Principle of charity

Sunday, 2. March 2008 8:59

Das sogenannte principle of charity ist ein misnomer und deshalb selbst ein Anwendungsfall für das Prinzip. Es weist uns ja an, die Äußerungen anderer Personen immer so zu interpretieren, dass diese im Großen und Ganzen richtig liegen (die beliefs sind wahr). Das Motiv hierzu ist aber nicht “karitativ”, denn dies zu tun ist lt. Davidson nicht Teil einer verfügbaren Option, die wir auch unterdrücken könnten (ein Regulativ, um dessen Einhaltung man sich bemüht), sondern in unser Interpretationsverhalten eingelassen. Wir können sozusagen nicht anders. Deshalb kann er sagen: “Since charity is not an option, but a condition of having a workable theory, it is meaningless to suggest that we might fall into massive error by endorsing it.[...] Charitiy is forced on us; whether we like it or not, if we want to understand others, we must count them right in most matters.”

 

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Thema: concepts&models, speech, words | Kommentare (1)

Metaphysik

Friday, 29. February 2008 9:30

In der (professionellen) Philosophie gibt es eine merkwürdige Spannung in Sachen Begriffsbestimmung des Ausdrucks “Metaphysik”. In Einführungen für Laien findet man die klassisch aristotelischen Bemerkungen, darin ginge es um “die ersten Gründe und Ursachen” und das “Seiende, insofern es seiend ist”. Manchmal wird dann zusätzlich von Sachverhalten gesprochen, die den “Erfahrungsraum überschreiten”. Wenns dumm läuft, verfügt unser Laie über Schnippsel nietzscheanischen Gedankenguts, wo von “Hinterwelten” die Rede ist. Das verhält sich merkwürdig verquer zu den Debatten, die von “den Australiern” (z.B. Armstrong) angestoßen wurden und seither Schule gemacht haben: eine Beschäftigung mit den allgemeinsten Entitäten / Typen von Entitäten, die man “in die Ontologie aufnehmen möchte”, also Kandidaten wie Ereignisse, Sachverhalte, Eigenschaften, Objekte, Klassen oder dergleichen. Der Weg zu Davidsons Herleitung von Ereignissen aus der Tiefengrammatik (logische Form) von Handlungssätzen ist sehr indirekt. Hier ist das, was man als Laie erwarten könnte weit entfernt von dem, was da verhandelt wird. So kann er glauben, man verhandele hier spirituelle oder religiöse Sachverhalte in spekulativer Manier. Sicher: man könnte Ontologie (vielleicht im Rückgriff aufs Mittelalter) begrifflich von Metaphysik trennen - doch das wird nicht wirklich gemacht.

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Thema: concepts&models | Kommentare (0)

Ästhetische Urteilskraft

Saturday, 23. February 2008 10:00

Wer den Gefallen an einem Musikstück damit begründet, “der Text gefalle ihm so gut”, der steht an der Klippe eines Kategorienfehlers. Der “Text” kann für die Musikevaluation nur in Form des stimmlich-phonetischen Beitrags - als Instrument - von Belang sein. Die Bedeutung der verwendeten Ausdrücke hat darin zunächst gar nichts zu suchen. Möglich ist aber dies: die Musik gefällt mir gut - und überdies ist der Text sehr ansprechend. Das war eine Bemerkung zu den Constraints ästhetischer Urteile - diese Constraints sind nicht “subjektiv”, sondern bestimmen den Raum, innerhalb dessen ein Urteil sinnvoll gefällt wird.

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Thema: aesthetics, arguments, beliefs | Kommentare (1)

Garbage

Saturday, 23. February 2008 9:57

Da die Logik lediglich die korrekten Übergänge zwischen Gedanken formalisiert, gilt der alte Informatikerspruch: garbage in - garbage out.

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Thema: general | Kommentare (0)

Supervenience

Saturday, 23. February 2008 7:30

“A Supervenience Thesis is a denial of independent variation.[...] To say that so-and-so supervenes on such-and-such is to say that there can be no difference in respect of so-and-so without difference in respect of such-and-such. Beauty of statues supervenes on their shape, size, and colour, for instance, if no two statues, in the same or different worlds, ever differ in beauty without also differing in shape or size or colour.”

