uneinigkeit darüber herrscht, wer als hübsch oder doof gelten kann. Ich würde sagen: Selbstverständlich lassen sich diese Mengen bilden. Beim einen ist die jeweilige Menge halt nur größer, beim anderen kleiner. Es ist nie eine gute Idee, Verifikationsmöglichkeiten vor Prädikate oder Mengen zu schieben. Logisch ist das nämlich unerheblich.
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Jan
11
Thursday, 11. January 2007 12:26
Ein warmer Winter. Einige Pflanzen stellen gerade - blind - auf Frühling um. Wir tun das nicht, wir sind umsichtiger: wir gehen davon aus, daß es noch richtig kalt werden kann und Schnee vielleicht im März fällt. Wenn das mal kein Unterschied ist…;der Determinist sagt: das widerlegt meine These nicht, es handelt sich bei uns eben um eine höherstufige Form von Bestimmtheit. Ich stimme zu. Nur: je mehr Errungenschaften und Fähigkeiten wir aufzeigen (von basaler Unterscheidungsfähigkeit bis zur Funktionalanalysis oder Stochastik), desto deutlicher wird zum Vorschein kommen, daß der Determinismus wahr, weil trivial ist. Er sagt dann eigentlich nur, daß nichts von ungefähr kommt. Er ist keine Theorie, sondern die Ausformulierung unserer aller Annahme, daß es Zusammenhänge in der Welt geben muß. Wittgenstein hätte vermutlich gesagt: der Determinismus formuliert einen grammatischen Satz. Als Argument aufgefaßt ist er lediglich die Gegenthese zu einer Absurdität: nämlich daß der heilige Geist wirkt (deus ex machina).
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Dec
31
Sunday, 31. December 2006 10:42
Die Paraphrase der “Abduktion” als “Schluß auf die beste Erklärung” ist irreführend. Subjektiv durchwühlen wir für gewöhnlich nicht alle möglichen Erklärungen für einen Tatbestand (den maximalen Raum der Möglichkeiten kennen wir häufig nicht) und suchen dann die beste heraus. Objektiv wissen wir oft überhaupt nicht, ob es die beste ist. “Schluß auf eine plausible Erklärung” bildet den Vorgang besser ab.
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