Invarianten
Friday, 26. January 2007 19:40
Only invariances are “facts of the matter”.
Donald Davidson; Truth, Language and History, p.316
Tags: kontrollieren, modellieren, orientieren, planenVerwandte Artikel
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Friday, 26. January 2007 19:40
Only invariances are “facts of the matter”.
Donald Davidson; Truth, Language and History, p.316
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Wednesday, 24. January 2007 14:55
Es gibt heute eine starke Neigung, Erklärungslöcher überall durch die Evolutionstheorie zu stopfen. Angenommen, ich beobachte jemanden dabei, wie er einen 10 Euro-Schein in zwei 5-Euro-Scheine wechselt. Es gibt mit Sicherheit keine evolutionäre “Anlage”, 5-Euro-Scheine von 10-Euro-Scheinen unterscheiden zu können, denn die existieren erst seit ein paar Jahren (”nachgeburtlich”, sozusagen). Solcherlei Unterscheidungen gibt es massenweise. Und der Versuch, alle potentiellen Unterscheidungen ins “Unterbewußtsein” oder in eine “evolutionäre Vorgeschichte” zu schieben, muß ja wohl als absurd abgetan werden.
Tags: erklären, planenThema: analysis, reasoning | Kommentare (0)
Tuesday, 23. January 2007 15:48
Folgender Fall: Ein Akteur A versucht mittels Informationsstreuung (die Informationen sollen wissentlich falsch sein) das Ansehen von Akteur B zu schädigen (nicht unüblich bei Konkurrenten). Könnte man A Irrationalität vorwerfen, weil ers mit der Wahrheit nicht so genau nimmt? Nein, weil Rationalität - im Sinne der intelligenten Anpeilung von Sollzuständen - nicht automatisch mit Wahrheit gekoppelt ist. Wenn A reussiert, dann hat er intelligent gehandelt und “alles richtig gemacht”.
Tags: planen, spekulieren, verkaufenThema: reasoning | Kommentare (0)
Thursday, 11. January 2007 12:26
Ein warmer Winter. Einige Pflanzen stellen gerade - blind - auf Frühling um. Wir tun das nicht, wir sind umsichtiger: wir gehen davon aus, daß es noch richtig kalt werden kann und Schnee vielleicht im März fällt. Wenn das mal kein Unterschied ist…;der Determinist sagt: das widerlegt meine These nicht, es handelt sich bei uns eben um eine höherstufige Form von Bestimmtheit. Ich stimme zu. Nur: je mehr Errungenschaften und Fähigkeiten wir aufzeigen (von basaler Unterscheidungsfähigkeit bis zur Funktionalanalysis oder Stochastik), desto deutlicher wird zum Vorschein kommen, daß der Determinismus wahr, weil trivial ist. Er sagt dann eigentlich nur, daß nichts von ungefähr kommt. Er ist keine Theorie, sondern die Ausformulierung unserer aller Annahme, daß es Zusammenhänge in der Welt geben muß. Wittgenstein hätte vermutlich gesagt: der Determinismus formuliert einen grammatischen Satz. Als Argument aufgefaßt ist er lediglich die Gegenthese zu einer Absurdität: nämlich daß der heilige Geist wirkt (deus ex machina).
Tags: erklären, orientieren, planenThema: analysis | Kommentare (0)
Thursday, 11. January 2007 9:37
“Feyerabend war in vielerlei Beziehung ziemlich unkonventionell, und hiermit beginne ich mich seinem Rollenverständnis als Philosoph zuzuwenden. Insbesondere akademische Üblichkeiten missachtete er vielfach, teilweise in bewusster Provokation. Das lag daran, dass sich seine persönliche Wertehierarchie in etlichen Hinsichten von typischen Wertehierarchien von Akademikern unterschied: Er war immer wieder bereit, typisch akademische Werte seinen persönlichen Präferenzen unterzuordnen. So widerrief er z.B. seine Annahme einer Stelle am Minnesota Center for the Philosophy of Science, das er sehr schätzte, mit der Begründung, er könne auf seine Gesangslehrerin in San Francisco nicht verzichten. Durchaus potentiell interessante und anregende Diskussionen konnte er ausschlagen, wenn im Fernsehen ein Krimi kam, den er sehen wollte. Ein Treffen mit Heidegger, das ein gemeinsamer Bekannter arrangieren wollte, lehnte er ab – einfach so. Seine Probevorlesung an der ETH Zürich beendete er damit, dass er seinen Schal wie ein Lasso über dem Kopf schwang und verkündete, er sei jetzt müde und hungrig und gehe nach Hause. Bei Einladungen zu Vorträgen, die er angenommen hatte, mussten die Veranstalter bis ganz kurz vor seinem Auftritt damit rechnen, dass sie noch eine Absage bekamen (die ihren Grund allerdings nicht nur in einer Laune, sondern auch in großen Schmerzen haben konnte, die von seiner Kriegsverletzung herrührten). Etwa ein Drittel seiner Vorlesungen in Berkeley hat er ausfallen lassen. Das Benotungsrecht ist ihm temporär entzogen worden, weil er fast nur Sechser vergab. Attraktive Studentinnen erhielten immer eine Vorzugsbehandlung, in vielerlei Hinsicht. Als unstet und unzuverlässig, eben auch persönlich als einen Anarchisten, konnte man ihn sehen. Einmal begründete Feyerabend eine äusserst kurzfristige Vortragsabsage damit, dass ihn eine kritische Rationalistin ins Bett argumentiert habe und es ihm daher unmöglich sei zu kommen.”
