Probleme

Sunday, 22. April 2007 11:09

Probleme sind Aufgaben, die sich einem stellen. Im Grunde gibt es nur konstruktive Aufgaben; man benötigt sogenannte “Analysen” als eigene Kategorie nicht. Analysen sind konstruktive Aufgaben, bei der ein Zusammenhang nach einem bestimmten Gesichtspunkt geordnet wird. Dazu muß Hand angelegt und müssen Methoden gebraucht werden. Alles Konstruktionsleistungen. Daraus folgt aber nicht, daß die Ergebnisse “virtuell” wären. Konstruktionen färben nicht auf die Produkte ab. Darin besteht unser Realismus.

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Thema: analysis, concepts&models | Kommentare (0)

Orientierung

Wednesday, 18. April 2007 18:04

Als Wittgenstein in seinen “Philosophischen Untersuchungen” einst schrieb, philosophische Fragen hätten die Form “ich kenne mich nicht aus”, so dürfte er nicht einen Geisteszustand der Verwirrtheit im Auge gehabt haben (das wäre die psychologische Lesart). Man findet Denker in diesem Zustand eher selten vor. Er meinte wohl eher: diese und jene Überzeugungszusammenhänge bekomme ich nicht zusammen. Es gelingt mir nicht, mir darauf einen Reim zu machen, der mit anderen Versatzstücken ein systematisches Ganzes bildet. Die Aufgabe, “sich im Denken zu orientieren” (Kant) weist Bruchstellen auf. Es werden “aporetische Cluster” (Rescher) sichtbar. Für jemanden, der sich für Systematik nicht interessiert, sondern gerne mit Patchwork lebt, stellt das freilich keine Bedrohung dar. Leider.

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Thema: analysis, concepts&models, systematics | Kommentare (0)

Selbständiger

Monday, 16. April 2007 17:21

Die Idee eines vollständigen Unternehmers sieht eine Person vor, die sämtliche geschäfts- und erwerbsrelevanten Parameter mit Werten bestückt. Er betreibt alles selbst vom Einkauf bis zur Werbung. Maximaler Freiheitsgrad. Skaliert man diese Bereiche seines Tuns, so kann es sein, daß er einige Felder mit dem Wert 0 aufweist (er kümmert sich um bestimmte Dinge nicht oder delegiert). Das rührt aber nicht daher, daß er sich von bestimmten Aufgaben von vornherein entlastet sieht (wie bei Angestellten, Beamten u.dgl.). Bei ihm gilt: jeder Fehltritt kann sich beim Geschäftserfolg auswirken. Er lebt “in der Entscheidung”, denn man muß sich ihn als jemanden vorstellen, der alles wählt. Ein “Unterbewußtsein” oder “Unbewußtsein” gibt es aus methodologischen Gründen bei ihm nicht. Ob es eine derartige Person realiter gibt oder geben kann, ist genauso unerheblich wie die Frage, ob “vollständig informierte Marktagenten” gibt oder geben kann.

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Thema: economics, ecosophia | Kommentare (0)

Gefühlselimination

Monday, 16. April 2007 13:45

Man findet viele Definitionen, bei denen Vernünfigkeit mit der Ausschaltung der Emotionen verbunden wird. Demnach würde jemand unvernünftig handeln, bei dem Emotionen oder Befindlichkeiten überhaupt irgendeine Rolle spielen. Das ist irreführend - fehlende Präzision. Überlegen sollte in der Tat kühl sein. Das schließt aber nicht aus, daß Befindlichkeiten oder Emotionen als Gegenstand der Überlegungen - als Kalkulationsfaktor - jederzeit einfließen dürfen.

Beispiel:
Jemand sitzt schon tagelang an einer Arbeit und kommt nicht so recht weiter. Er bemerkt bei sich eine gewisse Lustlosigkeit und Verödung der Einfälle. Er entschließt sich daraufhin, die Arbeit liegenzulassen, drei Tage wegzufahren und den “Akku” wieder aufzuladen. Hier wurde eine Befindlichkeit geortet, ein Kausalzusammenhang statuiert und eine Entscheidung mit Präferenzen getroffen.
Geht es nach der “Kur” besser, wird man schlecht sagen können, der Agent habe unvernünftig gehandelt (falls - all things considered - nichts anderes dagegensprach).

Die Formel der Elimination des Emotionalen durch Vernünftigkeit ist also konfus. Nur die Denkakte beim Überlegen in Überzeugungs- und Handlungsfragen selbst müssen emotionsfrei sein.

