Feb
18
Monday, 18. February 2008 9:24
Das Rationale, weshalb man sich im Rahmen der analytischen Philosophie verstärkt mit sprachlichen Mustern beschäftigt hat, war indirekter, nicht sprachwissenschaftlicher Natur. Entitäten namens “Gedanken” (thoughts) stehen im Zentrum unserer geistigen Tätigkeiten. Es sind Gedanken, die in Stützungs- und Folgerungsrelationen zueinander stehen, wenn wir Beschlüsse fassen, Urteile fällen, Strategien bauen, Abwägen oder schlicht Handlungen erklären (z.B. in Form von beliefs und desires). Gedanken sind die konturierteren Nachfolger der vormals etwas ominösen “Vorstellungen”. Die Sprache kommt - indirekt - dadurch ins Spiel, dass es schlicht keine andere Zugriffsmöglichkeit für die strukturierte Identität von Gedanken zu geben scheint als Sätze oder mögliche Aussagen (die Äußerung selbst ist unerheblich). Dabei können ähnliche Sätze unterschiedliche Tiefenstrukturen haben, die man per Semantik herausholen möchte (braucht man beispielsweise, um Schlussweisen durchsichtig zu machen). Grammatikalisch unterschiedliche gestrickte Sätze können denselben semantischen Gehalt haben. Das ist der Zusammenhang für die Einführung minimaler sprachlicher Überlegungen in das Feld. Den Schritt zu der Behauptung, alles sei sprachlich erschlossen muss man nicht unbedingt machen, wenn man vorsichtig ist.
Tags:
taktieren
Verwandte Artikel
Thema: general, speech |
Kommentare (0)
Nov
23
Friday, 23. November 2007 9:24
Intentionen sieht man selten - wenn überhaupt - direkt ein. Deshalb erscheinen moralisch und geschäftlich motivierte Handlungen häufig als ununterscheidbar. Dem Kaufmann ist es ja stets möglich, vom Selbstverständnis “Kaufviehhirte” in Richtung “wohltätiger Bedürfniserfüllungsgehilfe” zu switchen, ohne daß man ihn an der Handlungsoberfläche stellen könnte. “Dumme” Bedürfnisse gibts für den reinrassigen Geschäftsmann ja gar nicht. Auch sehen wir wieder eine Struktur, bei der es einen definitorischen Unterschied zwischen Handlungsstrukturen gibt (Kant: die Absicht muß gut sein für moralisch korrektes Verhalten), bei denen der begriffliche Zusatz (gute Absicht) unseren unmittelbaren Detektionsmöglichkeiten unangenehm vorauseilt. Interpretation und Ermittlung muß investiert werden, um es herauszubekommen. Das kostet Energie und Zeit. Meist zu viel.
Tags:
planen,
taktieren,
verkaufen,
werben
Verwandte Artikel
Thema: analysis, economics |
Kommentare (0)
Aug
15
Wednesday, 15. August 2007 6:31
Nichts wird in Wortgefechten entschieden. Das Vertreten eines Standpunkts oder einer “Meinung” – das sind stets Kandidaten für personalen Gegenwind oder Irritationen. Man riskiert zusätzlichen Aufwand in Form von Erläuterung oder Krisenmanagement. Die Gefahr, sich Feinde zu machen ist einfach zu groß, und die Chance, durch Argumente Überzeugungen zu verändern, schlicht zu klein. Dies als Klugheitsmaxime, nicht als Exponierung von Lebensenttäuschung, denn diese Form von Enttäuschung zeugte bereits von einer vormals irregeführten Konzeption der interpersonalen Vorgänge um uns herum.
Tags:
taktieren,
verhandeln
Verwandte Artikel
Thema: beliefs, ecosophia, methods, motives |
Kommentare (0)
Jul
22
Sunday, 22. July 2007 14:00
Manchmal wird so geredet, als ob Authentizität als eine Art kulturelle Gegenkraft zu den wirtschaftlich motivierten Verschiebebahnhöfen auf den Plan tritt. Ich vermute, das ist falsch. Ganz im Gegenteil: die Authentizität tritt als Mittel und Funktion ökonomischer Motive auf. Man möchte sich als “durchschaubar”, “berechenbar”, “extrapolierbar”, “stetig” präsentieren. Bindungstransaktionen. Ganz besonders prominent: bei Bewerbungen in der Arbeitswelt. Jeder Akquiseakt läuft unter diesem Motto.
Tags:
buchen,
ermitteln,
kalkulieren,
taktieren,
taxieren,
verkaufen
Verwandte Artikel
Thema: ecosophia |
Kommentare (1)
Jul
22
Sunday, 22. July 2007 13:49
Würde man unser alltägliches “In-der-Welt-Sein” phänomenologisch als heideggerschen Orientierungsmodus verstehen wollen, dann müßten wir von einer “taktischen Temperiertheit” sprechen. Es wäre ein Fehler, das “verlogen” zu nennen; es ist einfach nur ein in Gleichgewichten zu beschreibender Balanceakt zwischen Fordern und Zügeln, Investieren und (Er)sparen, Positionieren und Vermeiden, Exponieren und Verdecken.