aus: Paul Hoyningen-Huene: Paul Feyerabend…
Tags: planen, unternehmen, verhandelnThema: humour | Kommentare (0)
Tuesday, 2. January 2007 16:05
In der Philosophie hat Ontologie Tradition. Sie wirkt allerdings häufig “unprincipled” (ad hoc) und es fehlt so die richtige Vorstellung, wie man testen könnte, “aus welchen letzten Objekttypen” man sich die Wirklichkeit vorzustellen hat. Hier könnte die Informatik mit der Philosophie Hand in Hand gehen, indem sie prüft, welche Programmierparadigmen am mächtigsten sind, wenn man sie gebraucht. Objektorientierung hätte seit ein paar Jahren die Nase vorn: es gibt dann eben Objekte, Attribute, Funktionen…ganz pragmatisch und ohne Scheu vor abstrakten Entitäten. Weiterer Vorteil: man müßte die letzten Typen oder “Kategorien” (subjektphilosophisch gewendet) nicht mehr aus der Intuition, der Sprachanalyse (semantische Form: Davidson) oder aus “der Welt” herauslesen, sondern könnte strukturierte Konstrukte erfinden: der Charakter der “Analyse” würde über Bord gehen, durch Hypothesen ersetzt und das Verfahren externalisiert.
Tags: modellieren, planenThema: concepts&models | Kommentare (0)
Monday, 1. January 2007 16:05
Der beste, mächtigste und gleichzeitig vorsichtigste logische Begriff, den man zwischen Zeichen einerseits und Objekten andererseits ansetzen kann, ist der Erfüllungsbegriff (auf Satzebene als Grenzfall der Wahrheitsbegriff). Der Begriff der Referenz ist zu stark. Denn: Worauf bezieht sich eine Variable? Auf nichts: aber sie hat gegebenenfalls Erfüller (einer geschlossenen Formel). Weiterer Vorteil: “Erfüllung” veträgt sich prima mit “Zuordnung”, Konstanten können als Variablen interpretiert werden, bei denen via Funktion stets derselbe Wert ausgegeben wird. Funktionen sind eine Teilmenge der Relationen. Wenn man jetzt noch einen Wertebereich annimmt, hat man alles, was eine mathematische Struktur so ausmacht.
Tags: planen, taxieren, verhandelnThema: reasoning | Kommentare (0)
Friday, 29. December 2006 15:00
Möchte man Instruktives über Ermittlungsverhalten aussagen (also nichts, was trivial, logisch wahr, selbstverständlich oder handlungstechnisch irrelevant ist), so muß systematisch eine ante rem Situation angenommen und durchgehalten werden. Sonst bescheißt man sich. Ich denke, daß eine Überblendung dieses Wissens durch ex-post-facto-Wissen noch häufiger ist, als man bis dato annimmt.
Tags: ermitteln, investieren, kontrollieren, planen, räsonnierenThema: inquiry, reasoning | Kommentare (0)
Tuesday, 26. December 2006 19:09
Ob Begründungen geäußert werden, ist unerheblich; sie müssen nur bei Bedarf parat stehen; man schiebt sie dann nach.
Tags: (ver)gelten, (zu)ordnen, planen, verhandeln, werbenThema: beliefs | Kommentare (0)
Friday, 8. December 2006 12:02
Die Rede von verschiedenen “Ansätzen” macht nur dort Sinn, wo dasselbe Problem mit unterschiedlichen Konstruktions- oder diagrammatischen Modellierungsmitteln angegangen wird. Sinnlos wird diese Rede dann, wenn zwei verschiedene Problemstellungen vorliegen, trotzdem aber von verschiedenen Ansätzen geredet wird. Man stelle sich einen Koch vor, der beschreibt, wie er für gewöhnlich Nudeln abkocht. Dann kommt ein zweiter Koch und sagt, er verfolge einen anderen Ansatz: er verwende für das Anbraten von Fleisch hohe Anteile der guten alten Butter. Hier wird der Brei babylonisch verdorben.
Tags: modellieren, planenThema: analysis, concepts&models | Kommentare (0)