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Thema: analysis, methods, reasoning | Kommentare (0)

Schablonen

Wednesday, 14. March 2007 13:24

“Machen Sie sich von Ihren Denkschablonen frei” ist kein Argument, denn es wird nicht gezeigt, was an der Schablone falsch ist. Wenn dann entgegnet wird, daß wir alle nur Schablonen “als Brillen” hätten, dann hat auch der eine Brille, der dazu auffordert, Schablonen abzulegen. Er muß dann schon einen privilegierten Zugang zur Realität für sich in Anspruch nehmen. Mit welchem Recht? Nun, er könnte pragmatisch sagen: “Es gibt bessere und schlechtere Schablonen”. Und da liegt auch die Lösung: denn das heißt nichts anderes als: manche verfügen halt über einen besseren intellektuellen Gesamthaushalt als andere und verfügen über schlagkräftige Mittel. Jetzt kann man nur keinen Egalitarismus mehr vertreten. Macht aber nichts. Er muß es eben für sich behalten, denn Quietismus gehört mit zur Strategie.

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Thema: arguments | Kommentare (0)

Äpfel&Birnen

Sunday, 4. February 2007 13:17

Eine oft zu hörende, schlau und “aufgeklärt” klingende Maxime: Vergleiche nicht Äpfel mit Birnen! Mumpitz. Man kann je zwei Dinge - logisch gesehen - immer vergleichen - schlimmstenfalls unter der allgemeinsten logischen Kategorie “Objekt” (”Etwas”). Ich kann Farbe, Saftigkeit, Form,…von Äpfeln und Birnen unter dem Gesichtspunkt “Obst” vergleichen. Ich kann auch eine Tasse Kaffee mit einem Auto vergleichen (z.B. Farbe). Logic doesn`t forbid. Warum wir es für gewöhnlich trotzdem nicht tun: weil es nicht relevant oder zielführend ist - und das ist ein anderer Grund.

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Thema: reasoning | Kommentare (0)

Formalisierung

Thursday, 1. February 2007 19:21

Ein natürlichsprachiger Satz, der falsch ist, kann nicht durch Formalisierung wahr gemacht werden.

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Homogeneität

Wednesday, 31. January 2007 10:25

Es gibt Rationalitätsconstraints fürs Denken und Handeln. Der Akteur selbst speist sie durch sein Ziele, verfügbare Mittel und Ressourcen, Konsistenz- sowie Relevanzerwägungen ein. Das ist auch der Grund, weshalb Rationalitätsverstöße stets “Selbstverstöße” sind: Im Ernstfall versteht sich der Agent selbst nicht. Es macht keinen Sinn, wenn man z.B. logische und soziale Einschränkungstypen gegenüberstellt: es sind ja immer Gedanken über Berechnungen oder über soziale Tatbestände, die der Akteur in seinen Kalkül einfließen läßt, nicht die “Frontalwirkung” dieser “Umstände” als solche. Dieses Denken verläuft immer konditional: “Wenn ich verhindern möchte, daß mein Chef…, dann sollte ich…”.

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Thema: reasoning | Kommentare (0)

Denken, daß p

Monday, 29. January 2007 11:21

Wer sagt: “Ich denke, daß es sich mit der Sache x so und so verhält”, der beschreibt nicht einen Denkvorgang, sondern stellt das, was er denkt, als Überzeugungsknoten in eine objektivierte, gedanklich Ordnungsform hinein: man placiert den Gedanken im “space of reasons” (Sellars); es greift aber der zu kurz, der dabei nur argumentative Situationen im Auge hat. Jemand, der sich über Indikatoren an den Zustand eines Objekts heranpirscht, tut das auch.

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Thema: analysis | Kommentare (0)

Abstraktion

Friday, 26. January 2007 10:55

“Abstraktion” ist ähnlich wie der Begriff “Erfahrung” ein gefährlicher Begriff, weil er zu allerlei Mißdeutungen Anlaß geben kann; mit abstrahieren kann “absehen von bestimmten Eigenschaften” gemeint sein (Standard), “herausheben von Gemeinsamkeiten” (Apfel, Birne –> Obst), Hegel hat das Wort im Sinne von totalitätsbedrohender “Einseitigkeit” (falsch, weil unvollständig) verwendet, es kann “unklar, unverständlich” meinen.
Das kann Folgen haben: Der Ökonom M. Friedman hat einmal behauptet, ökonomische Theorien seien umso mächtiger in der Voraussage, je “realitätsferner” sie sind. Es stellte sich eine Äquivokation heraus: er hatte das Wort “abstrakt” einmal im Sinne von “falsch” und einmal im Standardgebrauch “Vernachlässigung von Merkmalen” verwendet.

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