Tags:
(zu)ordnen,
investieren,
kalkulieren,
taktieren,
taxieren,
verkaufen
Verwandte Artikel
Thema: analysis, concepts&models, ecosophia, society |
Kommentare (0)
Jul
22
Sunday, 22. July 2007 13:39
Manchmal kommt es vor, daß sich Personen das Prädikat “authentisch” zuschreiben können, weil sie viel großzügigere Kriterien und Zählprinzipien verwenden (manche Dinge werden gar nicht gezählt). Das kann dann in Anlehnung an Watzlawick dazu führen, daß man eo ispo gar nicht mehr “inauthentisch” sein kann, weil nichts mehr darunter fallen würde. Wir würden als offene Bücher der Natur durch die Welt spazieren. Wer glaubt dies ernsthaft?
Tags:
buchen,
kalkulieren,
kontrollieren,
taktieren,
taxieren,
verkaufen,
vermessen
Verwandte Artikel
Thema: analysis, motives |
Kommentare (0)
Jul
22
Sunday, 22. July 2007 13:24
Man kann nahezu jede persönliche Interaktion als Geschäftsgebahren verstehen. Deshalb müssen auch Selbstzuschreibungen oder Forderungen nach Authentizität unter Vorbehalt bis zur Prüfung gesetzt werden (”ich bin authentisch”; “sei authentisch”). Im ersten Fall handelt es sich nicht selten um eine Werbemaßnahme (ist also selbst Teil eine Strategie oder Taktik), im zweiten Fall möchte man bessere Berechnungsgrundlagen für das Gegenüber erhaschen. Würde man das bestreiten, so hieße das zu behaupten, daß aus der persönlichen Selbstauskunft, man sei authentisch, folgt, daß man authentisch ist. Wer würde das unterschreiben wollen?
Tags:
buchen,
ermitteln,
kalkulieren,
taktieren,
taxieren,
verkaufen,
vermessen
Verwandte Artikel
Thema: concepts&models, ecosophia, technics |
Kommentare (0)
May
01
Tuesday, 1. May 2007 13:50
Welchen Sinn macht es eigentlich, Forenbeiträge mit Imho (”in my humble opinion”) auszustatten? Dieser verbale Verbeugungs- und Zurücknahmeakt ändert an der Geltung oder Nichtgeltung des Gesagten nichts. Denn man liegt objektiv richtig oder nicht richtig. Und daß die Meinung falsch sein kann liegt schon in ihrem Begriff und muß nicht durch einen virtuellen Schritt zurück nocheinmal proklamiert werden. Wieder ein Element der Rede, das logisch überflüssig ist, sozial aber gerne gesehen wird. Umso schlimmer für das Soziale.
Tags:
(ver)gelten,
kontrollieren,
korrigieren,
taktieren,
verkaufen
Verwandte Artikel
Thema: analysis, beliefs, reasoning, speech, truth, words |
Kommentare (2)
Apr
16
Monday, 16. April 2007 17:21
Die Idee eines vollständigen Unternehmers sieht eine Person vor, die sämtliche geschäfts- und erwerbsrelevanten Parameter mit Werten bestückt. Er betreibt alles selbst vom Einkauf bis zur Werbung. Maximaler Freiheitsgrad. Skaliert man diese Bereiche seines Tuns, so kann es sein, daß er einige Felder mit dem Wert 0 aufweist (er kümmert sich um bestimmte Dinge nicht oder delegiert). Das rührt aber nicht daher, daß er sich von bestimmten Aufgaben von vornherein entlastet sieht (wie bei Angestellten, Beamten u.dgl.). Bei ihm gilt: jeder Fehltritt kann sich beim Geschäftserfolg auswirken. Er lebt “in der Entscheidung”, denn man muß sich ihn als jemanden vorstellen, der alles wählt. Ein “Unterbewußtsein” oder “Unbewußtsein” gibt es aus methodologischen Gründen bei ihm nicht. Ob es eine derartige Person realiter gibt oder geben kann, ist genauso unerheblich wie die Frage, ob “vollständig informierte Marktagenten” gibt oder geben kann.
Tags:
buchen,
investieren,
kalkulieren,
kontrollieren,
planen,
räsonnieren,
spekulieren,
taktieren,
taxieren,
unternehmen,
verhandeln,
verkaufen,
vermessen,
werben
Verwandte Artikel
Thema: economics, ecosophia |
Kommentare (0)
Apr
10
Tuesday, 10. April 2007 15:54
Die Erdung toleranten Verhaltens erfolgt weniger über Verhaltensmaximen oder öffentlich verhandelte Wertkataloge, denn über die Einsicht, daß wirtschaftliche Akteure (d.h. jeder) bei Intoleranz den Geschäftserfolg gefährdeten. Und jede interpersonelle Transaktion kann als Geschäft verstanden werden (und wird immer häufiger auch faktisch so verstanden).
Tags:
taktieren,
unternehmen,
werben
Verwandte Artikel
Thema: ecosophia |
Kommentare (0)