David Lewis, Papers in Metaphysics and Epistemology, p. 29

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Thema: big points | Kommentare (0)

Wahrheit

Thursday, 14. February 2008 20:11

Um den Witz des Wahrheitsbegriffs ranken sich allerlei (immer mehr) Missverständlichkeiten. Zum einen die Vorstellung, er müsse auch kriterial etwas hergeben (”dann nennen Sie mir doch Wahrheiten und geben Sie einen Lackmustest für wahre Aussagen, insofern sie sich von falschen unterscheiden”). Dann die zwanghafte, manchmal werbende Neigung, ihn in die unmittelbare, exklusive Nähe zu wissenschaftlicher Tätigkeit zu rücken. Ferner das Missverständnis als “Wert”, das zu Äußerungen der Form “Y ist ein Wahrheitsapostel” oder “Y glaubt an die Wahrheit” führt. Im verstärkten Modus ist dann von einer Art “Religion” oder vom “Mythos” die Rede. Zuletzt die Vorstellung, man müsse sich zu ihm “bekennen”.

Es ist anders. Man hat sich ihn - den Begriff - von vornherein eingekauft mit jeder Überzeugung der banalsten Art, die man haben kann (”glauben, im Wohnzimmer zu stehen” oder “glauben, 5 Jahre alt zu sein”). Da gibts nichts zum Bekennen oder Anstreben. Wie wäre es, ohne ihn auskommen zu müssen? Man hätte keinerlei Vorstellung vom “der Fall sein”. Damit würde unser Orientierungssystem kollabieren - da wäre nichts mehr formulierbar, was die Form hätte “es ist so und so” - unabhängig davon, ob man es sich nur denkt oder auch äußert.

Wie meinte Davidson ? Wahrheit als schlichtes einstelliges Prädikat dürfe man sich nicht wie eine Verweismarke auf einer Fotographie vorstellen. Simply true or wrong.

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Thema: truth | Kommentare (0)

Coolness

Saturday, 20. October 2007 0:41

Auch wenn man vom undifferenzierten einstelligen Prädikat “x ist cool” - angewendet auf Personen  - absieht (im Sinne von “gefällt mir”, “finde ich gut”), so bleibt ein heute doch recht verdrehter Sprachgebrauch übrig. So ernten Personen häufig dies Attribut, obwohl sie als angebliche Träger der Coolness stark abhängig von sozialer Anerkennung sind. Cool zu sein heißt notwendig, unabhängig und souverän zu sein gegenüber sozialer Anerkennung, gepaart mit ständig mitlaufender Restdistanz und der Verfolgung eines konsequenten, begründbaren Lebensstil mit liderlich-ironischem Einschlag. Es ist genau das, was uns an bestimmten Filmfiguren als “cool” ins Auge sticht.

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Thema: analysis | Kommentare (0)

Neutralität

Saturday, 15. September 2007 19:09

Immer wieder trifft man das Missverständnis an, dass logische Sachverhalte auf bestimmte Gegenstandsgebiete bezogen werden, z.B. auf die Mathematik (”dort gehts logisch zu”). Die Leute sprechen dann so, als ob die Logik dort hingehöre. Das legt dann nahe, zu denken, in anderen Bereichen gehe es “unlogisch”, “alogisch” oder “nicht so logisch” zu. Ganz beliebt: das Gefühlsleben. Es wurde aber von führenden Logikern immer betont, dass die Logik “topic neutral” ist (so Ryles Worte). Deswegen überführt man ja auch Kandidaten für gültige logische Folgerungen in eine Sprache mit formalen Variablen, Konstanten, Konnektoren usw.. (man “deinterpretiert” in Quines Worten und lagert den Gegenstandsbereich künstlich aus). Ist ein derartiges Schema gültig, dann ist es egal, ob über Gefühle, Krampfadern oder Renditen gesprochen wird, insoweit die gleichen schematischen Ausdrücke durch die die gleichen Korrelate ersetzt werden. Wenn, dann durchzieht “das Logische” unserem gesamten Denkraum und besetzt nicht etwa eine Schamecke.

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Thema: analysis, reasoning, words | Kommentare (0)

Geschenke

Friday, 7. September 2007 21:34

In menschlichen Umgebungen gilt, dass eine Person nie etwas ohne Grund tut. Schenkungen sind deshalb immer Köder in der ein oder anderen Form.

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Thema: general | Kommentare (4)

(Un)Freundlichkeit

Friday, 7. September 2007 21:25

Freundlichkeit macht Aussagen oder Vorschläge kein Jota mehr wahr respektive vernünftig als Unfreundlichkeit. Und umgekehrt.

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Thema: general | Kommentare (1)