Dec
25
Tuesday, 25. December 2007 12:06
In Texten zumeist philosophischer Natur habe ich - selbst unter Logikern - schon sinngemäß folgende Redeweise zu Gesicht bekommen: “Ich neige zu der Ansicht/vermute, das B aus A folgt”. Ist so eine Aussage jemals sinnvoll? Kann man eine logische Folgerung vermuten?
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Oct
20
Saturday, 20. October 2007 0:41
Auch wenn man vom undifferenzierten einstelligen Prädikat “x ist cool” - angewendet auf Personen - absieht (im Sinne von “gefällt mir”, “finde ich gut”), so bleibt ein heute doch recht verdrehter Sprachgebrauch übrig. So ernten Personen häufig dies Attribut, obwohl sie als angebliche Träger der Coolness stark abhängig von sozialer Anerkennung sind. Cool zu sein heißt notwendig, unabhängig und souverän zu sein gegenüber sozialer Anerkennung, gepaart mit ständig mitlaufender Restdistanz und der Verfolgung eines konsequenten, begründbaren Lebensstil mit liderlich-ironischem Einschlag. Es ist genau das, was uns an bestimmten Filmfiguren als “cool” ins Auge sticht.
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Aug
15
Wednesday, 15. August 2007 7:04
Der Ausdruck “Schema” ist erkenntnistheoretisch völlig bedeutungslos (”er betrachtet dies und jenes unter dem Stereotyp F”). Man braucht niemanden darauf aufmerksam zu machen, daß er eins benutzt oder das es historisch oder kulturell andere gibt. Uns interessiert ja nur, ob “das Schema” greift.
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Thema: knowledge, truth |
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Aug
14
Tuesday, 14. August 2007 21:32
Manchmal wird so geredet, als hätten Axiome nur deshalb, weil sie irgendwie “grundlegend” sind, einen Sonderstatus. Es handelt sich aber auch nur um Sätze, die intuitiv vernünftig, sinnvoll oder zutreffend sind.
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Thema: beliefs, concepts&models, words |
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Jul
15
Sunday, 15. July 2007 13:53
Der Begriff der Objektivität lädt aufgrund seiner Mehrdeutigkeit zu Mißverständnissen geradezu ein. Manchmal meint er unparteiisch, unvoreingenommen, manchmal sachlich, manchmal wahr, manchmal intersubjektiv geltend und schließlich bezeichnet er im philosophischen Gebrauch die Sicht “sub specie aeternitas” eines gedachten allwissenden Subjekts. Ich empfehle, den Begriff zunächst vor der Tür zu lassen und mit der schlichten und harten Währung wahr/falsch in assertorischen Kontexten zu arbeiten. Ansonsten handelt man sich den Perspektivismus oder Relativismus von Skeptikern ein. Objektivität und Wahrheit sind auch nicht äquivalent, denn jemand kann objektiv im Sinne von unparteiisch sein und trotzdem etwas Falsches glauben (=etwas glauben, das falsch ist). Pragmatisch gewendet kann man sich auch nur um Objektivität bemühen; man kann sich nicht auf sie berufen.
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Thema: analysis, beliefs, knowledge, reasoning, truth, words |
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Jun
16
Saturday, 16. June 2007 11:25
Wenn man jemanden eloquent oder schlagfertig nennt, so heißt das in unserem Modell: er kann zeitnah verbal bezahlen oder “zurückzahlen”. Die Währung ist das Wort.
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Thema: ecosophia, speech |
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Jun
15
Friday, 15. June 2007 19:34
Mit der Unterscheidung von Theorie und Praxis ist manchmal aber auch dies gemeint: von einer Menge von Möglichkeiten ist nur die eine oder andere realisiert. Die anderen kommen “praktisch nicht vor”.
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Thema: analysis, reasoning |
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Jun
15
Friday, 15. June 2007 19:29
Eine andere Variante der Unterscheidung zwischen Theorie und Praxis: jemand entwirft ein Konzept, gebraucht es und merkt dabei, daß er nicht alle Faktoren berücksichtigt oder angemessen bewertet hat. Es paßt dann nicht, Vorhersagen oder Tests scheitern (”es kommt anders, als man denkt”). Aber auch das entwertet die Theorie nicht als solche, denn nur d i e s e Überlegungen scheitern oder gelten nur eingeschränkt. Jeder wird im nächsten Schritt entsprechende Anpassungen oder Erweiterungen vornehmen. Dabei leistet man erneut geistige Arbeit, indem man überlegt.
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Thema: analysis, reasoning |
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Jun
15
Friday, 15. June 2007 19:17
Sogenannte Praktiker lieben es, theoretische Bemühungen durch die Unterscheidung von Theorie und Praxis zu entwerten. Übrigens viel häufiger als andersherum. Manchmal ist mit dieser Unterscheidung nur gemeint: aus der Tatsache, daß jemand Handlungen per Überlegungen plant folgt nicht, daß er sie auch ausführt. Man rät dann einfach: Do it! oder Spring rein! Das ist klar und unumstritten, aber auch uninteressant, denn das entwertet allenfalls den Vollzugswillen des timiden Akteurs, nicht aber die Güte seiner Überlegungen.
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Thema: analysis, motives, reasoning |
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May
22
Tuesday, 22. May 2007 13:17
Die Redeweise der “Reduktion von Komplexität”, wie sie im Anschluß an Luhmann gerne zitiert wird - mittlerweile Teil des gehobenen Sprachgebrauchs - leistet nicht viel. Eine eingebaute Kontingenz- und Selbstrelativierungsformel, die auf den Eigensinn eines Systems bezogen wird und pragmatisch leerläuft (denn eine Entscheidung wird aufgrund dessen getroffen, was man eben gerade weiß). Falsifiziert oder entwertet sie automatisch das, was ich denke? Nein. Es ist eben Soziologie.
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Thema: analysis, beliefs, concepts&models |
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